24-Stunden-Lauf erbringt 105.000 Euro

In Rodgau sind die Läufer alle Helden

Exakt 24 Stunden nach dem Startschuss ließen sich die Athleten auf der Ehrenrunde feiern. Der Applaus des Publikums war allen Teilnehmern sicher. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Er ist 36 Jahre alt, aber immer noch fit wie ein Turnschuh. Der 24-Stunden-Lauf des Vereins Gemeinsam mit Behinderten (GmB) ging in seine 36. Auflage. 39 Mannschaften und acht Einzelläufer drehten auf dem TSV-Sportplatz in Dudenhofen ihre Runden und sammelten so Spenden für die Arbeit des Organisators.

24 Stunden nach dem Start zählten die Moderatoren Matthias Ott und Marvin Kühne die Sekunden bis zum Schlusspfiff herunter. Die Sportler gaben nochmals Gas, um die Laufleistung ihrer Mannschaft zu erhöhen. Dann standen die Glücksgefühle auf den Gesichtern aller Athleten, es war geschafft. 24 Stunden lang hatten sie sportliche Höchstleistung für ihre Mitmenschen erbracht. Glücklich waren auch die Mitglieder des GmB, sie freuten sich über eine Spendensumme von 105.130 Euro. Im letzten Jahr waren es 117 000 Euro, mit denen die Hypothekenschuld für das Haus Emmanuel reduziert wurde und ein neues Auto angeschafft werden konnte.

Wie schon in den letzten Jahren verdoppelte das „Rotary-Dream-Team“ erneut die von ihm erlaufene Spendensumme. So brachte die Mannschaft mit der Startnummer 38 insgesamt einen Betrag von 23.080 Euro mit ein. Das zweithöchste Spendenaufkommen erlief das Team „Geht so“ vom JSK Rodgau (3.087,50 Euro), dann folgte „Allianz Global Investors - Blue Runnings Fun“ mit 1.995,10 Euro. Ariane Grigoteit hatte einen Sponsor, der für jede ihrer 89 Laufbahnrunden 25 Euro zahlte.

Geld für guten Zweck

Die Einnahmen dienten der Rückzahlung des Darlehens, das GmB für die Wohnungen in der Vordergasse 26 aufgenommen hat. Dort haben die Stiftung und der Verein in drei Häusern 18 Appartements gebaut. Von der Darlehenssumme von 2,5 Millionen Euro waren vor dem aktuellen 24-Stunden-Lauf noch 300.000 Euro auf dem Kontoauszug. Im nächsten Jahr soll das Darlehen getilgt sein; zwei Jahre früher wie geplant, wie Finanzchef Lothar Mark mitteilte.

Beim 24-Stunden-Lauf schafften die längsten Laufstrecken die Mannschaften „Run for fun - Killer“ mit 971 Runden, „OCR Obstacle Course Racing Frankfurt“ mit 955 Runden und „Die Allerscheenste“ mit 898. Bei den Einzelläufern schafften es Jens Caspary, Okashi San und Uwe Heinrich aufs Podest. Sie liefen 326, 294 und 265 Runden. Die schnellste Umrundung des Stadions schaffte ein Sportler der „GOS Busters“, er benötigte nach dem Start 61 Sekunden.

Über drei Millionen Euro in 36 Jahren

Am Samstag Abend um fünf vor zwölf feierten die GmB-ler einen ganz großen Moment. Es ging eine Spende ein, die in der Addition aller 36 Veranstaltungen für das Überschreiten der drei-Millionen-Euro-Marke sorgte. Am Ende waren die Läufer und Organisatoren glücklich. Das DRK musste lediglich Pflaster kleben.

24 Stunden zuvor griff Triathletin Angelika Halberstadt zur Starterpistole und schickte die ersten Teilnehmer auf die lange Reise. Statt eines lauten Startschusses kam nur ein leises Klick aus der Waffe. Die Patrone steckte schlicht und ergreifend in der falschen Kammer. Angelika Halberstadt hat sich kürzlich für die Triathlon-WM auf Hawaii qualifiziert. Die Triathlon-Europameisterin läuft seit Jahren im Team der Rotarier mit, kam dieses Jahr erst während der Nachtschicht zum Einsatz. Takeo Hikaru startete beim Team der Rotarier und hatte somit die weiteste Anreise aller Teilnehmer. Anfang August kam der Japaner aus dem 9.341 Kilometerentfernten Kawasaki nach Rodgau. Der 17-Jährige nimmt am einjährigen internationalen Austauschprogramm der Rotarier teil.

Viele Bilder vom 24-Stunden-Lauf finden Sie in der Fotogalerie

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