Da staunt selbst die Polizei: Täter wird immer wieder mit geklautem Rad gesichtet Kuriose Verfolgsjags mit frechem Fahrrad-Dieb

Jürgen Bamberger und seine Frau Anja mit dem wiedergefunden Lastenrad vor dem Fahrradladen Artefakt in Offenbach. Foto: rz

Offenbach (rz) – Dieser Fall von Fahrrad-Diebstahl bringt selbst Polizeisprecher Rudi Neu zum Staunen: „Das ist schon außergewöhnlich dreist, was der Täter da abgezogen hat.“ Auch Ladeninhaber Jürgen Bamberger, der nun auf dem Schaden sitzt, kann immer noch kaum glauben, dass das alles wirklich geschehen ist.

Der Reihe nach: Es ist der 1. März um 11.10 Uhr. Vor dem Fahrradladen Artefakt in Offenbach am Starkenburgring stehen wie immer Räder, die zu verkaufen sind. Alle sind mit einem massiven Stahlseil gesichert. Den Dieb hindert das nicht. Er schneidet sich durch und klaut ein rotes Lastenrad der Firma „Riese und Müller“. Doch anstatt das Weite zu suchen, stellt er das Rad um die Ecke ab und schlendert wieder zum Laden, wo der Diebstahl bisher nicht bemerkt wurde. Dreist schnappt er sich das nächste Fahrrad in der Reihe. Diesmal ein 5.000 Euro teures E-Bike derselben Firma. Einem Kunden kommt das Verhalten des Mannes komisch vor. Er verständigt Jürgen Bamberger, doch da ist der Dieb schon davon geradelt. Immerhin kann der Mann den Ganoven genau beschreiben. Relativ groß und schlank soll er sein, dazu einen blonden Vollbart tragen.

Zeugen sehen den Mann und das auffällige Rad sogar und melden es. Der Dieb düst damit offenbar seelenruhig durch die City. Die Täterbeschreibungen sind identisch. „Wir sind dann auch rumgefahren und haben Ausschau gehalten, aber wir haben ihn nicht gefunden“, sagt Bamberger.

Am nächsten Tag dann die große Überraschung. Das noch viel auffälligere rote Lastenrad steht in Ladennähe an einen Poller gekettet. Doch von dem anderen Rad und dem Dieb fehlen in den darauffolgenden Tagen jede Spur. Lediglich ein unbekanntes Fahrrad, das neben dem Laden an einen Laternenmast gekettet ist, fällt Jürgen Bamberger auf. „Wir haben noch so im Spaß gesagt, dass das vielleicht dem Dieb gehört und er irgendwann zurückkommt, um es abzuholen.“ Und tatsächlich: Der Dieb kommt eines Abends, um sein Fahrrad abzuholen. Was er nicht weiß: Bamberger und ein paar Bekannte sind noch im Laden.

„Die Beschreibung hat perfekt gepasst“, sagt der Ladenbesitzer. Er schnappt sich ein Fahrrad und verfolgt den Gauner. Der merkt schnell, wer da hinter ihm her ist und tritt in die Pedale. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Offenbach beginnt. Am Ende verschwindet der Dieb in einer Hauseinfahrt. Als Bamberger diese erreicht, ist der Bärtige wie vom Erdboden verschwunden.

Besonders gerissen scheint der Täter dennoch nicht zu sein. Polizeisprecher Rudi Neu: „Das ist schon eine ganz neue Vorgehensweise, wenn jemand so ein teures und auffälliges Fahrrad für sich selbst klaut und dann damit auch noch durch die Gegend fährt.“

Der Druck auf den Täter steigt nämlich von Minute zu Minute an. Denn Bamberger und seine Frau Anja machen in den Sozialen Netzwerken mobil und suchen nach Zeugen. Bamberger: „Eigentlich kann der keinen Schritt mehr vor die Tür machen, ohne erkannt zu werden.“

Auf dem Schaden bleiben die beiden Ladenbesitzer unterdessen sitzen. Ihre einzige Hoffnung. „Wir wünschen uns, dass sich der Täter vielleicht doch noch besinnt und das Rad hier vor dem Laden nachts anschließt“, sagt Jürgen Bamberger. Er stellt dem Dieb in Aussicht: „Dann würden wir die Sache auch nicht weiter verfolgen.“

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