Vom Dünenpark bis zur Verkehrsführung

Entwicklung auf Offenbacher Hafeninsel schreitet voran

Das Stadtwerke-Unternehmen OPG und die Projektgesellschaft der Gustav-Zech-Stiftung entwickeln die Inselspitze gemeinsam. 2018 beginnt die Gestaltung des Dünenparks. Grafik: HH Vision/OPG

Offenbach (red) – Mit einem ungewöhnlichen Bauherrenmodell geht die Entwicklung des Hafens Offenbach in die nächste Runde. Zukünftige Nutzer des auf der Hafeninsel geplanten Loftgebäudes „Molenpark“, darunter die Werbeagentur taste!, bilden zusammen mit mehreren Architekten eine Bauherrengemeinschaft, die den Klinkerbau – ein Neun-Millionen-Euro-Projekt – selbst finanziert.

Zwischen der Inselbrücke und dem Oberen Molenpark, an der Schnittstelle zwischen der Wohnbebauung im Osten und den geplanten Gewerbe-Hochbauten auf der Inselspitze im Westen, soll sich das „Lofthaus Molenpark“ im Zusammenspiel mit der massigen und deutlich höheren Nachbarbebauung als markante Landmarke mit dunklen, rauen Klinkerflächen und großen, präzise gefassten Glaselementen behaupten. Zunächst ist eine ausschließlich gewerbliche Nutzung vorgesehen. Das Erdgeschoss mit Sommerterrasse ist einem Gastronomiebetrieb vorbehalten, im obersten Geschoss entstehen Konferenz- und Veranstaltungsräume mit direktem Zugang zu einer Dachterrasse.

Marina Gardens nimmt Form an

Unterdessen nimmt das Bauprojekt Marina Gardens auf der „Festlandseite“ des Hafenbeckens Formen an. Das aus acht größeren und drei kleineren Bauten bestehende Mischquartier der Hamburger PRIMUS developments GmbH mit rund 200 Wohneinheiten, kleinteiligem Gewerbe, Gastronomie und begrünten Innenhöfen entsteht unmittelbar neben der Hafenschule und soll bis Anfang 2019 fertig sein.

Daran anschließen soll sich in Richtung Westen etwa ab 2024 der Neubau der Hochschule für Gestaltung. Der Grundstückskaufvertrag zwischen der Stadtwerke-Tochter Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG und dem Land Hessen soll möglichst noch in der ersten Jahreshälfte 2018 abgeschlossen werden. Als möglicher Baustart ist der Zeitraum 2020/2021 vorgesehen. Für den Neubau der HfG soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden.

Bereits begonnen hat der Bau des siebengeschossigen Büro- und Wohngebäudes „Mainblick“ unmittelbar neben der Deutschlandzentrale des Baustoffhandelsunternehmens Saint Gobain auf der Hafeninsel. Etwa bis Anfang 2019 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Für eines der spektakulärsten Bauvorhaben im Hafen Offenbach, das urbane Quartier auf der Inselspitze mit einem Ensemble aus drei bis zu 75 Meter hohen Baukörpern, haben die Mainviertelgesellschaft und die Projektgesellschaft der Gustav-Zech-Stiftung den Grundstückskaufvertrag unterzeichnet. Ebenfalls der Städtebauliche Vertrag als rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatinvestor ist zwischen dem Stadtwerke-Unternehmen, dem Bauherrn und der Stadt Offenbach geschlossen.

OPG und Investor werden die Inselspitze gemeinsam entwickeln. In Abstimmung mit der Kommune laufen die Bauantragsplanung und die Planung für den Inselpark parallel. Ende 2018 sollen erste Abbrucharbeiten beginnen und Altfundamente durch die OPG beseitigt werden. Gleichzeitig wird mit der Gestaltung des Dünenparks begonnen. Nach der Freiraumplanung des Überlinger Büros Ramboll Studio Dreiseitl wird das Gelände modelliert und werden erste Pflanzungen vorgenommen.

Grün-Offensive an der Festlandseite

Insgesamt leitet die OPG in diesem Jahr eine „Grün-Offensive“ ein. Dazu zählt vor allem die „Festlandseite“ des Hafenbeckens. Eine Rasenfläche soll dort wie ein grünes Band den Promenadenweg zwischen Hafentreppe und EVO-Kohlelager begleiten.

Darüber hinaus wird der östliche, rund 2000 Quadratmeter große Teil des Gutsche-Parks angelegt. Zwischen dem Bauen Kran und dem Elisabeth-Selbert-Steg soll noch im Frühjahr ein in mehrere Felder unterteilter Spielplatz Kindern aller Altersgruppen viel Raum zum Rutschen, Klettern und Schaukeln, vor allem aber auch zum Spielen mit Wasser und Sand geben. Die Fertigstellung will die OPG mit einem Fest Anfang August feiern.

Ebenfalls die Verkehrsinfrastruktur wird in diesem Jahr weiter ausgebaut. Das betrifft vor allem die neu angelegte Hafenallee und den parallel verlaufenden Nordring. Diese ehemalige Hauptverkehrsachse wird 2018 und 2019 zur Anliegerstraße zurückgebaut und von der Hafenallee durch einen Baumstreifen abgeschirmt.

Der Verkehr soll 2018 auf dem neuen Teilabschnitt der Hafenallee zwischen Hafenschule und Boxclub fließen. Um auch den restlichen Teil entlang der EVO bis zum Goethering ausbauen zu können, wird der Verkehr über eine parallel verlaufende, provisorisch angelegte Trasse geführt.

Verbessert wird 2018 ebenfalls die ÖPNV-Anbindung von Hafen und Nordend. Die zwischen Marktplatz und Kaiserlei verkehrende Buslinie 108 des Stadtwerke-Unternehmens OVB wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die drei Haltestellen an der Hafenallee nicht mehr im 30-Minuten-Takt, sondern im 15-Minuten-Takt bedienen und damit einen häufigeren Anschluss an die S-Bahnstationen ermöglichen.

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