Die „Anti-Apartheids-Bank“ von Norbert Biba steht vor dem Rathaus

Ein wanderndes Objekt für Freiheit und Frieden

Künstler Norbert Biba, OB Dr. Felix Schwenke, Stadtrat Holger Horster und Michael Axt (von links) hinter der „Anti-Apartheids-Bank“ auf dem Stadthof. Foto: Stadt Offenbach/ Georg/ p

Offenbach (red) – Die vom Künstler Norbert Biba gestaltete „Europeans Only-Bank“ steht nun auf dem Stadthof vor dem Offenbacher Rathaus. Stadtrat Holger Horster hatte Oberbürgermeister Felix Schwenke vorgeschlagen, dass die sogenannte „Anti-Apartheids-Bank“, die bereits an anderen Orten in Offenbach zum Nachdenken und Innehalten eingeladen hat, auch einen Platz am Rathaus erhält.

„Die Bank erinnert an die dunkle Geschichte der Apartheid in Südafrika, die eng mit dem europäischen Gedanken der Rassentrennung verbunden ist“, sagte Schwenke anlässlich der Aufstellung der Bank.

„Sie soll uns an die Werte und Errungenschaften erinnern, die die europäische Zivilgesellschaft in vielen Jahrzehnten des Miteinanders erkämpft hat. Das hat mich überzeugt, dem Vorschlag von Stadtrat Horster zu folgen.“ Bänke mit der Aufschrift „Whites only/Europeans only“ (Nur für Weiße/Nur für Europäer) waren im Südafrika der Apartheid typisch.

Farbigen und Schwarzen war das Hinsetzen unter Strafandrohung verboten. Die Bezeichnung „Europeans only“ fand sich darüber hinaus an vielen Einrichtungen und Gegenständen.

Norbert Biba, der enge Kontakte zu Südafrika pflegt, entdeckte 2006 gemeinsam mit dem nordirischen Künstler Philip Napier im Apartheid-Museum Johannesburg die Bänke mit dieser Aufschrift.

„Sie inspirierten mich, eine solche Bank nachzubauen, um mit ihr als wanderndes Objekt für Freiheit und Frieden zu werben. Denn beides ist nicht selbstverständlich.“

Bibas Kunstwerk mit neuen Fotografien ist in Schwarz und Weiß angestrichen, um die Rassentrennung zu symbolisieren und gleichzeitig zu überwinden: „Warum trennen, obwohl alle Menschen gleich sind“, fragt sich der Künstler und knüpft damit an die frühere Apartheid in Südafrika an. Für Schwenke hat die Bank genau aus diesem Grund einen hohen symbolischen wie auch aktuellen politischen Wert. „Auch im heutigen Europa brauchen wir mehr Miteinander und gemeinsame Aktivitäten und weniger nationale Alleingänge“, ist Schwenke überzeugt. Die Bank steht nun zwei Wochen lang vor dem Offenbacher Rathaus. Bereits zuvor war sie in der Offenbacher Fußgängerzone und an der Offenbacher Volkshochschule aufgestellt. Zu den weiteren Stationen bisher zählten der Frankfurter Römer, Hanau, die Dokumenta in Kassel und die Frankfurter Buchmesse. Als nächste Stationen sind die Frankfurter Nordweststadt und weitere Städte, darunter Bad Nauheim und Groß-Gerau, vorgesehen.

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