Brot ist schädlich und lockt Ratten an Entern Füttern ist am Entenweiher Rödermark verboten

Symbolfoto: dpa

Rödermark (cri) – Parkbesucher lieben die Enten - und wollen ihnen Gutes tun, indem sie sie mit Brot oder Gebäck füttern. Sie bewirken aber das Gegenteil: Brot und Gebäck schaden der Gesundheit der Tiere bis hin zu dünnschaligen Eiern, die beim Brüten zerbrechen. Außerem locken die Essensreste Ratten und Mäuse an.

Dies sind zwei der Gründe, warum die Stadt das Füttern der Wasservögel am Entenweiher in Urberach verbietet. Schilder weisen auf das Verbot hin. Laut Bürgermeister Roland Kern wurden die Schilder auch auf Wunsch des Nachbarschaftsrates Entenweiher aufgestellt. Kern freut sich über die konstruktiven Vorschläge dieses Gremiums.

Nein, die Tiere haben keinen Hunger - auch wenn sie sich auf die Brotbrocken stürzen. Sie finden genügend Nahrung auch im Winter. Aber die hingeworfenen Brocken ersparen ihnen die eigene Nahrungssuche.

Naturschützer weisen außerdem darauf hin, dass das Brot salzhaltig ist. Dies kann den Stoffwechsel der Vögel durheienander bringen. Und Brot quillt im Magen auf und wird nicht richtig verdaut. Und sind die Brotreste gar verschimmelt, ist das richtig schädlich für die Enten und Co.

Hennen starben an nichtgelegten Eiern

Eine längere ausschließliche Ernährung mit Brot kann zu einem gefährlichen Nährstoffmangel führen, der etwa zu sehr dünnschaligen Eiern oder gar einer tödlichen Legenot bei den Hennen führen kann. Dabei bleibt das Ei im Legekanal stecken.

Ins Wasser geworfene Brotreste, die nicht gefressen werden, schädigen das Ökosystem des Weihers, weil sie auf dem Boden verfaulen und dem Wasser Sauerstoff entziehen. Der fehlt dann den anderen Lebewesen. Zudem überdüngen Brot und Entenkot das Wasser, Algenblüten sind die Folge. Es gibt keinen sauerstoff mehr im Wasser, es kippt.

Das Überangebot an Nahrung lockt zu viele Erpel, männliche Enten, an. Die Entenweibchen suchen nach der Paarung sofort einen Brutplatz auf. Die zurückgebliebenen Weibchen werden dann von mehreren Männchen begattet und dabei immer wieder unter Wasser gedrückt. Sie können der Überzahl der Erpelm nicht entfliehen. Viele ertrinken bei dieser Begattungsprozedur.

Ratten und Mäsue mögen die Brotreste auch. Sie kommen gern zu solchen Plätzen. Die Nager können aber gefährliche Krankheiten übertragen. Geht die Stadt gegen sie vor, kostet das zudem meist viel Geld.

Nabu-Exkursionen

Der Naturschutzbund Rödermark unterstützt das Fütterungsverbot, hat aber auch Verständnis dafür, dass Menschen die Nähe von Tieren suchen. Dafür gibt es aber laut der Naturschützer bessere Wege, als das Füttern von Enten und anderen Wasservögeln im Park. So bietet die Nabu-Gruppe Rödermark regelmäßig Exkursionen und Aktionen an, die Kindern und Erwachsenen die Natur in der Stadt nahebringen. Weitere Fragen dazu beantworten Rüdiger Werner vom Nabu-Rödermark unter Telefon 06074 2112030 und Claus Murmann in der Bauverwaltung der Stadt unter Telefon 06074 911214.

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