Offenbachs höchstgelegene Kita ist wieder in Betrieb Wo die Wolkenwichtel zuhause sind

Die Spielgeräte sind schon da, Hochbeete und Bepflanzung für das Außengelände der höchstgelegenen Kindertagesstätte Offenbachs auf dem Parkhaus an der Berliner Straße folgen noch. Bild: privat

Offenbach – Der Name ist Programm: Nur die Wolken sind über ihnen in der Kita „Wolkenwichtel“ – die einstige „Kinderkiste“ an der Ziegelstraße hat sich zur Wiedereröffnung einen neuen Namen gegeben. Auch die Hausnummer hat sich geändert, aus 27 wurde 29. Geblieben ist, dass die Kindertagesstätte des Internationalen Bunds (IB) die höchstgelegene Offenbachs ist – höher als auf dem Dach des Parkhauses an der Berliner Straße ist keine andere untergebracht.

Seit Ende Mai ist die Kita wieder geöffnet, anfangs arg improvisiert, denn es fehlte an Möbeln. Inzwischen sind neue geliefert, die übergangsweise genutzten werden nach und nach aussortiert.

Verbesserungen sind überall sichtbar: Statt vorher 370 Quadratmetern Fläche hat die Kita 780 zur Verfügung: Die Räume sind groß und hell, die Freifläche mit weichen Matten ausgelegt, dazu eine ansteigende, abgestufte Fläche, auf der bei Vorführungen die Zuschauer Platz nehmen.

Wie früher ist einzig Ballspielen auf dem Dach verboten, ansonsten darf nach Herzenslust getobt werden – Beschwerden sind keine zu befürchten. Vom Lärm der Straße ist nichts zu hören, einen Blick in Richtung Innenstadt gibt es aber nicht: Eine hohe, weiße Wand begrenzt die Sicht von den Betreuungsräumen aus. „Die Wand wird noch von den Kindern bunt gestaltet“, sagt Kita-Leiterin Heike Hartmann.

Hochbeete müssen ebenfalls noch angelegt werden, denn es fehlt etwas an Grün. „Das kommt alles noch, ebenso weitere Spielgeräte draußen. Erst einmal sind wir froh, nicht mehr im Container zu sein“, sagt Hartmann.

Drei Jahre war die Kita in Containern untergebracht, während das Einkaufszentrum abgerissen und das Parkhaus saniert wurden. Nach der ursprünglichen Planung war ein Jahr im Container vorgesehen, doch daraus wurde nichts. Schmutz und neugierige Blicke seien während der Übergangszeit das größte Problem am Kleinen Biergrund gewesen, sagen die Erzieherinnen.

Die neuen Räume entschädigen dafür: Der Bauherr hat sich an die Wünsche des Personals gehalten, so gibt es Intensivräume zwischen den Betreuungsräumen. Ein Werk- und ein Mehrzweckraum erweitern das pädagogische Angebot. „Früher gab es nur eine Werkecke“, sagt Hartmann und lacht. Die Räume waren in die Jahre gekommen, und da die Zukunft des Einkaufszentrums lange unklar war, bestand großer Sanierungsbedarf.

Der Welt entrückt sind die Wolkenwichtel nicht: So gab es bereits einen Einbruchsversuch, und das Nadelöhr beim Einlass ist der Aufzug. Wenn mehrere Eltern mit Kinderwagen kommen, ziehen manche Kinder die Treppe vor. „Zur Not steht uns ein weiterer Aufzug vom Discounter zur Verfügung“, sagt Heidi Bauch, Leiterin Soziale Arbeit. Fürs Essen ist ein Caterer des IB zuständig, die „Dippegugger“ vom Hotel Friedberger Warte.

Durch die neuen Räume konnte sich die Kindertagesstätte von zwei auf drei Gruppen vergrößern, 62 Kinder besuchen sie. „Wir haben eine Betriebserlaubnis für 100, aber es fehlt an Personal“, sagt Bauch. Ab 2024 will die Kita auch Betreuung für Zweijährige anbieten. Die attraktiven, modernen Räume für zeitgemäße Pädagogik seien ein Pfund, mit dem sich bei der Suche nach Erzieherinnen wuchern lasse.

Infos im Internet

ib-suedwest.de

Von Frank Sommer