Neujahrsempfang von Magistrat und Gewerbeverein Rödermark ist "eine wohlhabende Stadt trotz Schutzschirm"

Interessiert und sicher auch etwas neugierig nahmen Rödermarks Bürger die Einladung der Stadt und des Gewerbevereins zum Neujahrsempfang an. Foto: Ziesecke

Rödermark (chz) – Die Premiere wurde zum vollen Erfolg: Erstmals luden der Magistrat der Stadt und der Gewerbeverein nicht nur Ehrengäste zum Neujahrsempfang ein, sondern alle Bürger, und davon kamen viele. Die gut 320 vorbereiteten Plätze wurden knapp.

Bürgermeister Roland Kern freute sich über das große Interesse der Bürger an ihrer Stadt wie auch über die Zunahme der Bürgerzahl - von 25 975 vor zwei Jahren auf 27 045 Bürger 2015: „Fast 700 Neubürger, und an den Flüchtlingen kann’s nicht liegen, das sind nur gut 200, also 0,7 Prozent.“ Sein Credo: „Wir sind eine wohlhabende Stadt unterm Schutzschirm.“ Es sei gut, gezwungen zu sein, alles auf seine Notwendigkeit zu prüfen. „Ich kann guten Gewissens sagen, dass wir auch mit Hilfe der Bürger unser Ziel erreichen werden, in zwei Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, und nicht mehr Geld ausgeben werden als wir einnehmen.“

Dass dieses ausgegebene Geld möglichst im Rödermärker Einzelhandel bleibt, wünschen sich Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein und sein Team. Er hofft dabei aber auch auf viele Fragen und Anregungen aus der Bevölkerung – die Basis des Erfolgs für die Mitgliederfirmen und das gesamte Rödermärker Gewerbe. Dafür gibt’s ganz neu eine Kunden-Hotline: S  06074 917917 oder übers Internet unter www.gv-roedermark.de . Fragen und Anregungen werden hier binnen 48 Stunden beantwortet, so Rädlein. „Wir bitten Sie uns zu helfen, den besten Service geben zu können.“ Das wiederum ist unverzichtbar in Zeiten starken Gegenwinds durch den online-Handel. „Synergien sind der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg; das muss sich der lokale stationäre Handel zunutze machen.“

Der Gastredner, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, erläuterte anschließend verständlich und für Bürger einer Stadt unterm Rettungsschirm nachvollziehbar die Notwendigkeit und die Grundlagen des kommunalen Finanzausgleichs. Die Bürger hätten sich daran überraschend gut gewöhnt. „Sie haben gemerkt, dass Schulden, die heute entstehen, durchaus auch ihr Leben betreffen und nicht erst das ihrer Kinder. … Und damit ist die Anforderung berechtigt, nur das Geld auszugeben, das man in einem Jahr auch verdient.“ 70 Prozent der Bürger in Hessen haben untermauert, dass die Schuldenbremse notwendig ist. Der Erfolg ist laut Finanzminister nicht zu übersehen: „Der Bund hätte erst 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen müssen, hat dies aber schon zwei Jahre früher getan. Die Länder sind bis 2020 gefordert und werden das womöglich auch schon früher erreichen.“

Und die Kommunen kommen dem ebenfalls überraschend gut nach. Jetzt, wo es die Chance gab, die Hälfte der Schulden loszuwerden, war man zum miteinander Sprechen gezwungen, und die Bilanz ist ausgezeichnet. Von den 100 Gemeinden, die unter dem Schirm geschlüpft sind, gibt es „keine zehn, die hinter den Erwartungen zurückliegen“, freut sich der Minister. Hessene Finanzminister Thomas Schäfer wünschte sich vor allem eines: Dass die Bürger das Jahr 2016 mit etwas weniger vorausschauendem Pessimismus, sondern lieber mit Optimismus angehen und die vor ihnen liegenden Chancen sehen und nutzen.

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