Präsenz im Stadtteil zeigen und ein offenes Ohr haben

Freiwilliger Polizeidienst im Riederwald auf Streife

Ralf Gertich (links) und Salvatore Ciprioti sind als freiwilliger Polizeidienst im Riederwald, in Fechenheim und Bergen-Enkheim unterwegs. Foto: Hagemann

Riderwald (sh) – Sieben Ehrenamtler sind seit einigen Monaten als freiwilliger Polizeidienst in den Stadtteilen Riederwald, Fechenheim und Bergen-Enkheim auf Streife und haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitbürger. Für die Berufspolizei stellen die freiwilligen Helfer eine große Unterstützung dar.

„Wir sind ziemlich häufig unterwegs. Die Menschen sprechen uns sehr gerne an“, berichten Salvatore Ciprioti und Ralf Gertich. Häufig würden sich die Mitbürger über Falschparker und Raser beschweren, fassen die beiden zusammen. Die Anliegen geben die freiwilligen Polizeihelfer an den Dienstgruppenleiter weiter, dann kümmert sich die Berufspolizei darum. Von falsch geparkten Autos erstellen sie Fotos mit dem Mobiltelefon, die an das Ordnungsamt beziehungsweise die Stadtpolizei weitergegeben werden.

Der freiwillige Polizeidienst kann Identitätsfeststellungen vornehmen und auch Platzverweise aussprechen, doch wenn die Helfer auf Streife sind, geht weniger darum, einzugreifen, sondern viel mehr darum, präsent und ansprechbar zu sein. Und dieses Angebot wird gerne angenommen. „Manche wollen auch einfach nur ein Schwätzchen halten. Das gehört dazu. Schließlich sollen die Bürger die Scheu verlieren, auf die Polizei zuzugehen“, sagt Ralf Gertich. Einer ihrer ersten Einsätze war, mittels Faltblättern auf das Thema „Trickbetrug“ aufmerksam zu machen. „Die Aktion wurde sehr positiv aufgenommen. Wir hatten den Eindruck, die Menschen waren richtig froh, dass jemand da ist“, beschreibt Gertich die Reaktionen.

Gute Menschenkenntnis hilft im Ehrenamt

Ciprioti und Gertich macht es Spaß, sich um ihre Mitmenschen zu kümmern, deshalb haben sie sich für das Ehrenamt des freiwilligen Polizeidiensts entschieden. „Ich war in Nidderau bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ich helfe gerne“, sagt Ciprioti. Gertich höre, wenn er auf Streife ist, oft: Darf ich Ihnen mal eine dumme Frage stellen? „Dann entgegne ich immer, dass es keine dummen Fragen gibt“, erklärt er. Damit sei das Eis gebrochen und eine Vertrauensbasis geschaffen. Beide Polizeihelfer haben auch aufgrund ihrer Berufe – Maler und Lackierer sowie Abteilungsleiter – stets Kontakt mit Menschen und dadurch eine gute Menschenkenntnis entwickelt.

Seit 2007 gibt es den freiwilligen Polizeidienst in Frankfurt. Die Freiwilligen Polizeihelfer werden für ihre Aufgabe in Seminaren vorbereitet und erhalten zum Abschluss vom Präsidium Urkunden, Dienstausweise und Uniformen. Außerdem erhalten sie von der Stadt Frankfurt eine kleine Aufwandsentschädigung. 20 Stunden im Monat ist der freiwillige Polizeidienst in den Stadtteilen unterwegs – immer zu zweit und immer zu Fuß. Im Riederwald, in Bergen-Enkheim und in Fechenheim sind neben Salvatore Ciprioti und Ralf Gertich noch Ali Hadui, Cagdas Buyar, Kristof Kuhn, Olivier Meldau und Pascal Socha auf den Straßen zu sehen.