Deutsche Bahn investiert 800.000 Euro in Umgestaltung der Offenbacher Station Marktplatz Zukunftsbahnhof nimmt Gestalt an

Mobilitätsdezernentin Sabine Groß und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß im Pop-Up-Store „Offenbach Neue“ in der B-Ebene am Eingang zum Rathaus. Sechs Wochen lang wird die Fläche von dem Offenbacher Mode- und Kunstlabel bespielt. Foto: Stadt Offenbach/Georg

Offenbach (red) – Die S-Bahn-Station Marktplatz in Offenbach ist in das Programm Zukunftsbahnhof der Deutschen Bahn aufgenommen worden, 800.000 Euro investiert die Bahn in eine Umgestaltung. Die Offenbacher Station ist damit eine von bundesweit 16 Bahnhöfen und der einzige unterirdische Zukunftsbahnhof in dem Programm, das rund 17 Millionen Euro kosten soll.

Dass sich etwas tut, ist bereits sichtbar: Positiv fällt zuerst die farbige Gestaltung im Zugangsbereich ins Auge. Hier hat die Offenbacher Künstlerin Thekra Jaziri, die mit ihren großflächigen Arbeiten bereits fröhliche Akzente im Hafen Offenbach oder im Mathildenviertel gesetzt hat, mit warmen Farben aus den Vollen geschöpft. Hinzu kommt die neue Dachverglasung mit bunten Lichtreflexen über dem Eingang.

In Kombination mit den bereits im vergangenen Jahr installierten Deckenspiegeln und der neuen Beleuchtung hat die B-Ebene schon eine Aufwertung erfahren. Die Station wird bereits zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben. Zudem wurden die Tunnelwände bis auf eine Höhe von drei Metern weiß gestrichen und die Grundreinigungsintervalle erhöht, was zu einem helleren und angenehmeren Gesamteindruck beiträgt. Im Herbst öffnet ein Service Store der DB und eine weitere Fläche ist an einen Backwarenbetrieb vergeben. Für die bessere Organisation der Verkehrsströme an der Station, rund 40.000 Reisende und Pendler sind dort täglich unterwegs, werden großformatige Anzeiger über die Abfahrtzeiten und Anschlussmöglichkeiten informieren.

„Der Offenbacher Marktplatz wurde für das Programm der DB ausgewählt, weil er heute schon bundesweit etwas Besonderes ist. Mit vier S-Bahnlinien, 14 lokalen und regionalen Bussen, vier Nachtlinien und dazu noch den Sharingangeboten mit Elektroautos – und Fahrrädern ist der Marktplatz und durch die Nähe zur Radverkehrsanbindungen ein Mobilitätshub, also ein Ort, an dem verschiedene Verkehrsangebote gebündelt werden“, sagt Mobilitätsdezernentin Sabine Groß. „Wenn die Menschen leicht umsteigen können und sich gern aufhalten, finden zukunftsfähige Mobilitätskonzepte mehr Anklang und das gesamte Stadtumfeld lässt sich aufwerten.“

Für die Bewerbung wurde von Anbeginn die Hochschule für Gestaltung in Offenbach einbezogen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Hochschule sieht Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß als großen Pluspunkt in Sachen effiziente Nutzung während Wartezeiten: Professor Kai Vöckler hat sich Pendlerbewegungen auf den Bahnsteigen und das Fahrgastverhalten genauer angeschaut und den 210 Meter langen Bahnsteig in unterschiedliche Zonen unterteilt, die zukünftig mit entsprechender Möblierung ausgestattet sein werden.

Neue Wartemöbel bis Herbst

So gibt es einen Transit-, einen Informations- und einen Wartebereich, die dann mit Anlehnmöbeln, Sitz- aber auch sogenannten „Work & Wait“-Möbeln mit USB-Anschlüssen ausgestattet sind. Die Neugestaltung soll bis zum Herbst erfolgen. Ende des Jahres soll es an der Station auch flächendeckend W-Lan geben.

„Wir testen, was funktioniert und übertragbar auf andere Stationen ist“, so Hartmut Schwarz, Bahnhofsmanager DB Station & Service, der die Umgestaltung gemeinsam mit Projektleiterin Sandra Schreiner koordiniert. Deshalb ist auch der Pop-Up-Store in der B-Ebene am Eingang zum Rathaus vorerst ein Testballon: Die gesamte Fläche wird aktuell für sechs Wochen von den Machern des Offenbacher Mode- und Kunstlabels „Offenbach Neue“ bespielt. Die Schrift des Designers Maziar Rastegar kombiniert Fraktur- mit orientalischer Schrift und ziert zahlreiche Produkte von Socken bis zu Sweatshirts, die einmal pro Woche nachmittags verkauft werden. Außerdem gibt es eine gestaltete Wand, die für Selfies genutzt werden und den Geist der Stadt in die digitale Welt tragen soll: Lebendig, abwechslungsreich, aber auch hell und freundlich. So wie die neue Station als Visitenkarte der Stadt.

Anzeige
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Neueste Kommentare

Den SFF-Dauer-Ewweletsch „Mille“ in die Knie …
8 Wochen 5 Tage
Projekt Oase kümmert sich um Wasservögel
8 Wochen 5 Tage
Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm
16 Wochen 6 Tage