Endlich Sport in der eigenen Halle Einweihungsfest an der Grundschule Bieber

In Zukunft dürfte auch der eine andere Sportverein anklopfen, in der neuen Halle zu trainieren. Zur Einweihung treten die jungen Turnerinnen der TSG Bieber auf. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Oberbürgermeister Horst Schneider erinnerte in seiner Ansprache am vergangenen Samstag an der Ottersfuhrstraße in Waldhof an die längst abgerissenen Pavillons. Die entstanden vor ziemlich genau 40 Jahren, als Dependance der Grundschule Bieber, als in dem neuen Stadtteil die Kinder endlich einen nahen Schulweg hatten. Zur Schlüsselübergabe für den Neubau kam es vor drei Jahren. Jetzt weihten Honoratioren der Stadt die Turnhalle ein.

Zum Einweihungsfest sang der Waldhofchor Just Harmonists unter Leitung von Peter Krausch. Die Turnerinnen der TGS Bieber demonstrierten akrobatische Überschläge. Engagierte Mütter sorgten dafür, dass es auch was auf den Teller gab. Es sei sicher eine Erleichterung für Schüler und Lehrer, sich den Gang zur TV Bieber-Halle endlich sparen zu können.

„Die Zeit ging schließlich vom Sportunterricht ab“, spricht der nach zwölf Jahren Amtszeit scheidende Oberbürgermeister Schneider. In der neuen Turnhalle haben die Schüler bereits seit ein paar Wochen Sportunterricht. Dass sich der Bau so lange hinausgezögert habe, „das gilt sicher nicht als Ruhmesblatt der Offenbacher Kommunalpolitik“, bemerkt Schneider. Dass liege jedoch vor allem daran, dass die Stadt durch die permanent angespannte Haushaltslage wie unter einer zu kurzen Decke liege, „irgendwas schaut immer raus“. Der Arbeitskreis Waldhof habe letztlich ganze Lobbyarbeit geleistet. Am Rande lobt Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber besonders Peter Janat, Mitglied im Vorstand des Arbeitskreises, „Janat hat sich unglaublich einfallsreich für die Halle eingesetzt“. Im Vorfeld hatten der Architekt Michael Spengler und Bauleiter Markus Albert vom Frankfurter Büro Baurconsult die Halle vorgestellt, die voll auf die Bedürfnisse einer Grundschule zugeschnitten sei, „das heißt, wir haben ein kleines Spielfeld, für Wettkämpfe reicht das aber nicht“.

Die Heizung verbrenne Pellets, die Dämmung der Stahlkonstruktion sei optimal. Das Dach habe man nicht begrünt, um die Option offen zu halten, dort irgendwann Solarzellen installieren zu können. Außerdem konzipierte Spengler den Schulhof. Er habe wert darauf gelegt, die Fläche geometrisch aufzulockern, „der Hof sollte einen Gegensatz zur eher strengen Form der Klassenräume bilden“.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß vermutet, dass demnächst auch der eine oder andere Sportverein die Halle nutzen will. Die eigne sich etwa für Disziplinen wie Yoga oder Gymnastik.

Dadurch würden andernorts wiederum Räumlichkeiten frei werden, für Sportarten, die mehr Platz bräuchten. Die Gesamtkosten summierten sich am Ende auf gut 3,1 Millionen Euro. Das waren 455.000 Euro mehr, als ursprünglich kalkuliert. Irgendwie noch im Rahmen für ein Gebäude der öffentlichen Hand. Der Grund für die Mehrkosten liege, laut Pressemitteilung, vor allem in „nicht absehbarer Kostensteigerung, bedingt durch die derzeit außergewöhnlich gute Auftragssituation bei Rohbauarbeiten, Außentüren oder Stahlbau“.

Weiß erwähnt in seiner Ansprache die 200 Millionen Euro, die in den letzten zehn Jahren in Offenbach an Schulen und Sporthallen verbaut worden seien, „ein Zeichen, dass wir beim Thema Bildung tatsächlich weiter kommen“. Schulleiter Klaus-Peter Ehlert drücken schon wieder alt bekannte Sorgen. Oberbürgermeister Schneider hatte noch allgemein für Offenbach gesagt, „wir bauen dem Bedarf wie in den 60er Jahren hinterher“. Ehlert empfindet das für sich konkret.

Die Grundschule Bieber platze schon wieder aus allen Nähten, „wir haben alleine sieben erste Klassen“. Es müssten schon Fachräume als normale Klassenräume herhalten, „unsere Kapazitäten sind schlichtweg erschöpft“.

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