Persönlicher Einblick für Freiwillige beim Verein Behindertenhilfe Einblick in das Leben mit Rett-Syndrom

Petra (von links) und Lisa Römer schenkten den Teilnehmern einen Einblick in ihren Alltag. Foto: p

Offenbach (red) – Die jungen Menschen, die einen Freiwilligendienst im FSJ oder BFD beim Verein Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach absolvieren, lernten auf besondere Weise das Leben mit starker Beeinträchtigung kennen. Eine betroffene Familie erzählte von ihrem Alltag mit Tochter, die das Rett-Syndrom hat.

Schon seit vielen Jahren besucht die 26-jährige Lisa mit ihren Eltern Petra und Frank Römer einen Seminartag bei der Behindertenhilfe Offenbach. Die Familie schenkt den Freiwilligen einen ganz persönlichen Einblick in ihren Alltag mit Rett-Syndrom. Petra Römer erklärt ihre Motivation dahinter: „Ich hoffe, dass unsere Treffen eine neue Perspektive auf das Leben mit Beeinträchtigung ermöglichen und dadurch einige Vorurteile abbauen. Wir möchten zeigen, dass eine Familie damit umgehen kann, wenn sie zusammenhält. Wir haben beispielsweise Spaß und schöne Urlaube wie andere Familien auch.“ Für sie und ihre Familie war der Austausch mit anderen immer sehr wichtig. Deshalb gründeten sie gemeinsam mit anderen Familien den Verein Rett-Syndrom Südwest e.V., der Familien von Kindern und Erwachsenen mit Rett-Syndrom unterstützt.

Syndrom führt zu Entwicklungsstopp

Das Rett-Syndrom führt zu einem Entwicklungsstopp bei Kindern zwischen sechs bis 18 Monaten. Häufig verlernen die Kinder ihre ersten Worte, können nicht mehr laufen und mit den Händen nichts mehr greifen. Ein typisches Merkmal sind die verschränkten oder knetenden Hände.

Auch Lisa kann nicht laufen und nicht sprechen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht kommunizieren kann. Ihr sogenanntes Eye Tracking Tablet kann sie mit den Augen steuern. So kann sie selbst entscheiden, ob sie lesen, malen, spielen oder mit anderen sprechen möchte. Die Freiwilligen konnten sehen, wie Lisa diesen Computer nutzt und ihn selbst ausprobieren – und merkten, dass das ziemlich schwierig ist.

Für die Freiwilligen der Behindertenhilfe Offenbach war dies ein besonderer Bildungstag. „Sie sind jedes Mal sehr interessiert am Leben der Familie. Für sie ist es ein wertvolles Erlebnis während des Freiwilligendienstes bei uns“, berichtet Claudia Kamer, die für die Freiwilligen zuständig ist. Ihr ist es wichtig, den Freiwilligen an ihren 25 Bildungstagen spannende und abwechslungsreiche Inhalte zu bieten. „Die Freiwilligen aus FSJ und BFD sind für unsere integrativen Kitas, die Wohnverbünde und den Ambulanten Dienst eine wertvolle Unterstützung. An ihren Einsatzorten lernen sie viel über die jeweiligen Berufe und Arbeitsfelder. In den Seminaren bieten wir ganz unterschiedliche Seminare, Ausflüge und Besuche von Betroffenen an, um über den Tellerrand zu blicken.“

Übrigens: Ein Einstieg in ein FSJ oder den BFD ist bei der Behindertenhilfe Offenbach jederzeit möglich. Wer Interesse daran hat, findet weitere Informationen unter www.fsj-bho.de oder kann sich direkt bei Claudia Kamer melden unter Z 069 809096917 oder per E-Mail an c.kamer[at]behindertenhilfe-offenbach[dot]de.

Der Verein Behindertenhilfe Offenbach in Stadt und Kreis Offenbach wurde 1975 gegründet. Mittlerweile begleiten 600 Mitarbeiter des Vereins jährlich über 2.300 Menschen mit Behinderung und ihre Familien – zuhause, in Wohngruppen, in der Schule, in Kindertagesstätten und in Förder- und Beratungsstellen. Nach dem Motto „Wir begleiten Lebenswege“ setzt sich der Verein für die Selbstbestimmung und Teilhabe der betroffenen Menschen ein und engagiert sich mit ihnen gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft.

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