Sie wollen eine Politik bieten, die niemanden ausschließt Humanisten halten Bundesparteitag in Fechenheim

Anette Thumser, Torben Pöllmann und Robin Thiedmann von der Partei der Humanisten sind auf der Suche nach Unterstützern. Foto: sh

Fechenheim/Bergen-Enkheim (sh) –Im Gebäude der TSG Fechenheim wählte die Partei der Humanisten ihren Bundesvorstand. Darunter auch Anette Thumser aus Bergen-Enkheim. Sie ist im Vorstand des Landesverbands Hessen und zudem auf Listenplatz eins der Landeswahlliste für die kommende Bundestagswahl.

Nachdem Die Humanisten sich 2014 in Berlin gegründet hatten, wollte sich Anette Thumser „erst mal nur umschauen.“ Was sie vorfand, waren viele junge Leute, die engagiert an Politik rangingen. „Ein netter, cooler Haufen“, so Thumser, „mit einem Durchschnittsalter von vielleicht 35 Jahren.“ Was sie aber vollends überzeugte war, dass diese kleine, noch unbekannte Partei alle Themen abdecke, für die sie sich begeistere. „Die Partei der Humanisten ist frei von politischen Ideologien und schließt dadurch niemanden aus“, fasst Thumser zusammen. „Dieser offene Ansatz ist neu in der Politik, und ich finde ihn richtig und wichtig.“

Anette Thumser wechselte von der SPD zur Partei der Humanisten

Mehr als 25 Jahre engagierte sich die Bergen-Enkheimerin in der SPD. Doch schließlich empfand sie die dortigen Strukturen als zu festgefahren. „Man konnte sich als Einzelner schwer einbringen. Bei der Partei der Humanisten sind die Hierarchien flach. Ideen einzubringen ist jedem Mitglied möglich, auch wenn man nicht im Vorstand ist“, erklärt sie. Genau dort findet sie sich nun wieder, seitdem der hessische Landesverband im September 2016 mit Sitz in Bergen-Enkheim ins Leben gerufen wurde.

Als die Partei gegründet wurde, gab es gerade einmal 13 Mitglieder, mittlerweile sei man bei 250 und wachse stetig, berichten Robin Thiedmann, Pressesprecher, und Torben Pöllmann, Redaktionsleiter der PdH. „Die Partei ist entstanden, weil sich die Mitglieder von anderen Parteien nicht repräsentiert gefühlt haben“, erklärt Pöllmann.

Die Humanisten haben sich Freiheit, Fairness und Fortschritt auf die Fahne geschrieben

Freiheit, Fairness, Fortschritt - das sind die Schlagwörter, die sich die Humanisten auf die Fahne geschrieben haben. Die Kernthemen der Partei sind unter „Selbstbestimmung“, „Trennung von Kirche und Staat“ sowie „Wissenschaft und Forschung“ zusammengefasst. Zunächst solle sich jeder Mensch frei von unnötigen Hemmnissen und Hindernissen zu seinem Wohlergehen entwickeln können, so Thiedmann. Der Staat müsse dafür die Rahmenbedingungen setzen. Zu den Forderungen der Humanisten gehören daher unter anderem die Öffnung von Ehe und Adoption für alle, die Legalisierung von Rauschmitteln wie Cannabis sowie - angesichts der Entwicklung der Arbeitsmärkte - ein universelles, bedingungsloses Grundeinkommen, so Thiedmann.

Des Weiteren müsse der Staat in Fragen der Religion neutral bleiben, finden die Humanisten, um das Neutralitätsgebot des Staates, welches sich aus dem Grundgesetz ergibt, einzuhalten. Umgekehrt dürfe Religion keinen Einfluss auf den Staat nehmen. Kirchlich gebundene Einrichtungen wie Kindergärten sollten daher nicht weiter über allgemeine Steuergelder finanziert werden. Aus demselben Grund fordern die Humanisten auch die Streichung des Gottesbezugs aus Grundgesetz und Landesverfassungen.

Der Staat müsse nach Ansicht der Partei der Humanisten mehr in die Bildung investieren

Im Kernbereich „Fortschritt“ geht es der Partei der Humanisten darum, überkommene Strukturen durch rationales Denken aufzubrechen. Der Staat müsse mehr in die Bildung und somit in die Zukunft investieren, sind Thiedmann und Pöllmann überzeugt. Schulen seien besser auszustatten und Forscher bräuchten mehr Planungssicherheit in Form von längerfristigen Verträgen. Die Partei der Humanisten setzt sich zudem für die Idee einer vereinten, demokratischen Republik Europa ein und unterstützt daher die im vergangenen Jahr in Frankfurt gegründete pro-europäische Bewegung „Pulse of Europe“.

Derzeit sammeln die Humanisten Unterstützer-Unterschriften in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Berlin, um die Zulassung zur Bundestagswahl 2017 zu erhalten. 2000 Unterschriften pro Bundesland sind dafür nötig. „Wir kommen unserem Ziel näher“, ist Anette Thumser zuversichtlich, „wir brauchen hier als junge und kaum bekannte Partei aber noch viel Unterstützung.“

Die Partei der Humanisten kann man sonntags beim „Pulse of Europe“ (Treffpunkt: 14 Uhr am Goetheplatz) kennenlernen. „Wir sind mit unserem bunten Fahnennest gut zu erkennen“, sagte Anette Thumser. Auch beim Science March, der am kommenden Samstag, 22. April, um 13 Uhr an der Bockenheimer Warte beginnt, sind die Humanisten dabei. Eventuell wird es beim Bergen-Enkheimer Altstadtfest auch einen Infostand geben. Im Internet ist die Partei unter diehumanisten.de zu finden.

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