Wie Maria Becker zur Grünpatin wurde und auch die Quartiersgruppe Urberach dafür begeisterte Ein Märchen in Grün

Maria Becker ist frisch gekürte Grünpatin. Foto: p

Rödermark (red) – Es war einmal vor nicht vor allzu langer Zeit. Da geschah es in Urberach, dass Maria Becker wieder einmal spazieren ging. Sie brauchte frische Luft und Bewegung. Sie machte diese Spaziergänge in letzter Zeit ohne Lilly, den geliebten Familienhund, der verstorben war. Gemeinsam hatten sie die Natur bewundert, doch sich auch wiederum wundern müssen über die Menge an Abfall, die im Grünen entlang der Gehwege lag. Maria Becker hatte beim Gassigehen stets neben dem Leckerli auch Mülltüten dabei. Sie sammelte, Lilly schnupperte. In Corona-Zeiten war Maria Becker nun auf der Suche nach weiteren Beschäftigungen in der Natur. Sie beschloss, statt der täglichen Stunde des Müllsammelns eine Stunde in den Grünstreifen am Straßenrand zu jäten.

Doch auch dies ist nicht so einfach. Sie wusste, dass man sich da nicht einfach aufs Gelände stürzen kann, denn diese kleinen Bodenflächen verwaltet die Stadt. Maria informierte sich im Rathaus. Nach einiger Zeit kam die schriftliche Genehmigung, die sich über kleinere Wartungsarbeiten hinaus erstreckt. Maria durfte nun auch Pflanzen setzen und pflegen und sich offiziell Grünpatin nennen. Um das Setzen und Pflegen der Pflanzen den Gegebenheiten angepasst umsetzen zu können, ließ sich Maria Becker von Biologin Doris Lerch beraten. Die Bodenbeschaffenheit spielt dabei eine wesentliche Rolle, und die Bepflanzung sollte sich auch behaupten können. Maria merkte alsbald, dass sich aus dem schlichten Wunsch nach Unkrautjäten ein echtes Projekt zu entwickeln begann. Und da Projekte am besten im freundschaftlichen Miteinander bewältigt werden, beschloss sie, ihre Mitstreiter aus der ortsansässigen Quartiersgruppe anzusprechen. Sie war ja ohnehin bereits seit Jahren aktiv in diesem Team, und so war es ihr ein Leichtes, einige Mitglieder für dieses Projekt im Jochert anzuheuern. Überwältigt von der Aussicht auf so viel Blütenpracht, griff die Quartiersgruppe nicht nur zum Gartenwerkzeug, sondern auch zum Sparschwein. Darin war der Erlös vom Rodauquelle-Sommerfest des vergangenen Jahres. Nun konnte das Nötige besorgt werden.

Der Aufmarsch der Hobbygärtner wurde von den Bewohnern der anliegenden Häuser beobachtet. Und als die sahen, wie da im Zweimeterabstand zueinander agiert wurde, kamen sie an die Gartentore und Zäune, um besser sehen zu können. Nachdem sie sahen, wie die am Projekt Beteiligten Wasserkannen anschleppten, boten sie an, das Gießen der Neubepflanzung zu übernehmen. Das Angebot wurde mit Freuden angenommen. Die Wasserspender dürfen genannt werden: Es sind die Familie Pühler sowie das Ehepaar Keller. „Wir sind begeistert. Ist das nicht märchenhaft?“, so die einhellige Meinung der Quartiersgruppe.

Das Grünpaten-Projekt ist zu finden im Jochert, zwischen Habichtweg und Sperberweg. Interessenten können sich im Rathaus Ober-Roden bei Christina Lust informieren: Z  911216.

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