Influencer spricht mit Studierenden der Provadis Hochschule „Reichweite verpflichtet“

Influencer Younes Zarou wurde bei seiner Gastvorlesung von Björn Hekman und Karsten Bredemeier empfangen. Bild: 2023 Provadis/p

Höchst (red) – Ein Gastdozent der besonderen Art: Influencer Younes Zarou kennt die Provadis Hochschule am Industriepark noch aus seinen Studientagen. Jetzt ist der Frankfurter TikTok-Star einer Einladung seines Wirtschaftsdozenten Karsten Bredemeier gefolgt und hat dort mit jungen Studierenden über ihre Zukunftspläne gesprochen. Damit will er sie für Themen sensibilisieren, die ihm am Herzen liegen – vom Gründergeist bis hin zur sozialen Verantwortung.

Für seinen Weg zum Erfolg fand Zarou klare Worte: „Ich habe keine außergewöhnlichen Talente. Was ich jedoch immer hatte, ist Durchhaltevermögen. Es hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Im Studium oder auf anderen Berufswegen ist das genauso wichtig. Ich habe nie aufgehört, auf meinen Traum hinzuarbeiten. Wenn ihr ein Ziel vor Augen habt, rate ich euch, dasselbe zu tun“, sagte er mit Nachdruck.

Seine Arbeitsethik ist vom anspruchsvollen dualen Studium mitgeprägt: „Ich habe aus meiner Zeit bei Provadis nicht nur wirtschaftliches Hintergrundwissen mitgenommen, das für meine heutigen Business-Entscheidungen nützlich ist, sondern auch gelernt, diszipliniert zu arbeiten und Einsatz zu zeigen.“

Younes Zarou ist mit 53,3 Millionen Followern auf seinem internationalen Tik-Tok-Kanal Deutschlands reichweitenstärkste Social-Media-Persönlichkeit. Sein deutscher Tik-Tok-Kanal hat 5,6 Millionen Follower, sein Instagram-Account acht Millionen und sein Youtube-Kanal 18,1 Millionen Abonnenten. Zarous Kanäle zeigen größtenteils „kreativen Content“, wie er selbst es nennt: Unterhaltungsvideos von visuellen Experimenten über Alltagstricks bis hin zum Nachahmen beliebter Trends, samt Einblick in den Entstehungsprozess der Videos. Inzwischen hat er sich auch neben dem Influencer-Dasein viel aufgebaut. Drei Unternehmen, gemeinnützige Projekte auf der ganzen Welt und ein eigenes Team rund um die Marke „Younes Zarou“ von mehr als 20 Mitarbeitenden.

Björn Hekman, Vorstand der Provadis Hochschule, sprach bei der Vorlesung Zarous Idolfunktion und die damit einhergehende Verantwortung an: „Sie haben inzwischen einen besonderen Status gegenüber Gleichaltrigen. Wie gehen Sie damit um?“ Sein Einfluss ist Younes Zarou offensichtlich bewusst. „Reichweite verpflichtet“, weiß der 25-Jährige. „Mit den Followern kommt auch eine gewisse Macht.“ Deshalb beschäftigt er sich intensiv mit Themen aus dem Bereich Wirtschaftsethik und setzt bei der Vermarktung seines Contents darauf, seinen Prinzipien treu zu bleiben. So lehnte er zu Beginn seiner Laufbahn eine Kooperation mit einem Alkoholhersteller ab, da er aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinkt und dafür nicht werben wollte.

Sein großer Durchbruch kam mit einem Projekt, das für soziales Miteinander steht: Während des ersten Corona-Lockdowns machte ihn ein 30 Tage andauernder 24-Stunden-Livestream aus seinem Zuhause zum TikTok-Überflieger. „Mit meinen Videos erreiche ich vor allem junge Menschen. Der Livestream auf Tik-Tok hat gezeigt, dass ich zu Hause bleibe und die Zielgruppe damit animiert, das Gleiche zu tun, um andere zu schützen – auch wenn wir selbst nicht zu den besonders Gefährdeten gehört haben.“

Im Lauf seines Vortrags fragte Zarou die Studierenden nach ihren eigenen beruflichen Zielen: „Wer von euch will selbst gründen oder Creator werden?“, wollte er wissen. Die Resonanz im Seminarraum zeigt: Die Themen Selbstständigkeit und Unternehmertum beschäftigen die jungen Studierenden – auch über den Influencer-Job hinaus – und sie wollten wissen, welche Tipps er ihnen anhand seiner eigenen Erfahrung mitgeben kann. Konstruktive Kritik annehmen, sich durch Rückschläge nicht vom Weg abbringen lassen und Wert auf vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team legen – darauf baut Younes Zarous Erfolg auf, wie er selbst sagt.