„Eher unspektakuläres Vogeljahr“: Ornithologischer Jahresbericht 2019 veröffentlicht Sorgen um die Turteltaube

Klaus Fiedler (links), Vorstandsmitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, überreicht dem Offenbacher Stadtrat Paul-Gerhard Weiß ein Exemplardes Jahresberichts 2019, den eine der gesichteten Zwergdommeln ziert. Foto: Stadt Offenbach

Offenbach (red) – Ob Amsel, Drossel, Fink und Star, wie in dem bekannten Volkslied, wirklich da sind und welche anderen Arten im Himmel in der Region um Offenbach ihre Bahnen ziehen, weiß, wer einen Blick in den „Ornithologischen Jahresbericht“ wirft. Seit 2014 veröffentlichen der NABU Kreisverband Offenbach und die HGNO Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz jedes Jahr eine Bestandsaufnahme. Für den unlängst veröffentlichten 36. Sammelbericht wurden rund 24.000 Meldungen von 160 Personen ausgewertet, die 203 Vogelarten und Hybriden erfasst hatten.

Der Bericht fokussiert auf Stadt und Kreis Offenbach, gibt aber Auskunft über die Ergebnisse der Wasservogelzählungen am Frankfurter Ostparkweiher und am Mainabschnitt zwischen den Staustufen Offenbach und Frankfurt-Griesheim sowie Beobachtungen in Steinheim und Klein-Auheim und im Kreis Offenbach.

Insgesamt beschreiben die Macher des Berichts das vergangene Jahr im Hinblick auf die Vogelwelt als eher unspektakulär. Bemerkenswert ist, dass ein Kiebitzpaar am letzten Brutgebiet festhält und erfolgreich gebrütet hat. Auch Bruten der Rohrweihe und vom Rotmilan ragen aus dem Geschehen heraus, ebenso vermehrte Beobachtungen von Wachteln. Der Weißstorch war erneut mit drei Brutpaaren vertreten, die acht Jungvögel aufgezogen haben. Zwei von ihnen sind leider verunglückt beziehungsweise verschwunden. Ein weiterer Brutversuch ist durch ungünstige Witterungseinflüsse gescheitert.

Ein Highlight für die Vogelkundler waren die Nachweise von zwei Paaren der Zwergdommel. Demgegenüber gab es keinen Brutversuch des Schwarzhalstauchers und von der Turteltaube wurde nur eine Beobachtung gemeldet. Die Verfasser des Berichts vermuten, dass diese Art bald in der Region ausstirbt. Aber auch Zugvögel wurden beobachtet, so wurden ein Uhu, eine Schwarzkopfmöwe, mehrere Bienenfresser, ein Ortolan und ein Austernfischer gesichtet.

Der Jahresbericht 2019 (ISSN 2193-8695) ist erhältlich bei P. Erlemann, Gräfenwaldstraße 30, 63169 Obertshausen (peter_erlemann[at]web[dot]de) oder D. Eberhard, Heusenstammer Weg 24, 63110 Rodgau (eberhard.dagmar[at]t-online[dot]de).

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