Nicht für die Tonne Kinderparlaments-Mitglieder informieren sich über Recycling

Gabriele Siegfart, Abfallberaterin der Stadtwerke, informierte die Kinder über Mülltrennung und Recycling auf dem Wertstoffhof. Für Glühbirnen und andere Leuchtmittel etwa gibt es eine eigene Box. Foto: SOH

Offenbach (red) – Eisiger Wind pfiff durch den Offenbacher Wertstoffhof in der Dieselstraße 37, begleitet von trübem Licht und durchdringender Feuchtigkeit, doch die sieben Nachwuchspolitiker der Kinderfraktion des Offenbacher Kinder- und Jugendparlaments ließen sich nicht von einem Besuch abhalten. Mit Gabriele Siegfart, Abfallberaterin der Stadtwerke Unternehmensgruppe/Geschäftsbereich Stadtservice, diskutierten sie über den Wert von Abfällen und die verschiedenen Möglichkeiten des Recyclings anhand von praktischen Beispielen, fragten interessiert nach und ließen sich die Entsorgungswege von verschiedenen dort gesammelten Sonderabfällen erläutern.

Die jungen Besucher wurden begleitet von Vanessa Bendel, Mitarbeiterin der Stadt Offenbach, und Mareike Imholt von der Arbeiterwohlfahrt, die die Koordination und fachliche Beratung für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Offenbach übernimmt.

Auch wenn die zu den jeweiligen Abfallfraktionen sortierten verbeulten Fahrräder, alten Waschmaschinen und vertrockneten Zweige keinen guten Eindruck mehr machten: Sie alle sind kein Müll, sondern Wertstoffe, die – getrennt gesammelt und richtig weitergeleitet – noch als Ressourcen weiterverwertet werden. Deshalb werden beispielsweise auch Flaschenkorken auf dem Wertstoffhof in einer eigenen Tonne gesammelt. Die Kinder erfuhren die Hintergründe, warum alte Glühbirnen ausgedient haben, die jetzt verwendeten LED-Leuchten und Energiesparlampen aber ebenfalls nicht in die Restabfalltonne gehören. Berge von verschiedenen Bauschuttfraktionen wurden auf dem Areal ebenso besichtigt wie kunstvolle Altreifenstapel. Ein Behälter mit einem Kubikmeter Rauminhalt, etwa so viel wie ein Kofferraum, verdeutlichte den Kindern die Abfallmenge, die kostenlos von Privatleuten auf dem Wertstoffhof abgegeben werden kann.

Auch gefährliche Sonderabfälle waren ein Thema. „Wenn ihr irgendwo eine alte Autobatterie stehen seht, fasst sie wegen der darin enthaltenen Säure nicht an, sondern sagt bei unserem Kundenservice Bescheid, wir holen sie dann ab“, sagte Gabriele Siegfart den Jungen und Mädchen, die immer wieder mit überraschend detaillierten Kenntnissen über Abfallarten und ihre richtige Entsorgung glänzten. Doch waren die Kinder, die noch bis zum Herbst ein Mandat für das Nachwuchsparlament haben, nicht völlig unvorbereitet zum genauen Blick in die Sammelcontainer gekommen: Das Thema Abfall war im vergangenen Jahr ein Thema der politischen Arbeit in der Fraktion. Der Ausflug auf den Wertstoffhof bot ihnen die Gelegenheit, die Praxis des Sammelns und die Vorstufe zur Weiterverarbeitung in den Recyclinghöfen kennenzulernen.

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