Offenbacher Woche/ Fortsetzung Seite 3

Eine Veranstaltung mit langjähriger Tradition

Offenbacher Fastnachtsaristokratie gibt sich die Ehre: Manfred Roth (Prinz von 1980), Thomas Isser (Prinz von 2008), Simone Klasterka und Michael Wolfram (von links), das Prinzenpaar von 2016. Foto: man

Offenbach (man) –Die erste Offenbacher Woche datiert auf 1995. Anlass war die frisch eingeweihte S-Bahn, als es möglich wurde, in ein paar Minuten vom Marktplatz zur Konstablerwache oder zum Hanauer Hauptbahnhof zu gelangen. „In Offenbach gelten schon zwei Veranstaltungen in Folge als Tradition“, formulierte der ehemalige Oberbürgermeister Horst Schneider gerne. Mit 23. Auflage vom letzten Freitag bis zum Montag trifft der Begriff tatsächlich längst zu. Das viertägige Fest um den verkaufsoffenen Sonntag veranstaltet der Gewerbeverein Treffpunkt Offenbach, der sich ebenfalls 1995 gründete. Wegen Fronleichnam lag das Finale diesmal auf dem Montag. An der Frankfurter Straße befindet sich neben der „Apotheke zum Löwen“ der Sekt- und Bowlen-Stand des Offenbacher Karnevalvereins (OKV). Den gab es schon immer, der lässt sich nicht wegdenken. Hinter der Theke bedienen gerade Silvia Moog, Simon Isser und Horst Weikum. Der eine amtierte 2009 als Fastnachtsprinz, Weikum ist immer noch im Amt, auch wenn der Rumpenheimer seit Aschermittwoch dem Volk nicht mehr zuwinken muss. Beim OKV gönnen sich Stadtkämmerer Peter Freier mit Gattin Antje Freier sowie das Ehepaar Christina Hagedorn und José Hernandez-Martinez Getränke fürs Gemüt

Christina und José agierten 2015 als Prinzenpaar. Wie immer organisierte Günter Doll die Bands. Der pensionierte frühere Leiter des Kulturbüros arbeitet mit Klaus Kohlweyer zusammen, dem Vorsitzenden des OKV und des Gewerbevereins.

„Kohlweyer kümmert sich um die Stände, ich um die Musiker“, beschreibt Doll die Aufgabenteilung. Wie jede Open-Air-Veranstaltung steht, und fällt auch die Offenbacher Woche mit dem Wetter. Bei nasskaltem Klima hätte am Freitagabend kaum jemand vor der Bühne gestanden, falls Cuba Vista überhaupt aufgetreten wäre. Der Abend steht unter der Überschrift „Zauber der Karibik“. Den Takt bestimmt der Salsa. Die Cuba-Vista-Sängerin Mireya Coba Cantero und das gesamte Quintett legen jede Menge rhythmische Raffinesse in ihre Songs, so etwa in das weit bekannte Lied „Guantanamera“. Rasch sammeln sich vor der Bühne Paare, die augenscheinlich etliche Salsa-Stunden in den Beinen haben. Das zeigt sich insbesondere an ihren eleganten Hüftschwüngen und Drehungen. Der Betonarchitektur um den Stadthof zum Trotz, strahlen Musiker und Tänzer Lebensfreude aus. Zum ersten Mal setzte Günter Doll auf die karibische Variante, „dass es so gut ankommt, hätte ich nicht gedacht“. Im Anschluss steigt die Formation Salsa Verde auf die Bühne, die bis weit nach 23 Uhr das Publikum mit ihrem satten Bläsersound unterhält.

Doll erzählt, wie vor etwa 13 Jahren der Gewerbeverein die Organisation vollständig übernahm. Doll und Kohlweyer entschieden sich für „Klotzen statt Kleckern“

So treten während der Offenbacher Woche etwa bekannte Interpreten auf. Vor ein paar Jahren kamen Fans aus Birmingham zu The Sweet an den Main. Doll erinnert sich an viele Thüringer und Sachsen, die Karat hören wollten. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Woche spielt die „Münchner Freiheit“ auf, deren Zusammensetzung sich seit 1983 kaum veränderte. Zwischen 4.000 und 5.000 Besucher könnten es sein, die sich vom Rathaus bis hoch zur Frankfurter Straße drängen, um die Gelegenheit nicht sausen zu lassen, die prominente Band ohne Eintritt zu hören. Kohlweyer spricht von einem „super Knaller“. Am Sonntagabend zieht der Kohlweyer ein erstes Resümee zur Offenbacher Woche, während gut 400 Leute der Country-Musik der Band „Louisiana“ lauschen: „Besser hätte es nicht laufen können.“

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