Dog-Station-Rundgang der Stadt offenbart noch ganz andere Müll-Hot-Spots Nicht nur Hundebesitzer hinterlassen Dreck

Der Toy-Pudel von Dagmar Lademann weiß genau, wo es Leckerlis gibt. Harald Schäfer (links) vom DLB und Stefan Schmitt (Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent) trafen die Hundebesitzerin, die stets um die vorbildliche Entsorgung der Häufchen ihres Pudels bemüht ist, während des Rundgangs zu den Dog-Stations. Foto: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Aufgrund zahlreicher Beschwerden über Hundekot in öffentlichen Anlagen und Hundekottüten im Geäst hatte die Ordnungsbehörde der Stadt Neu-Isenburg jüngst zu einem „Dog-Station-Rundgang“ eingeladen. Neu-Isenburgs Ordnungsdezernent, Erster Stadtrat Stefan Schmitt, dazu die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes Vanessa Mauer und Mitarbeiterin Silvia Gabriel, die seit über 20 Jahren in der Hugenottenstadt unterwegs ist, empfingen mit DLB-Chefin Petra Klink und Harald Schäfer, Leiter Straßenreinigung beim DLB, die Pressevertreter. „Wir wollen heute mal selbst in Augenschein nehmen, wie es wirklich aussieht in unserer Stadt“, sagte Stefan Schmitt.

Schon beim Gang zwischen den Platanen der Hugenottenhalle fiel auf, dass kaum „Tretminen“ in der Anlage zu sehen sind, dafür viele Hundekot-Tüten in den Mülleimern. Zufällig kam Dagmar Lademann mit ihrem Toy-Pudel vorbei und zeigte vorbildlich, wie es sein sollte: Hundehäufchen mit der Plastiktüte aufnehmen und ordentlich entsorgen. Dafür gab es auch gleich ein Dankeschön von der Ordnungsbehörde – ein praktisches Tütchenbehältnis, welches man an der Hundeleine oder an der eigenen Tasche befestigen kann. „Ich spreche auch andere Hundehalter an, die sich nicht ordentlich verhalten, auch wenn es da oft bösartige Reaktionen gibt“, so die Spaziergängerin.

„Es macht es sich offensichtlich bezahlt, dass wir im Stadtgebiet 68 Dog-Stations haben, wo sich die Hundebesitzer die Tüten kostenlos rausziehen können“, sagte Petra Klinik. Silvia Gabriel wies aber auch darauf hin, dass Hundekotbeutel einfach in die Büsche geworfen würden und immer wieder für Ärger sorgzen. „Die sagen mir einfach, dafür würden sie ja Hundesteuer zahlen“, so Gabriel, die selbst einen Hund hat.

Beim Rundgang stellte sich jedoch schnell heraus, dass es nicht nur die Hundekot-Problematik, sondern vielmehr eine allgemeine Rücksichtslosigkeit in Sachen Hinterlassenschaften gibt. Bestes Beispiel ist das „Dreck-Eck“, wie Anwohner Norbert Heller den abgesperrten Stummel des Gravenbruchrings neben der OMV-Tankstelle bezeichnet. In der vergangenen Woche war dieser Bereich aufgrund seiner Beschwerde vom DLB vom Müll befreit worden, doch so sah es dort schon wieder wie vorher aus. „Hier müssen wir den Betreiber der Tankstelle mehr in die Pflicht nehmen und wir sollten es auch mal mit dem Aufstellen von Mülleimern versuchen“, schlug Stefan Schmitt vor.

Jetzt in der warmen Sommerzeit zieht es die Menschen nach draußen, auf die Plätze in der Stadt und auch in den Bansapark – mit entsprechenden Hinterlassenschaften. Ein großes Problem für die Saubermacher des DLB zeigt sich vor allem in der Frankfurter Straße. „Hier wird die Geiz-ist-geil-Mentalität ganz deutlich. Die Leute ordern die kleinstmögliche Tonne und stopfen dann mit dem Rest aus ihrem Haushalt die öffentlichen Papierkörbe voll“, erklärte Petra Klink. Dieses trifft auch auf den Alten Ort zu. Die Mitarbeiter des DLB sind zwar schon richtige Mülleimer-Detektive, aber selbst wenn sich eindeutige Adressen finden, reicht dies nicht aus. „Wir müssen leider genau nachweisen können, wer den Müll dort hineingestopft hat“, erklärte auch Vanessa Mauer vom Ordnungsamt dazu.

„Im Bansapark, entlang der Frankfurter Straße und rund um den Rosenauplatz sind wir deshalb an fünf Tagen in der Woche und manchmal sogar am Wochenende im Einsatz, um die überquellenden Mülleimer – und was sonst noch drumherum liegt – zu entleeren“, betonte auch Harald Schäfer. An manchen neuralgischen Stellen wird deshalb am Freitag und dann schon wieder am Montag geleert.

Eine saubere Stadt kostet: Mit rund 490.000 Euro schlagen Straßenreinigung und die Bewirtschaftung der Papierkörbe zu Buche. Dies verteilt sich auf 196.000 Euro für die Entleerung und Entsorgung der Papierkörbe und Dog-Stationen, 96.000 Euro für die Reinigung öffentlicher Wege, Plätze und Containerstandorte, 192.000 Euro für die Straßenreinigung mit der Kehrmaschine sowie weitere 5.000 bis 8.000 Euro für Reparatur und Austausch von Abfallbehältern und Dog-Stationen.

So kümmern sich alleine sieben Mitarbeiter des DLB um saubere Straßen und Plätze. „Mit 14,5 Abfallbehältern pro 1.000 Einwohner haben wir einen sehr hohen Standard“, so DLB-Chefin Klink. In den insgesamt 574 Papierkörben, die im Stadtgebiet und den Stadtteilen verteilt stehen, hinterlässt jeder Bürger im Durchschnitt 2,44 Kilogramm Müll im Jahr. Gerade zur Sommerzeit bedeutet das auch, dass die Mitarbeiter des DLB ständig unterwegs sind, um die Körbe zu leeren.

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