Fast 800 Unterschriften für Hundewiese in Rödermark gesammelt „Keine artgerechte Haltung mehr möglich“

Tanja Weerts überreichte die Petition für Hundefreilaufflächen gemeinsam mit Peter Preisinger (links) an den Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann, den Ausschussvorsitzenden Gerhard Schickel und die Erste Stadträtin Andrea Schülner. Bild: eyssen

Rödermark – Unsere Hunde wollen rennen! Das fordern knapp 800 Hundebesitzer in einer Petition, die Tanja Weerts aus Waldacker und Peter Preisinger aus Urberach initiiert haben. Ihrer Ansicht nach braucht Rödermark eine Hundewiese. Im Dezember 2023 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit neu geregelt: Künftig sind von Anfang März bis Mitte Juni nur noch asphaltierte und geschotterte Wege von der Leinenpflicht ausgenommen.

Die Initiatoren überreichten vor der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt, Stadtentwicklung und Energie die Petition mit exakt 786 Unterschriften an Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann. Im Gegensatz zu früher bestehe durch die neue Satzung für Hundebesitzer in Rödermark nicht mehr die Möglichkeit, ihre Hunde auf ausgewiesenen Flächen frei laufen zu lassen, kritisieren sie. „Wir sind definitiv für den Schutz der heimischen wild lebenden Tiere und somit auch Befürworter der Brut- und Setzzeit. In der Vergangenheit war es in bestimmten Gebieten in Rödermark auch immer möglich, die Hunde einmal frei laufen und mit Artgenossen toben zu lassen. Die neue Satzung lässt hier aber keinen Spielraum, außer auf geteerten und geschotterten Wegen, die auch von Rad- und Autofahrern sowie Fußgängern benutzt werden“, erklärt Tanja Weerts die Motivation. „Das ist kein Freilauf, sondern eher eine potenzielle Gefährdung für alle, die diese Wege nutzen.“

Letztendlich zwinge die Stadt Hundebesitzer dazu, entweder auf Hundewiesen benachbarter Kommunen auszuweichen oder eben gegen die Regelung zu verstoßen, ergänzt Peter Preisinger. Während der dreieinhalb Monate dauernden Brut- und Setzzeit sei es in Rödermark nicht möglich, seinen Hund artgerecht zu halten. Im Tierschutzgesetz sei nämlich aufgeführt, dass zur artgerechten Haltung von Hunden auch das Freilaufen ohne Leine sowie der Kontakt zu Artgenossen und das damit verbundene Rennen und Toben gehört.

Den Initiatoren ist wichtig, nicht nur Kritik zu üben, sondern der Kommunalpolitik auch Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Mit der Petition überreichten sie daher auch ein Positionspapier. Beispielsweise in Rodgau, Weiterstadt und Darmstadt gebe es sehr viele positive Beispiele für Hundewiesen, die auch während der Brut- und Setzzeit genutzt werden können. Letztendlich würden entsprechende Freilaufflächen in Rödermark nicht nur den Hundebesitzern und deren Tieren zugutekommen, sondern auch zum verbesserten Schutz landwirtschaftlicher Flächen, verbessertem Naturschutz und weniger Umweltbelastung durch Hundefahrten in die Nachbargemeinden beitragen.

„Das wiederum“, sagt Tanja Weerts mit einem Augenzwinkern, „sorgt für zufriedene Bürger in allen Bereichen und dürfte ein Ziel sein, das eigentlich jeder mittragen kann.“

Die Petition ist seit dem 1. März online. Sie hat auch Unterstützung von auswärtigen Hundehaltern bekommen. Selbst Tanja Weerts und Peter Preisinger kannten sich vorher nicht. Als Preisinger erfuhr, dass Weerts eine Petition plant, kam man ins Gespräch und initiierte die Aktion gemeinsam.
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