Feriencamp im Sportzentrum findet kreative Lösungen in Zeiten von Corona Alles etwas ruhiger als gewohnt

Künstlerisch verausgaben können sich die Kids beim abwechslungsreichen Programm der Ferienspiele der Stadt. Foto: m

Obertshausen (m) – Weißer Staub legt sich wie frischer Schnee auf die Bänke und Tische. Zwischen den drei weißen Zelten auf der Wiese zwischen Hauptplatz und Bahnstrecke bearbeitet eine handvoll junger Künstler mit Sägen, Feilen, Pinsel und Farbe Yton-Blöcke. Dabei entstehen überdimensionale Lego-Steine, grimmige Figuren und Liebesbeweise. Bei den Ferienspielen in Zeiten von Corona geht es deutlich ruhiger zu als gewohnt.

Die Leiter von der Kinder- und Jugendförderung haben im Sportzentrum Garniturmöbel zu einem Dreieck aufgestellt. Auf jeder Bank dürfen höchstens zwei Schüler sitzen. Mit dem Abstand haben die Fünft- bis Siebtklässler keine Probleme. Regelmäßig laufen sie zu einer der Flaschen mit einer Handdesinfektion, die in hölzernen Ständern aufgehängt sind, und reiben die Flüssigkeit in ihre Hände. Auch die Zelte erlauben ausreichend Distanz für den Fall, dass es mal regnet, zeigt Oliver Spahn in die Unterstände.

Der Sozialpädagoge nimmt jetzt Zeit bei den Rennfahrern in ihren seltsamen Kisten.

Die Hinterräder und der Schalensitz erinnern noch an ein Kettcar, sonst haben die Fahrzeuge auf der Laufbahn wenig Ähnlichkeit mit den Flitzern der Kinder daheim. „Die hat uns ein begnadeter Tüftler geschenkt“, informiert Spahn und weiß ansonsten auch nicht genau, woher die originellen Gefährte stammen. Gelenkt werden sie mit dem Hintern, der Sitz bildet eine Einheit mit dem Vorderrad, der Tretantrieb ist noch vor dem kleinen, stabilen Reifen angebracht. Die vermeintlichen Hebel an den Seiten bilden den Halt für den Piloten.

Der elfjährige Elias hat die Geräte am sichersten im Griff und den Kurs um die umgestülpten blauen und gelben Markierungsteller in 48 Sekunden bewältigt. Doch sein Freund Rian ist ihm dicht auf den Felgen. Zu Beginn hat sich jede der drei Gruppen ein eigenes Motiv ausgedacht und auf ein Banner gemalt. Sie nennen sich jetzt Brick Builder oder WLAN-Bahnde – weil sie versuchen, ihre Telefone mit dem kostenfreien Internet-Zugang der Bahn zu verbinden. Was aber nur funktioniert, wenn mal ein Zug genau in Höhe des Camps auf die Einfahrt in den Bahnhof warten muss. Die Ausflüge, erläutert Sozialpädagoge Spahn, sollen in der neuen Zeit zu Zielen innerhalb Obertshausens führen. Also erobern die Teilnehmer den Waldpark Ste. Geneviève des Bois in Hausen mit seinen Wasserspielen und Klettermöglichkeiten. Zuvor haben die Teams ein Geocaching vorbereitet: Jede Mannschaft hat für eine andere per Handy-Ortung die Koordinaten für einen Punkt ermittelt, die Daten auf einen Zettel notiert, der an der vorhergehenden Station versteckt worden ist.

Am Mittwoch hat ein Kicker unter den Camp-Leitern Fußball-Techniken vermittelt, zum Abschluss wird Pizza bestellt und ein Wunschprogramm erfüllt. Bis dahin erhalten die gemeißelten Blumentöpfe, Figuren und Riesen-Legos aus Betonstein ihren Feinschliff und Farbe.

Elias und Rian, die beiden Rennfahrer, präsentieren stolz ihre steinernen Kunstwerke: Rote Herzen in der Inschrift „I love you“. Damit werden sie ihre Freundinnen Mareike und Marie überraschen, verraten sie.

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