Kistenrollen bei der siebten Auflage Offenbacher feiern Nordendfest am Goetheplatz

Die Kistenrutsche ist auf jedem Fest genauso wichtig wie die Hüpfburg. Ein Muss für jede anständige Kinderbespaßung. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Das Stadtteilbüro hat vor seiner Tür am Goetheplatz die siebte Auflage des Nordendfestes veranstaltet. Beim ersten Fest 2010 suchten manche Besucher vergeblich nach einen Kuchenstand. Ein Jahr später sprangen Mitglieder der Johannesgemeinde ein und füllten die Marktlücke. Dabei blieb es bis heute.

Heide Alouzbaki hilft beim Verkauf. Die Frau wohnt schräg gegenüber des Goetheplatzes im Haus der Gemeinde neben der Kirche. Durch die hatte Pfarrer Thomas Jourdan mittags Interessierte geführt, durch die typische Architektur der 60er-Jahre. In den Kirchen aus jener Zeit müssten sich auch Feuerwehrmänner heimisch fühlen. Zumindest der Kirchturm ähnelt wie in vielen Städten auch im Nordend modernen Feuerwehrtürmen. Für Alouzbaki ist das kein Grund, sich im Gotteshaus der Gemeinde unwohl zu fühlen. Ihr Sohn kam extra von weit weg wieder her, um in seiner Heimatgemeinde zu heiraten, „die Atmosphäre hat etwas“. Die Protestanten bilden im Nordend schon lange eine religiöse Minderheit. „Ein Problem ist das nicht, wir kommen gut miteinander aus“, betont die Erzieherin.

Hüpfburg und Kistenrutsche für Kinder

Bis vor sechs Jahren arbeitete Heide Alouzbaki im Gemeinde-Kindergarten. Dann schloss dort die Türe, 15 Kinder waren zu wenig. Alouzbaki wechselte zur Kita der Stadtkirche. Auf dem Fest dürfen eine Hüpfburg und eine Kistenrutsche natürlich auf keinen Fall fehlen. Das sind die Selbstläufer der Bespaßung. Manche Kinder stellen sich immer wieder für die Kistenfahrt an, andere kommen von der Hüpfburg gar nicht mehr runter.

Katja Werner steht zusammen mit Tuba Inal und Fachria Heschemi vor dem Stadtteilbüro an einem Stand. Gegen Spenden gibt es hier überwiegend selbst gebastelten Schmuck. Die Integrationspreisträgerin Werner kümmert sich ehrenamtlich im Stadtteilbüro am Goetheplatz darum, dass die Kinder von der Goetheschule gegenüber morgens nicht ohne Frühstück einlaufen. Täglich kommen 100 Schüler vorbei, um eine leere Frühstücksbox gegen eine volle einzutauschen. 20 Mal frühstücken kostet 15 Euro.

Elternlotsen und Hausaufgaben-Hilfe

Die beiden anderen Frauen engagieren sich als Elternlotsen an der Goetheschule. Die Mütter, die Probleme mit Behörden haben und beim Lesen der Formulare, an denen schon Deutsche scheitern, nur Bahnhof verstehen, finden bei den beiden Frauen Rat und Hilfe. Heschemi stammt aus Afghanistan. Sie spricht neben Paschtunisch und Dari und Deutsch auch noch fließend Russisch. Für gebildete Afghaninnen gab es schlechtere Zeiten als jene, als sowjetische Truppen in den 80er Jahren das Land besetzen. Heschemi ging 1985 nach Leningrad zum studieren. Mit dem Abschluss der Textilingenieurin verließ sie die Universität. Später musste sie mit ihrem Mann, einem Bauingenieur, die Heimat verlassen. Genauso wie Katja Werner kommt auch Fachria Heschemi mittags hier vorbei, um Kindern und Jugendlichen Nachhilfe zu geben. Fächer wie Mathe und Physik sind für die Frau natürlich reine Fingerübung.

Früher wurde vor dem Jugendzentrum gefeiert

Früher fand das Nordendfest an der Johannes-Morhart-Straße vor dem Jugendzentrum statt. Der Goetheplatz, den es als Postadresse gar nicht gibt, bot sich nach dem Umbau für einen Neustart an, erklären Quartiersmanager Marcus Schenk und Wolfgang Malik, Leiter des nahen JUZ und Präsident des Boxclubs Nordend. Eigentlich hätten junge Boxer aus dem Club heute ein kleines Showtraining absolvieren sollen. Doch die sind durch einen Wettkampf in Osteuropa verhindert. Schenk und Malik hatten das Fest zusammen mit Bürgermeister Peter Schneider und Katja Werner eröffnet. Am Transporter der GBO malen und basteln Sabrina Bautz und Juliane Nakelski von der Jugendkunstschule mit Kindern unterm aufgespannten Dach. Bautz erzählt von der Begeisterung der Kinder, die auch dann noch Libellen aus Ton formen.

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