Bei der Wildtierhilfe Schäfer im Offenbacher Waldzoo steht das Notfall-Telefon nie still Gerettet und aufgepäppelt

Mit dem Herbst beginnt die Igel-Saison: Sabine Groß besichtigt im September die Wildtierhilfe Schäfer, wo gerade ein junges Exemplar aufgepäppelt wird. Foto: Stadt Offenbach/Georg

Offenbach (red) – Die Wildtierhilfe Schäfer ist im Sommer von Dreieich auf das Gelände des Offenbacher Waldzoos gezogen. Als eigenständiger Verein nimmt die Wildtierhilfe Schäfer Tiere auf, um diese nach der Pflege wieder auszuwildern. Dem Publikum werden diese Tiere daher nicht gezeigt. Der Waldzoo hingegen bietet ausgesetzten oder kranken Tieren eine zweite Chance und einen schönen Platz zum Leben. Im September ließ sich Dezernentin Sabine Groß durch den Waldzoo und die Wildtierhilfe führen.

Die Leiterin des Waldzoos, Susanne Meyer, erzählte Dezernentin Sabine Groß und Monika Grimm vom Veterinäramt mehr über die unterschiedlichen Bewohner des Waldzoos. Einige Tiere wurden von ihren Vorbesitzern schlecht oder nicht artgerecht behandelt und stammen aus tierschutzwidriger Haltung. Manche Tiere wurden im Stadtgebiet oder sogar direkt vor dem Zoo ausgesetzt. Dort fanden Mitarbeiter bereits Kaninchen, Landschildkröten, Vögel und Katzen. Häufig haben diese Tiere Krankheiten oder körperliche Defizite. So wurde das kranke Mini-Schweinchen Bifi an Silvester ausgesetzt und vom Waldzoo gerettet. Auch die Miniponys Sternchen und Little, die verwahrlost von einem Zirkus übernommen wurden, genießen jetzt ihre wohlverdiente Rente im Zoo.

Der Waldzoo ist eine Mischung aus Gnadenhof und Auffangstation und nimmt sowohl alte als auch kranke Tiere auf. „Ich bin sehr froh, dass es in Offenbach den Waldzoo gibt, der Tieren eine zweite Chance gibt und dazu ein toller Ort ist, um hier Freizeit zu verbringen und mehr über die Tiere zu erfahren“, sagt Sabine Groß.

Wenn Tiere in der Umgebung gefunden werden, die verwahrlost oder krank aussehen, ist der Waldzoo der richtige Ansprechpartner. Auf der Homepage www.waldzoo-offenbach.de können sich Bürger über die Bewohner des Zoos und über Spendenmöglichkeiten informieren. Auch Patenschaften können übernommen werden.

Nach dem Rundgang im Zoo besichtigte Stadträtin Sabine Groß die Wildtierhilfe Schäfer und ließ sich von Tanja Schäfer den Betrieb einer Wildtierauffangstation zeigen. Verschiedene Tiere werden dort aufgenommen, gepäppelt und anschließend ausgewildert. Im Frühjahr und im Sommer werden vor allem junge und verletze Vögel, Eichhörnchen und Waschbären in die Auffangstation gebracht und gepflegt. Manche Wildtiere wie Fledermäuse, Füchse oder Rehe können hingegen nicht angenommen werden. Die Wildtierhilfe Schäfer vermittelt diese Tiere allerdings an geeignete Stellen weiter. In der Hauptsaison klingelt so bis zu 90 Mal am Tag das Telefon, aber auch in der Nebensaison rufen täglich bis zu 50 Finder von verletzten Tieren an. Dieses Jahr hat die Auffangstation bereits 350 Eichhörnchen und knapp 1.000 Vögel behandelt oder aufgezogen. Im Herbst kommen Igel dazu, bisher sind es schon rund 250. „Mit der Wildtierhilfe Schäfer haben wir neben dem Waldzoo nun eine weitere tolle Einrichtung in Offenbach, die kranken und verletzten Tieren artgerecht und professionell hilft. Nachdem die Tiere mit viel Liebe aufgepäppelt werden, können sie wieder in die Wildnis ausgesetzt werden. Dafür danke ich Tanja Schäfer und ihrer Tochter herzlich“, so Sabine Groß. Die Wildtierhilfe wird überwiegend aus Spenden finanziert und ist daher für den Betrieb auf Spenden angewiesen.

So handeln Finder richtig

Wer ein Wildtier findet, sollte dieses auf keinen Fall füttern, sondern an einen sicheren und warmen Ort absetzen. Danach kann die Wildtierhilfe kontaktiert werden. Wenn das Tier stark verletzt ist, sollte es dennoch direkt zu einem Tierarzt gebracht werden.

Die Wildtierhilfe Schäfer hat viel Erfahrung mit der Aufzucht und Pflege von Wildtieren, weswegen Finder die Tiere am besten dort abgeben sollten. Die selbstständige Pflege geht meist nicht gut aus: Ein Finder ernährte einen Vogel beispielsweise mit Erdnussbutter, woran der Vogel starb. Auf www.wildtierhilfe-schaefer.de gibt es Informationen über Erste Hilfe bei Wildtieren und zu Spenden-Möglichkeiten.

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