Parkour-Läufer zeigen beim Stadtteilfest ihr Können Mit Sprüngen und Saltos durchs Senefelder Quartier

Waghalsig sieht das Parkour-Laufen mitunter aus, doch die jungen Sportler wissen ganz genau, was sie sich zutrauen können. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Am Sonntag eröffnete Bürgermeister Peter Schneider im Namen der Stadt und des Quartiersmanagements Offenbach auf der 7.000 Quadratmeter großen Fläche des ehemaligen Werksgeländes von Man Roland das gut besuchte Stadtteilfest im Senefelder Quartier.

Dort, wo in früheren Jahrzehnten die Angestellten Druckmaschinen produziert hatten, entstand in den vergangenen Jahren ein neues Wohnviertel samt eines parkähnlichen Areals. Hier wird es allerdings noch so lange recht kahl aussehen, bis die gepflanzten Bäume endlich als Schattenspender taugen.

Sprung über die Betonplatten

„Außerdem hat der Park noch keinen Namen“, bemerkt Peter Schulz vom Jugendbistro an der KJK Sandgasse. Der Sozialpädagoge gilt als Spezialist für die Organisation von Fußballturnieren. Heute kicken hier auf dem abgesperrten Feld sechs Mannschaften bei den Jugendlichen und drei bei den Kindern um den Turniersieg. In der Parkour-Szene ist Fußball nach Aussage von Matthias Voß jedoch alles andere als en vogue. Der 23-jährige Darmstädter nimmt Anlauf, um über mehrere Betonplatten zu springen.

Parkour ist eine Bewegungsart, die ihren Ursprung in Paris hat. Dort machten Jugendliche unter dem Postulat „Wir erobern uns die Urbanität zurück“ Betonabsätze zu ihrem Terrain für verwegene Sprünge. Im Park richtete die Stadt eine Möglichkeit ein, wo sich die Offenbacher Jungend im Parkour üben kann.

Jugendbildungswerk ermöglicht Parkour-Training

Matthias Voß ist heute durch seine Bekanntschaft mit den Brüdern Georgij (24) und Vassilij Sosunov (23), die hier zweimal in der Woche im Auftrag des Jugendbildungswerks meist zwischen vier und acht Jugendliche trainieren, nach Offenbach gekommen.

Es komme darauf an, erklärt Georgij, die eigenen Grenzen zu erkennen, sich schrittweise an höhere Schwierigkeiten heranzutasten. Der studierte Sozialarbeiter erzählt, wie er einst mit seinem Bruder zusammen auf den Geschmack kam, „durch einen Besuch bei der Oma im russischen Konakowo“. Im Schwimmbad kamen die beiden mit Jugendlichen ins Gespräch, die Rückwärtssaltos zeigten und ihnen erklärten, das sei Teil des Parkour-Trainings.

Nussknacker-Suite statt Hip-Hop

Auf der Bühne im Quartier erklingen derweil ungewohnte Töne: Nussknacker-Suite statt Hip-Hop. Karin Zein, die Leiterin des Stadtteilbüros Senefelder Quartier, erklärt, wie der Kontakt zur Ballettschule Schneidereit zustande kam, die im Viertel trainieren lässt. Zeins Kollegin Anika Grill hatte dort als Kind bei einer Aufführung die Rolle eines Regentropfens übernommen. Da lag es für Grill nahe, bei Monika Schneidereit anzufragen, ob sich ihre Schule beim Fest präsentieren wolle.

Ansonsten kredenzen die Frauen vom Bildungsverein Lotus türkische Süßigkeiten, bei der Offenbacher Tafel gibt es etwas zu trinken. Auch die Caritas ist mit einem Stand vertreten. Die Leiterin Anette Bacher erzählt, dass die Organisation gerade von der Flüchtlingshilfe die Teestube im Bundesamt für Migration am Kaiserlei übernehme. Außerdem kümmere sich die Caritas in einem Projekt mit dem Titel „Aufbruch Süd“ um arbeitslose Frauen, die mindestens 27 Jahre alt sind und in der südlichen Innenstadt leben, also auch im Senefelder Quartier. Im Angebot stehen vor allem Näh- und Sprachkurse.

Musikalisch tritt unter anderem die junge Sängerin auf, die sich „Maria the Voice“ nennt und sich quer durchs Pop-Repertoire der letzten Jahre singt. Die Offenbacher Gospel-Band „The Flavor Spot“ sorgt gegen Ende des Fests für Stimmung.

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