Erste Diözesan-Ministranten-Wallfahrt zur Liebfrauenheide bei Klein-Krotzenburg begeisterte „Chillen auf katholisch“ und kreativ sein am Natur-Dom

Begeisterte neben Thomas Gabriel instrumental: Tobias Sattler, ehemaliger Ministranten-Referent aus Seligenstadt.

Klein-Krotzenburg (beko) – „Großartig, dass es euch gibt!“ Voll des Lobes war der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf über mehr als 650 Messdiener aus dem gesamten Bistumsgebiet, die zur ersten Diözesan-Ministrantenwallfahrt auf die Klein-Krotzenburger Liebfrauenheide gekommen waren. Nach einem, vom Regen kurzzeitig unterbrochenen, Gottesdienst mit „Bischofspredigt auf Augenhöhe“ beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen in kleinen Kreativ- und Gesprächsgruppen aktiv mit dem Thema des Tages „...der Himmel und Erde erschaffen hat“.

Dort, wo genau 150 Jahre zuvor Bischof Ketteler vor 10.000 Menschen seine Predigt zur Sozialen Frage hielt, begrüßten Diözesanjugendseelsorger Mathias Berger und Ortspfarrer Thomas Weiß an jenem regnerischen Morgen mehr als 650 Kinder und Jugendliche, die sonst daheim am Altar Dienst tun. Am „Natur-Dom“ im Dekanat Seligenstadt gab es zunächst einige geschichtliche Informationen und eine Einladung zum „Chillen auf katholisch“. Sichtlich gefiel dies auch Dekan Dieter Bockholt und so manchen Priestern, die gekommen waren, um mit den Ministranten zu feiern.

In seiner lebendig, kurz und prägnant, sowie jederzeit auf Augenhöhe mit den Jugendlichen gehaltenen kurzzeitig wegen Regens unterbrochenen Predigt beleuchtete Bischof Dr. Peter Kohlgraf, was Promis wie Jogi Löw, Thomas Gottschalk, Günther Jauch oder Stefan Raab über ihr früheren Dienst als Messdiener sagen und betonte, dass Messdienersein mehr ist als „Kirche, kicken, Karneval“.

Auch über seine eigenen Erfahrungen als Messdiener berichtete der Bischof, die nicht immer von tiefer Frömmigkeit durchzogen waren, wenn man sonntags morgens zum Gottesdienst angetreten ist. Aber wichtig sei immer die Erfahrung der „Freundschaft mit anderen“ gewesen in einem Gottesdienst, der keine „Ein-Mann-Show“ ist, in dem jeder seinen Dienst wahrnimmt zum Lobe Gottes. Zur Nachfolge ermunterte Bischof Kohlgraf die jungen Menschen, dankte für den regelmäßigen Dienst und rief ihnen abschließend zu: „Großartig, dass es euch gibt!“

Insgesamt etwa 9.100 Messdiener zwischen neun und 70 Jahren gibt es im Bistum Mainz, rund 500.000 bundesweit, erklärt Kevin Schnaderbeck vom 18 Mitglieder großen Diözesan-Miniteam. Diözesanjugendseelsorger Mathias Berger ist „glücklich, dass sich so viele auf den Weg gemacht haben zur ersten Diözesan-Miniwallfahrt“ und blickt schon in die Zukunft: „Das ist ein gutes neues Format für unser Bistum, es wird nicht die letzte Wallfahrt dieser Art gewesen sein“.

Derweil sitzt Ortspfarrer Thomas Weiß von jungen Ministranten umgeben vor der Kapelle, freut sich über die Akzeptanz („Es ist schön zu beobachten, wie junge Menschen diesen Ort hier wahrnehmen in der freien Natur und erleben, wie schön Himmel und Erde sind, die Gott erschaffen hat“) und lauscht dem Lied, das der bisherige Leiter des Ministranten-Referates, Tobias Sattler aus Seligenstadt, musikalisch begleitet: „Mit dir, Martin, ausprobiern, wie Kirche heute geht“.

Der Bischof ist inzwischen abgereist zum nächsten Termin, aber die Messdiener aus den Dekanaten rund um Seligenstadt, aber auch aus Gießen, der Wetterau, aus Darmstadt, Groß-Bieberau und vielen anderen Gemeinden des Bistums, sind noch aktiv in kleinen Kreativgruppen, basteln Kerzen, knüpfen Rosenkränze, informieren sich über die „Weltfairänderer“, testen ihr Können mit Rauschbrillen am Stand der KJZ Offenbach-Land mit Iris Reiß oder stehen Schlange am Popcorn-Automaten, aufmerksam beobachtete von der neuen Referentin für die Ministrantenpastoral, Anna-Katharina Poppe, die als Nachfolgerin von Tobias Sattler offiziell ihr Amt am 1. September antreten wird.

Zum Abschluss auf der Liebfrauenheide noch die Andacht am „Natur-Dom“ mit dem Diözesanjugendseelsorger, wie schon in der Bischofsmesse musikalisch begleitet von der Messdienerschola aus dem Dekanat Seligenstadt, der Band des Musikzentrums St. Gabriel unter der Leitung von Thomas Gabriel, technisch betreut von Christoph Albrecht, und auch jene schon etwas älteren Besucher sind mit Feuereifer dabei, die einstmals die Messdienerarbeit im Dekanat mühevoll mit aufbauten.

Fotos von der Diözesan-Mini-Wallfart in unserer Bildergalerie.

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