Arbeiten am unansehnlichen Toys’R’Us-Gebäude in der Innenstadt starten Langersehnte Abrissbirne

Freude übers erste Loch in der Gebäudewand bei Oberbürgermeister Felix Schwenke (von links), Baudezernent Paul-Gerhard Weiß und den Bauherren Michael Dietrich und René Rudolph. Foto: Stadt Offenbach/Georg

Offenbach (red) – Mit einem symbolischen Akt haben Oberbürgermeister Felix Schwenke, Baudezernent Paul-Gerhard Weiß sowie die beiden Investoren Michael Dietrich und René Rudolph den Abriss des ehemaligen Toys’R’Us-Gebäudes in der Offenbacher Innenstadt eingeleitet. Das gewaltige Gebäude aus den Siebziger Jahren weicht einem neuen Komplex aus vier unterschiedlichen Bauteilen. Abgerissen wird bis zum Sommer 2020 der große westliche Teil des bestehenden Parkhauses mit den dazugehörigen Verkaufsflächen. An dessen Stelle entsteht ein neues Gebäude mit Wohnungen, Büros und Einzelhandelsflächen sowie in einem späteren Bauabschnitt ein 18-stöckiges Wohn- und Geschäftshaus. Der östliche Teil des Parkhauses wird kernsaniert und bietet künftig 650 Fahrrad- und 365 Pkw-Stellplätze. Weiterhin wird das Gebäude über eine Kita auf dem Dach verfügen.

Baudezernent Paul-Gerhard Weiß lobte den langen Atem, den die beiden Investoren bis heute gezeigt haben: „Das Projekt war ausgesprochen anspruchsvoll und an dieser sensiblen Stelle der Innenstadt mussten viele unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden. Das hat dann zugegebenermaßen auch etwas länger gedauert, aber das Ergebnis zählt.“ Für die Stadt von besonderem Wert ist, so Weiß, die Wiederherstellung einer historischen Wegebeziehung: So entsteht wieder ein direkter Zugang vom Salzgässchen in die Sandgasse. Damit wird das langgezogene Grundstück aufgebrochen – es entsteht ein neuer Platz, der von Außengastronomie gesäumt werden soll und Passanten Licht und Raum gibt. „Diese Lösung ist ein enormer städtebaulicher Gewinn“, sagt Weiß.

Oberbürgermeister Schwenke zeigte sich erfreut über den nun begonnenen Abriss: „Viele Menschen sehnen diesen Abriss schon lange herbei. Es gibt aber auch Offenbacher, die persönliche Erinnerungen mit dem Gebäude verbinden. Sie kennen es noch als Bieberhaus oder wie ich als Massa. Das Haus hatte seine Zeit, in der es passte und gut genutzt war. Mit dem Abriss verschwindet deshalb auch ein Stück Identität und Geschichte Offenbachs. Aber: Die Zeit des Hauses war vorbei. Es passt so nicht mehr an diese Stelle. Deshalb ist es gut, dass es nun wegkommt“, so Schwenke. „Dass das Vorhaben in der jetzigen Lage begonnen wird, macht mir Hoffnung, dass die Offenbacher Innenstadt trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen durch Corona eine Chance hat, weil es Menschen gibt, die an die Innenstadt glauben. An diesem Ziel arbeiten wir auch mit dem Zukunftskonzept Innenstadt, das wir schon bald der Öffentlichkeit vorstellen werden, in der jetzigen Krisenzeit weiter.“

Stadtrat Weiß erinnerte zudem daran, dass sich dem Neubau an der Berliner Straße zwei weitere wichtige Projekte anschließen: der bereits begonnene Umbau des City-Centers direkt gegenüber sowie die Ende 2020 startende Neugestaltung des Marktplatzes durch die Stadt Offenbach. „Der Marktplatz ist mit seinem zentralen Umsteigepunkt auf Busse und S-Bahnen der meist frequentierte Ort der Innenstadt und ihre Visitenkarte. Und mit diesen Projekten verbessern wir das Erscheinungsbild des Marktplatzes nachhaltig.“

Auch Michael Dietrich und René Rudolph freuen sich sehr, nach vier Jahren Entwicklungszeit einen ersten großen Schritt des Projektes angestoßen zu haben. „Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen, jedoch soll nach erfolgtem Abriss im Sommer die Sanierung des verbleibenden Parkhauses ohne Unterbrechung fortgeführt werden“, so die Investoren. Der Gebäudeteil, der im Osten stehen bleibt, erhält eine neue Fassade, die Kita wird durch einen Neubau auf dem Dach des Gebäudes auf vier Gruppen erweitert, die Parkebenen werden saniert und im Erdgeschoss wird eine Ladenfläche entstehen. Die neue Fassadengestaltung wurde von dem Berliner/Hamburger Architekten Tchoban Voss entwickelt.

Der westliche Baukörper befindet sich immer noch, bedingt durch die Corona-Pandemie, im Bebauungsplan-Verfahren. „Wir hoffen mit der Rechtskraft bis Jahresende“, so Dietrich. An Stelle dieses Bauteils, der jetzt abgerissen wird, soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus verwirklicht werden – im Erdgeschoss und Obergeschoss mit Dienstleistung, Einzelhandel und Gastronomie, darüber werden 60 Eigentumswohnungen und 40 Einheiten für temporäres Wohnen für Studenten entstehen. Baubeginn hierfür ist Anfang 2021 geplant und Fertigstellung innerhalb von zwei Jahren.

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