Regelmäßige Zusammenarbeit/ Am Anfang stand der Herzenswunsch eines schwerkranken OFC-Fans Hospizverein will mithilfe der Kickers Offenbach Flagge zeigen

Besiegelten eine langfristige Zusammenarbeit: OFC-Marketingleiter Sebastian Kunkel (Zweiter von links) und Hospizvereins-Chef Dr. Christoph Sahm, flankiert von den Hospizkoordinatoren Birgit Winter und Andreas Schmidt. Foto: p

Offenbach (red) – Am Anfang stand ein Herzenswunsch: Einmal noch wollte ein schwerkranker Fan seine geliebten Kickers auf dem Bieberer Berg spielen sehen. Mit diesem Anliegen rannte die Ökumenische Hospizbewegung Offenbach, die den Mann im Sterbeprozess begleitete, beim OFC offene Stadiontore ein. Aus der einmaligen Aktion ist eine regelmäßige Zusammenarbeit erwachsen, die Dr. Christoph Sahm, Vorsitzender des Hospizvereins, und Sebastian Kunkel, Marketingleiter des Fußballclubs, jetzt per Handschlag besiegelt haben.

„Geld können wir bekanntlich nicht geben“, sagt Kunkel lächelnd. Die Idee hinter dem vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Projekt „OFC hilft“ ist eine andere: „Wir möchten etwas von dem zurückgeben, was unser Verein von seinen treuen Anhängern empfängt.“ Und zwar vor allem in Form von Öffentlichkeit.

Bislang profitiert davon etwa die Offenbacher Tafel, die in Zusammenarbeit mit einem Supermarkt ganzjährig mit Lebensmitteln für bedürftige Familien versorgt wird und für ihre Weihnachtsessen schon 1.000 Tüten gepackt bekam. Oder das Theresien Kinder- und Jugendheim, das zehn Dauerkarten erhielt. Und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei mit einer Typisierung.

Ähnliche Aufmerksamkeit erhofft sich Sahm für die Hospizidee. „Wir möchten bekannter werden“, formuliert er das Ziel der Kooperation. Denn er hat die Erfahrung gemacht: „Viele wissen gar nicht, dass es uns gibt und was wir leisten.“ Seine Idealvorstellung ist, „dass die Menschen, wenn sie in der Situation sind, dass ein Angehöriger im Sterben liegt, sich erinnern: Da war doch was!“

Und da kommt der OFC ins Spiel. Erstmals gleich beim Kickerstag am Sonntag, 21. Juli, wenn der Hospizverein mit einem Infotisch auf dem Wilhelmsplatz Flagge zeigt. Bei einem Heimspiel in der neuen Saison gibt es ein Interview mit Sahm auf dem Rasen, beim letzten Berg-Kick vor der Winterpause bestückt der Hospizverein einen Stand im Stadion. VIP-Karten für verdiente ehrenamtliche Hospizhelfer sind für Kunkel kein Problem. Weiterhin angedacht sind Aktionen mit den Profis, zum Beispiel ein Torwandschießen beim Mainuferfest. „Das sind ganz feine Jungs, offen für alles“, versichert der Marketingmann. Auch kurzfristig lasse sich immer ein Termin mit einem Spieler oder Trainer vereinbaren.

Für Kunkel ist das Thema ein persönliches. „Beim Tod meines Vaters bin ich zum ersten Mal damit konfrontiert worden“, erzählt der Aschaffenburger, der sich auch in der Hospizarbeit für Kinder und Jugendliche seiner Heimatstadt engagiert. „Mir geht es in erster Linie um die Menschen“, betont er. Ebenso sieht er freilich einen Nutzen für die Kickers – wenn die Leute sehen, dass es sich beim OFC nicht nur ums runde Leder dreht. Anders als beim Fußball gewinnen hier also beide Teams.

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