Emanuel Manske ist neuer Gemeindepädagoge in Neuenhain „Immer ein offenes Ohr“

Emanuel Manske will zunächst schauen, was in der Kirchengemeinde und der Stadt für Kinder und Jugendliche angeboten wird. Bild: privat

Bad Soden (red) – Seit 1. Februar ist Emanuel Manske als Gemeindepädagoge in der Evangelischen Kirchengemeinde Neuenhain tätig. In seinen Dienst eingeführt wird er durch Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp am 17. März um 16 Uhr im Gemeindehaus „Herrnbau“.

Der 28-Jährige hat einen Bachelor in Sozialer Arbeit und wird zudem das Zertifikatsstudium Gemeindepädagogik absolvieren. Zuletzt hat er in der Erweiterten Schulischen Betreuung im Frankfurter Gallusviertel gearbeitet. Davor war Manske in der offenen Jugendarbeit beschäftigt.

Erfahrungen im gemeindepädagogischen Dienst konnte er während seines Anerkennungsjahres in der Kirchengemeinde Frankfurt-Nordwest sammeln. Somit ist er bestens gerüstet für seine Tätigkeit in Neuenhain. Hier wird er neben dem gemeindepädagogischen Bereich Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Auftrag der Stadt Bad Soden umsetzen, die seine Stelle zur Hälfte finanziert.

„Für die Stelle in Neuenhain beworben habe ich mich, weil ich bei meinem Anerkennungsjahr so viel Spaß an der gemeindepädagogischen Arbeit hatte. Seitdem habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, die Zusatzqualifikation in dem Bereich zu machen. Jetzt kam der richtige Zeitpunkt dafür“, erzählt Manske.

Entscheidend sei für ihn in diesem Arbeitsfeld der positive Blick auf die Kinder und Jugendlichen. „In der Schule und in vielen anderen Bereichen ist dieser oft negativ, es wird viel danach geschaut, was die Schüler nicht können oder was nicht funktioniert. In der Gemeindepädagogik wird positiv geschaut, was jemand mitbringt. Es geht nicht um Leistung. Die Kinder und Jugendlichen sind frei vom schulischen Druck. Es ist einfach schön, dass sie da sind.“

Daraus ergebe sich eine ganz andere Arbeitsatmosphäre und ein anderer Umgang miteinander. Bereits in seiner Jugend habe er dies bei den Freizeiten des CVJM als besonders empfunden. „Ohne Blick auf die Leistung einfach Dinge erleben und ausprobieren. Das hat mir so gefallen, dass ich erst als Teilnehmer dabei war und mich dann als Teamer engagiert habe“, erzählt Manske.

Der gebürtige Ludwigsburger kam zum Studium nach Frankfurt, wo er immer noch lebt.

Nachdem die Stelle in Neuenhain fast ein Jahr unbesetzt war, will er erst einmal schauen, was es in der Kirchengemeinde und der Stadt an Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt, und Kontakte knüpfen. Der gemeindepädagogische Bereich wurde durch die Neuenhainer Pfadfinder weitergeführt. „Ich bin sehr beeindruckt, wie viel von ihnen ohne hauptamtliche Unterstützung angeboten wurde“, so Manske. „Was mir wichtig ist und was ich in der offenen Arbeit immer angeboten habe, sind ruhigere Aktivitäten. Laute Kinder und Jugendliche nehmen automatisch ihren Raum ein, die zurückhaltenden kommen weniger zu Wort. Gemeinsames Kochen zum Beispiel. Da erfahre ich nebenbei in ruhigen Gesprächen vieles, was gerade zu Hause oder in der Schule los ist“, erklärt er. Ebenso sei es ihm wichtig, dass es auch für die Ehrenamtlichen Angebote gibt. „Eine gemeinsame Freizeit etwa. Damit sie das mal als Teilnehmer ohne ihre Verantwortung als Betreuer erleben können.“

Eine offene Tür und ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen der Kinder- und Jugendlichen zu haben, ist für ihn selbstverständlich. Dafür will er auch sein Büro im Herrnbau entsprechend einladend gestalten.