50. Geburtstag der Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen Das Erleben der Vielfalt von Musik ermöglichen

Das 50-jährige Bestehen der Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen feierten auch langjährige Aktive. Foto: M

Seligenstadt (M) – Ihren 50. Geburtstag feierte die Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen im St.-Josefshaus. Sie verknüpfte ein hochklassiges Konzert mit einer ausgedehnten akademischen Feier. Namhafte Gäste stimmten Loblieder an, ließen aber auch kritische Töne anklingen.

Joachim Bergmann, Vorsitzender des Trägervereins, befand, die Einrichtung verfüge über eine sorgfältig abgestimmte Struktur, leiste die Grundausbildung, fördere aber auch Begabte und bereite auf ein Musikstudium vor. „Wir legen Wert auf Breitenarbeit, sprechen neue Zielgruppen an, kooperieren mit Schulen, Kitas, Vereinen.“

Bergmann erinnerte an die Zeit, als es nur eine Wochenstunde Musik in der Grundschule gab. Nur wenige, die ein Instrument zu Hause hatten, wurden zum Privatunterricht geschickt, zum Spielmannszug, nach Offenbach. Bis am 25. Juni 1969 die Musikschule gegründet wurde. 23 Kinder besuchten die Elementarausbildung an Orff-Instrumenten, später Blockflötenunterricht, im dritten Jahr kamen Klavier, Flöte, Gitarre und Geige dazu.

Ingo Negwer, seit 20 Jahren Leiter, lenkte den Blick auf die Gegenwart mit mehr als 1000 Schülern. Die „wichtige kommunale Bildungseinrichtung“ stehe längst Erwachsenen offen. Im Unterschied zu privaten Anbietern erfülle sie einen Bildungsauftrag, vermittle traditionell klassische und Volksmusik, heute auch Rock, Pop und Jazz.

„Der Unterricht leistet Persönlichkeitsbildung, ist offen für alle, wirkt in die Breite der Gesellschaft“, warb der Leiter. „Wir holen junge Menschen ab, wo sie den Großteil ihrer Zeit verbringen – in der Schule.“ Das habe Auswirkungen aufs Anforderungsprofil der Lehrer; „neben Fachkompetenz und pädagogischen Fähigkeiten bringen die Vollprofis Engagement und Empathie mit“. Das wiederum erfordere Verantwortung für ihre Absicherung, was in Hessen schlecht laufe. „Unsere Angebote müssen erschwinglich bleiben oder werden“, so Negwer. Soziale Ausgewogenheit sei wichtig, so könnten Schüler kostenlos in Kinderchören singen.

„Fast jedes Kind, das etwas mit Musik zu tun hat, geht durch Ihre Hände“, lobte Bürgermeister Daniell Bastian. Die Musikschule stehe mitten in der Gesellschaft, ihre Projekte „sind „beeindruckend, versprühen Freude“. Die Kommunen allein könnten den Unterricht nicht organisieren, obwohl sie ihre finanzielle Förderung erhöht hätten, Räume für einen symbolischen Beitrag stellten.

Erster Beigeordneter Christian Spahn gratulierte für die Gemeinde Hainburg. Für Mainhausen sprach Gisela Schobbe, Vorsitzende des Sozialausschusses: Das Konzept der Musikschule führe weg vom passiven Aufnehmen, verleihe Rhythmusgefühl und motorische Fähigkeiten. Zum Jubiläum hat das Parlament 5.000 Euro überwiesen.

Landrat Oliver Quilling, selbst Saxofonist, lobte, die Musikschulen leisteten hervorragende Arbeit. Die Jubilarin sei die älteste im Kreis Offenbach und zähle zu den ältesten im Land Hessen, sie bediene ein Gebiet mit 56 000 Einwohnern.

Der Geschäftsführer des Landesverbands der Musikschulen, Hans-Joachim Rieß, erinnerte daran, wie Jugend- und Volksmusikschulen früher „das Erleben der Vielfalt von Musik ermöglichten“. Sie seien sicht- und hörbarer Ausdruck für Bürgerrecht. Kultur sei eine unverzichtbare Aufgabe der Kommunen.

Das Programm bereicherten Talente an Violinsaiten, Saxofonquartett sowie Vater und Sohn an Klavier und Trompete. Die Jazz-Bigband spielte Stücke aus dem Mondlandungs- und Woodstock-Jahr 1969, Teenager sangen als Elysian Voices des Contrapunkt aktuelle Hits.

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