Rödermark: AL wandert im Urwald

Große Artenvielfalt im alten Laubwald im Spessart

Die AL-Gruppe im bayerischen Urwald „Eichenhall“ im Spessart. Hier gibt es das in dieser Größe einzigartige Vorkommen alter Laubwälder in ganz Mitteleuropa. Foto: p

Rödermark (red) – Seit einiger Zeit gibt es innerhalb der Anderen Liste (AL) in Rödermark eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Wald in Rödermark beschäftigt. Früh fiel bei den Treffen das Stichwort Urwald. Obwohl es keine klare Definition von Urwald gibt, wurde schon über den (Ur)Wald in Rödermark diskutiert. Was lag daher näher, als sich einmal in der Umgebung verschiedene Formen des Waldes anzuschauen.

Am vergangenen Sonntag fand der erste Ortstermin im Spessart statt. Hier gibt es das in dieser Größe einzigartige Vorkommen alter Laubwälder in ganz Mitteleuropa. Da man an einem Sonntagnachmittag nicht das gesamte Revier „Rothenbuch“, das sich über eine Fläche von 17000 Hektar erstreckt, erkunden kann, grenzte man den zu durchwandernden Teil auf das Naturwaldreservat „Eichenhall“ ein. Dieses Waldgebiet ist in die höchste Bayerische Schutzklasse 1 eingestuft und auch als besonderes europäisches (Vogel)-Schutzgebiet ausgewiesen. Nicht überraschend, dass hier die Artenvielfalt um ein Vielfaches ausgeprägter ist als in anderen Wäldern. Verschiedene Arten von Spechten, Fledermäusen, Käfern und Pilzen, die nur selten bis gar nicht in anderen Wäldern vorkommen, finden hier die richtigen Lebensbedingungen.

400 Jahre alte Bäume

Vom Parkplatz Steintor bei Weibersbrunn führte eine zweieinhalbstündige Wanderung die Gruppe vorbei an mächtigen 200 Jahre alten Buchen und 400 Jahre alten Eichen, auch sehr treffend als „Methusaleme“ bezeichnet. Besonders auch für den Laien auffallend ist die große Menge von Totholz und die große Anzahl von Habitatbäumen, wobei Totholz alles andere als tot ist. Totholz ist die Lebensgrundlage für tausende Tierarten und Pilze und eins der wichtigsten Merkmale eines alten naturnahen Waldes. Die aktiven Lebensprozesse in solchen Hölzern konnte die Gruppe anschaulich beobachten.

Beim Abschluss in einem urigen Gasthof im Hafenlohrtal kam schließlich auch der Geschmackssinn auf seine Kosten. Das Resümee der Wanderer beinhaltete nicht nur den Wunsch nach weiteren Ausflügen dieser Art, sondern auch den politischen Willen, in Rödermark der Natur noch etwas mehr Raum zu geben und vielleicht eines Tages auch in Rödermark durch einen Urwald wandern zu können.

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