Wohnanlage in der Senefelder Straße – Eine ganz besondere Atmosphäre Seit 35 Jahren ein Zuhause für Menschen mit Behinderung

Die Wohnanlage in der Senefelder Straße hat sich in den letzten 35 Jahren stetig verändert. Foto: p

Offenbach (red) – Die Wohnanlage Offenbach der Behindertenhilfe Offenbach wurde im Januar 1985 eröffnet. Im Laufe des Jahres zogen 42 Bewohnerinnen und Bewohner ein. In den vergangenen 35 Jahren hat sich viel getan - sowohl in der Wohnanlage als auch in der Gesellschaft.

Fast schon symbolisch wirkt die damalige Lage des Neubaus: abseits von der Stadt, ohne direkte Nachbarn in der Senefelder Straße. Menschen mit Behinderung sollten in den 80er-Jahren möglichst außerhalb des Blicks der Gesellschaft leben. „Die Stigmatisierung von Menschen mit Behinderung war damals sehr groß. Wir sind aufgefallen, wenn wir mit einer Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern einen Ausflug in die Stadt unternommen haben.“, erzählt Ralf Wellhöfer, der die Wohnanlage Offenbach aufgebaut und 33 Jahre lang geleitet hat.

Seitdem hat sich Vieles geändert. Für die Wohnanlage Offenbach brachte insbesondere das Ringcenter-Zentrum einen Wandel. Ralf Wellhöfer erinnert sich: „Das Einkaufszentrum hat den Bewohnerinnen und Bewohnern eine ganz neue Welt eröffnet. Sie konnten selbst kleine Einkäufe erledigen oder ins Eis-Café gehen, auch ohne Begleitung. Das bedeutete damals eine neue und große Freiheit für sie, denn endlich konnten sie sich mitten in der Gesellschaft bewegen.“

„Heute nehmen Menschen mit Behinderung zum Glück selbstverständlicher und selbstbewusster am Leben in der Stadt und in der Gesellschaft teil“, berichtet Andreas Schwab, seit 2018 Leiter der Wohnanlage Offenbach. „Es hat sich außerdem geändert, dass es seit vielen Jahren verschiedenste externe Angebote gibt, an denen Menschen mit Behinderung teilnehmen können. Früher spielte sich das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner hauptsächlich in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung und in der Wohnanlage ab. Heute findet Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben mitten in der Gesellschaft statt.“

In der Wohnanlage Offenbach wurde schon immer ein besonderer Wert darauf gelegt, die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Formulierung und Umsetzung ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu begleiten. Dadurch, dass es nun viele neue Angebote für Menschen mit Behinderung gibt, hat sich auch das Arbeitsfeld der Mitarbeitenden in der Wohnanlage Offenbach verändert. War früher der Fokus noch, viele Angebote in der Wohnanlage zu schaffen, versucht man heute eher, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern persönlich passende externe Aktivitäten zu finden. Eines ist aber in den 35 Jahren gleich geblieben, erzählt Andreas Schwab: „Dort arbeiten, wo Menschen ihr Zuhause haben, ist etwas Außergewöhnliches. Die Mitarbeitenden müssen eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Bewohnerinnen und Bewohner jederzeit zuhause und wohl fühlen.“ Um das zu ermöglichen, müsste es auch den Mitarbeitenden an ihrem Arbeitsplatz gut gehen. „Wir denken, das ist uns gut gelungen. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten schon seit Jahren oder sogar seit Jahrzehnten gerne in der Wohnanlage Offenbach.“, berichten Wellhöfer und Schwab. So ist über die letzten Jahrzehnte eine ganz besondere Atmosphäre entstanden, in der sich sowohl Mitarbeitende als auch Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen. Andreas Schwab und seine Stellvertreterin Tina Schenk sind stolz auf ihr Mitarbeiterteam: „Auch in der Corona-Pandemie haben wir es bisher geschafft, die Bewohnerinnen und Bewohner in dieser schwierigen Zeit gut zu begleiten und die gute Stimmung in der Wohnanlage aufrechtzuerhalten.“

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