Nach jahrelanger Suche fand der Heimat- und Geschichtsverein endlich ein Domizil für sein Heimatmuseum „Kleines Baby“ soll zukünftig zahlreiche Besucher anlocken

Nach jahrelanger Suche half Uwe Hoppesack dem HGV, eine Unterbringung für das Heimatmuseum zu finden. Foto: znd

Klein-Auheim (znd) – Lange haben sich die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) Klein-Auheim gesehnt nach einem Domizil für ihr Heimatmuseum. Mit der Unterstützung von Uwe Hoppesack geht ihr Traum im Januar endlich in Erfüllung.

Bisher trafen sich die HGVler im „Zentrum für Ortsgeschichte“, Schönfelder Straße 1, im alten Rathaus.

Auf dem alten Gelände der Druckerei Ingra im Industriegebiet an der Gutenbergstraße, dessen komplettes Areal mit Firmengebäude rund 2.100 Quadratmeter groß ist, sollen sich bald viele Besucher tummeln und einen Blick auf die Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins werfen. Aber nicht nur er wird sich im Industriegebiet Klein-Auheims niederlassen, sondern auch die Schlepperfreunde, die Bauer-Exponate von Jörg Schulisch sowie ein Fahrradladen und ein Café, das für einen gemütlichen Aufenthalt sorgen soll.

Bis es jedoch zu dieser endgültigen Lösung gekommen ist, dauerte es knapp zehn Jahre und viele nervenaufreibende Stunden.

Uwe Hoppesack, der ein Mess- & Regeltechnik-Unternehmen an der Carl-Reiss-Straße in Klein-Auheim führt, wurde durch einen Zeitungsartikel auf das Problem des HGVs aufmerksam.

Er schrieb eine Mail an den Verein und bot ihnen zunächst das Gebäude an der Siemensstraße an. „Ich habe den Artikel gelesen und wollte aus meiner Laune heraus helfen“, erklärt er in einem Gespräch mit der Redaktion der HeimatPost seine Reaktion auf den Artikel.

Er hat sich auch an die Stadt Hanau gewandt, die positiv auf sein Angebot reagierte.

Nach einem Besichtigungsbesuch wurde seine Idee für gut befunden und er wurde aufgefordert, an dem Projekt weiter dran zu bleiben.

Auch Jörg Schulisch suchte seit längerem nach einer Lösung für seine Bauer-Sammlung. Sein Wunsch war es, die bestehende Sammlung aus Fahrrädern, Mopeds, Werkzeugen und Dokumenten der ehemaligen Bauer-Werke in Klein-Auheim zurück an deren Ursprungsort zu bringen. Bisher konnte man die Raritäten in Heigenbrücken im Spessart betrachten.

Aufgrund der geringen Räumlichkeiten an der Siemensstraße, musste eine andere Lösung für die Unterbringung beider Ausstellungen gefunden werden.

„Wir hatten die Möglichkeit, das Grundstück der Druckerei Ingra zu kaufen, für den Heimat- und Geschichtsverein und die Bauer-Ausstellung.“ Über das Wochenende hatte Hoppesack Zeit über das Angebot nachzudenken und ein Raumkonzept zu erstellen. Bei der Präsentation erhielt Hoppesack den Zuspruch des HGVs und konnte mit der Umsetzung seines Konzepts beginnen.

Während der Planung kam ihm auch die Idee, einen Fahrradladen, der sich insbesondere auf Reparaturen spezialisiert, mit ins Boot zu holen. In Klein-Auheim eine willkommene Gelegenheit, für Günther Kemmerer von „Günthers Ratladen“ an der Seligenstädter Straße / Ecke Weiskircher Straße.

Hinter Hoppesacks Überlegungen steckt ein ausgeklügeltes Konzept, das Schüler für das Museum des HGVs begeistern soll. „Der Fahrradladen soll einen Workshop an Schulen anbieten und mit den Jugendlichen Fahrräder restaurieren.“

Dabei sollen die Schüler die Möglichkeit bekommen, etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht kann so der Heimat- und Geschichtsverein junge und interessierte Mitglieder generieren.

Das Trio aus den Schlepperfreunden, dem HGV inklusive der Bauer-Ausstellung und dem Fahrradladen wird letztlich von einem Café abgerundet. Durch die zentrale Lage am Main können Fahrradfahrer eine Rast bei Kaffee und Kuchen im Café machen und das Museum besuchen.

Im November ziehen die Schlepperfreunde in das restaurierte Gebäude ein. Im Januar folgen der HGV sowie der Fahrradladen. Als letztes wird das Café im April des kommenden Jahres in der ehemaligen Druckerei eröffnet. Geleitet wird der süße Hotspot von dem Team „Kuchenstil-Manufaktur“.

Die Eröffnung des Geländes soll voraussichtlich vor Ostern stattfinden. Momentan wird noch eifrig nach einem Namen für das ganze Objekt gesucht. Hoppesack ist es wichtig, dass der Name „kurz und prägnant ist“ und einen Wiedererkennungswert besitzt.

Das einzige, was noch fehlt, ist eine Gaststätte. „Der Gastrobereich ist noch frei. Die Küche soll gut bürgerlich sein mit Öffnungszeiten ab 17 Uhr“, sagt Hoppesack. Mit ihm sind die Kapazitäten des Gebäudes völlig ausgereizt. Ein Tagungsraum, der zur Gaststätte gehört, kann von anderen Vereinen genutzt werden. Ein Biergarten im Außenbereich rundet das Gastro-Konzept ab.

Mit der Realisierung seines „kleinen Babys“ verspricht sich Uwe Hoppesack ein starkes Netzwerk, das gemeinsam zusammenarbeitet und wächst. Er hofft auf positive Resonanz der Bürger und freut sich schon jetzt auf die Zukunft des Geländes.

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