Jugendfarm feiert großes Frühlingsfest Tarek Al-Wazir eröffnet Bienenhaus in Offenbach

Tarek Al-Wazir assistiert dabei, das Band zum Bienenhaus durchzuschneiden. Sein Wirtschaftsministerium finanzierte das Projekt aus Lotto-Einnahmen. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Zur Saisoneröffnung am vergangenen Sonntag begrüßten die Organisatoren der Kinder- und Jugendfarm hunderte Besucher – es herrschte zuvor jedoch die berechtigte Angst, dass bei lausigem Wetter kaum jemand erscheint.

Wer sich ein paar Tage vorher den Wetterbericht für Offenbach angesehen hatte, der musste damit rechnen, dass das anberaumte Frühlingsfest auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm an der Buchhügelallee Wind und Wasser zum Opfer fällt: Eiskaltes Wetter lautete das meteorologische Resümee.

Am Mittwoch hatte Simon Isser, Vorstandsmitglied im Farm-Verein, angekündigt, er wolle einen Pakt mit dem Wetteramt schließen. Der funktionierte. Mit Frühling haben die Temperaturen zwar gar nichts gemein, überraschenderweise bleibt es aber trocken und die Sonne scheint sogar. „Ich wäre auch bei Hagel gekommen“, kann Tarek Al-Wazir jetzt ganz entspannt formulieren. Der stellvertretende Ministerpräsident eröffnet das Bienenhaus, das sein Wirtschaftsministerium über hessische Lotto-Einnahmen finanzierte. Hier bekommen die Kinder von der Imkerin Corinna Böhme-Prömper etwa gezeigt, wie die für den Gesamtorganismus überlebenswichtigen Insekten den Honig in die Waben ablegen. Die Stöcke der Völker stehen ein paar Meter hinter einem Zaun entfernt. Den meisten Bienen ist es jedoch zu kalt, um dem Minister etwas vor zu summen.

Naturprozesse verstehen

Simon Isser erklärt, solche Projekte dienten dazu, den Kindern Naturprozesse am konkreten Beispiel zu erläutern, „der Honig wächst schließlich nicht im Supermarkt“. Das deckt sich mit dem Ansatz von Willy Juch, Lehrer an der Waldschule Tempelsee. Der Pädagoge ist Ansprechpartner des Arbeitskreises der Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze in Hessen. Im Land gibt es mittlerweile 17 mit Offenbach vergleichbare Areale. Juch sieht die weniger als Freizeit-, denn als Bildungseinrichtungen. Im Sommer kommt er einmal die Woche mit Grundschülern an der Buchhügelallee vorbei, um im Nutzgarten zu pflanzen und nach dem Rechten zu schauen. Juch fordert drei Farmen in Offenbach, „in Stuttgart gibt es 23“.

Zum Frühlingsfest erscheint traditionell viel lokale Prominenz. Einer nach dem anderen schaut vorbei, etwa Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) und Peter Freier, CDU-Fraktionschef im Stadtparlament. Bekanntheit erarbeitet sich in den letzten Jahren auch Andre Veit. Der engagierte Juso kann die Preise, die es beim Glücksrad zu gewinnen gibt, schon auswendig. Wer den ersten Platz macht, hat die Auswahl zwischen Thermobecher und Picknickdecke. Zum dritten Mal hilft Veit an der Station aus, heute zusammen mit Christopher Paul, der stellvertretende Vorsitzende des Wählervereins „Junges Offenbach“. Nebenan lassen die zwölfjährige Melanie und ihre Großmutter Margarete Kempf im Heuhaufen suchen. Keine Nadel, aber einen Tennisball und ein rotes Stoffherz. Wer beides findet, darf sich ein Springseil oder ein Spielzeugauto aus der Kiste greifen.

Spiel, Spaß und Musik

Eine wie Mechthild Dänner vom Kinderschutzbund schaut semi-privat vorbei. Ihr Verein unterstützt die Farm finanziell. Spaß macht der Besuch auch ihren beiden Enkelkindern Jonathan und Lisa. Nach dem Fest dürfte Peter Bugert seine Arme spüren. Er unterrichtet ansonsten unweit an der Käthe-Kollwitz-Schule. Irgendwann kommt der Mann außer Atem, der ein bäuchlings liegendes Kind nach dem anderen auf dem riesigen Springball hüpfen lassen muss. Dazu passt der Auftritt der Icebreakers. „Über den Wolken“ intoniert das Orchester der Stadtgarde.

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