Stadiongesellschaft bietet „Rasenpflegetour“ im Rahmen einer Spendenaktion an Auf dem Mäher übers Kickers-Grün

Gegen eine Spende können OFC-Fans mit den Experten den Stadionrasen mähen. Die Profis brauchen dafür rund 45 Minuten – bei Anfängern rechnen sie mit der doppelten Zeit. Foto: SBB

Offenbach (red) – Fußballfans kennen tiefe Talfahrten und gigantische Höhenflüge zur Genüge. Die Anhänger der Offenbacher Kickers könnten Bibliotheken vom Keller bis zum Dachgeschoss mit emotionalen Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen füllen. Und wer ein echter Fan ist, hat schon so manchen Traum geträumt und heimlichen Wunsch gehegt: Mit den Profis einlaufen, der Kabinenansprache lauschen oder im Mannschaftsbus zur Siegesfeier fahren. Vieles davon wird sicher ein unerfüllter Wunsch bleiben, doch eine Idee lässt die Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH nun in Erfüllung gehen: Die SBB aus dem Geschäftsfeld Veranstaltungen der Stadtwerke Offenbach bietet im Rahmen einer Spendenaktion nun Rasenmähen mit den Greenkeepern im Stadion an. Für 110 Euro dürfen Unterstützer mit den Greenkeepern David Gesser und Jost Lückhoff den Stadionrasen mähen und dabei die einmalige Sicht auf die vier Tribünen genießen. Natürlich erfahren Interessierte dabei spannende Details aus dem Stadionalltag aus erster Hand, können erleben, dass professionelles Rasenmähen nicht so einfach ist und dürfen einen besonderen Blick hinter die Kulissen des Stadionbetriebs werfen.

„Wetter diktiert unseren Arbeitstag“

Ein regulärer Arbeitstag beginnt für die Greenkeeper Gesser und Lückhoff mit dem Blick auf den aktuellen Wetterbericht. Er gibt vor, ob der Rasen bewässert werden muss, ob er gemäht werden kann oder ob weitere Maßnahmen zur Pflege anstehen. „Das Wetter diktiert unseren Arbeitstag“, fasst es Gesser zusammen. Der gelernte Fachagrarwirt für Golfplätze ist seit 2019 bei der Stadiongesellschaft. Das Stadiongrün, für das er gemeinsam mit seinem Kollegen jetzt verantwortlich ist, ist für die Fans Schauplatz großer Emotionen. Im normalen Spielbetrieb kommt es immer wieder zu leichten oder stärkeren Schäden, die ausgebessert werden müssen. „Aber je höher die Qualität des Rasens ist, umso weniger Spielschäden entstehen“, erklärt der Experte. Auch deswegen wird er gehegt und gepflegt.

Der Stadionrasen wurde erst im Februar, nach dem Eishockey-Derby zwischen dem EC Bad Nauheim und den Löwen Frankfurt, neu verlegt und bisher aufgrund der Corona-Auflagen kaum beansprucht. Dennoch gibt es viel zu tun: Insgesamt sind die beiden Greenkeeper für 50.000 Quadratmeter Rasen im Stadion und auf dem nahegelegenen Trainingsgelände verantwortlich. In der Hochsaison verbringen sie daher viel Zeit auf dem Rasenmäher, denn das Grün benötigt alle zwei Tage einen feinen Spitzenschnitt. Bei gutem Wetter kommt der Mäher auch mal täglich zum Einsatz. Beim Mähen wird streng auf die Optik geachtet. Gewünscht sind gerade Linien und akkurate Spuren. Lückhoff und Gesser brauchen etwa 45 Minuten, bis die Fläche zwischen den Tribünen die optimale Schnitthöhe hat. Bei Anfängern rechnen sie mit der doppelten Zeit.

Mit sieben Stundenkilometern durchs Stadion

Wer über die Spendenplattform StartNext spenden möchte und dazu das angebotene Greenkeeping bucht, sollte mindestens 18 Jahre alt sein. Nach einer Einweisung darf der Spender das Lenkrad übernehmen und mit etwa sieben Stundenkilometern den Fußballrasen kürzen. „Die ersten Male hat es sich schon sehr besonders angefühlt, den Stadionrasen zu mähen und auf die leeren Tribünen zu blicken. Heute ist es Routine“, erzählen Gesser und Lückhoff. Für echte Fans dürfte es ein unvergessliches Erlebnis werden.

Noch dreimal bietet die SBB dieses besondere Erlebnis im Rahmen der aktuellen Crowdfunding-Kampagne zugunsten Menschen in systemrelevanten Berufen an. Ziel ist es, bis etwa Juli bis zu 10.000 Euro zu sammeln, um dann eine Dankeschön-Feier im Businessbereich des Stadions auszurichten. Die Feier richtet sich an all jene Berufsgruppen, die während der Corona-Krise wichtige und relevante Jobs und Aufgaben weiter wahrnehmen.

Die Rasenpflege-Tour mit den Greenkeepern der Stadiongesellschaft ist nur eines von vielen „Dankeschöns“, die Interessierte zum Spenden animieren sollen. Wer mit kleineren Summen helfen möchte, kann zwischen Shirts, Büchern oder Schlüsselanhängern auch kleinere Erinnerungsstücke aus dem Fundus des Stadions wählen oder aber auch einen freien Betrag spenden.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion mit der überraschenden Umbenennung des Sparda-Bank-Hessen-Stadions in „Kommt-Gesund-Wieder-Stadion“ Ende April. Mit der einmaligen Aktion möchte der Namensgeber, die Sparda-Bank Hessen, zusammen mit der Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH, ein deutliches Zeichen setzen und für Zusammenhalt werben. Etwas, mit dem sich die OFC-Fans gut auskennen.

Weitere Infos und alle „Dankeschöns“ finden Interessierte unter www.stadion-offenbach.de.

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