Verabschiedung von Bürgermeister Roland Kern und Ernennung von Jörg Rotter zu seinem Nachfolger Politischer Visionär und Herr der Argumente geht in Rente

Als Noch-Bürgermeister führte Roland Kern seine Parteikollegin Andrea Schülner ins Amt der Ersten Stadträtin ein.

Rödermark (cri) – Lobeshymnen auf den einen, Vorschusslorbeeren für den anderen und seine neue Stellvertreterin, das war Konsens bei der Stadtverordnetensitzung am vergangenen Mittwoch. Der Ort Kulturhalle macht schon klar, dass es keine normale Sitzung war. Es war der feierliche Abschied von Bürgermeister Roland Kern und die Einführung seines Nachfolgers Jörg Rotter. Auch dessen Nachfolgerin im hauptamtlichen Magistrat, Andrea Schülner wurde als Erste Stadträtin vereidigt. Seit Montag ist das neue Duo an der Stadtspitze nun im Amt.

Zurück zur Verabschiedung. Vor gut 300 Personen im Saal war Kern der Mittelpunkt der Veranstaltung. Als „Herr der Zeit“ führte Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann durch das straff getaktete Programm. Erster Stadtrat Rotter überreichte einem sichtlich gerührten Roland Kern die Entlassungsurkunde. Kern wiederum als Noch-Bürgermeister ernannte Rotter zu seinem Nachfolger und Schülner zur Ersten Stadträtin.

Dann begann der Reigen der Ansprachen. Sulzmann fragte, wie ein politischer Dinosaurier aussehe und hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte: „Roland, steh mal auf“. Natürlich sprachen auch alle Fraktionsvorsitzenden. Michael Gensert, CDU, betonte Kerns Wortgewalt, seine Kraft der Argumentation. Stefan Gerl für AL/Die Grünen nannte Kern einen Verfassungspatrioten, einen Maulwurf der Vernunft. Kern übergebe seinem Nachfolger nach 14 Jahren Amtszeit ein geordnetes Gemeinwesen. Norbert Schultheis, SPD, erinnerte an den grünen „Revoluzzer“ der 80er Jahre. FDP-Fraktionschef Tobias Kruger meinte, wer dreimal eine Direktwahl gewinne, „muss eigentlich vieles richtig gemacht haben“. Peter Schröder , FW, lästerte, dass Kern nur Bürgermeister geworden sei, weil sich die CDU 2005 verzockt habe (damals war Bürgermeister Alfons Maurer zurückgetreten, der CDU-Kandidat, Erster Stadtrat Alexander Sturm verlor gegen Kern).

Gensert nannte Schülner die Unerschrockene und Rotter den jugendlichen Helden und strahlenden Sieger, der sein Amt mit Herzblut ausfüllen werde. Er erwartet von dem Duo neue Themen in der Koalition. Rotter habe vor allem bei Jugendlichen gepunktet. Gensert bittet sie, sich politisch zu engagieren.

Für Gerl verkörpert Schülner „Herzblut und Feuer“. Rotter sei der erste Bürgermeister der Stadt, der vorher Erster Stadtrat war. Bemerkenswert sei, dass er bei drei Kanidarten bereits im ersten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen bekommen habe. Schultheis hofft, dass Schülner ihre Erfahrung aus dem Frankfurter Senioren-Rathaus in Rödermark einbringen könne. Schröder forderte von beiden Neutralität im Amt, Fairness und einen Umgang mit der Stadtkasse, als ob es das eigene Geld sei. Kruger sagte zu Rotter, den er aus JU-Zeiten kennt: Habe Visionen.

Landtagsvizepräsident Frank Lortz, CDU, betonte die jahrzehntelange gute und freundschaftliche Zusammenarbeit (Kern war 1982 für die Grünen in den Landtag gewählt worden). Landrat Quilling, CDU, erklärte, dass er Kern mit Wehmut verabschiede.

Rotter will sein Amt mit Herzblut ausfüllen, er sei stolz auf das Vertrauen, das die Bürger ihm mit der Wahl geschenkt hätten.

Kerns Wunsch: Habt Mut und handelt! Lasst Euch nicht einschüchtern von Populisten und den ewigen Pessimisten.

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