Thesa-Ensemble bringt Kriminalkomödie auf die Bühne Rätsel um eine verschwundene Leiche

Kommissar Weilbächer (Karl-Heinz Lehr) verhört die Sekretärin Frau Westenberger (Gabriele Giersiepen) unter kritischer Beobachtung von Lily (Edit Reitz). Die Krimikomödie „Keine Leiche ohne Lili“ wird am Freita, 21. Dezember, und Samstag, 22. Dezember, jeweils ab 20 Uhr noch einmal aufgeführt. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw– „Heute gubt es wahre Helden auf der Kleinkunstbühne im Theater Schöne Aussichten.“

So jedenfalls bezeichnet Theaterhäuptling Reiner Wagner seine Schauspieler vom Thesa-Ensemble, denn die Premiere der Kultkrimikomödie „Keine Leiche ohne Lily“ musste wegen einer Erkrankung des Hauptdarstellers Karl-Heinz Lehr kurzfristig verschoben werden.

Mit 80 Jahren steht Edit Reitz als dienstälteste Schauspielerin auf der Bühne. Wagner ist begeistert. „Es macht einfach nur riesigen Spaß mit ihr zusammenzuarbeiten.“ Reitz spielt die Rolle der Lily Armbruster, einer Reinigungskraft, die über kriminalistische Fähigkeiten verfügt. An der Rolle haben sich bereits Heidi Kabel oder Grethe Weiser versucht, aber erst Reitz bringt durch ihre schauspielerische Brillanz die ganze Vielfalt der Kleinkriminalistin auf die Bühne. „Ich weiß, dass du das nicht hören willst, aber das ist mir egal“, sagt sie immer wieder zu Kommissar Weilbächer (Karl-Heinz Lehr). „Ich erzähl’ jetzt einfach, wie es wirklich war“, muss der sich nicht nur einmal anhören. Ihre schnoddrige, direkte Art und ihr Schauspiel bringen die Zuschauer immer wieder zum Lachen und sorgen für Applaus.

In der Komödie von Jack Popplewell, die das Thesa-Ensemble in der hessischen Fassung spielt, liegt der Unternehmer Schneckenberg (Reiner Wagner) tot in seinem Büro. Die Reinigungskraft Lily findet ihn und alarmiert sofort die Polizei. Als Kommissar Weilbächer eintrifft, ist die Leiche jedoch verschwunden. Der mysteriöse Fall entwickelt sich immer mehr zum Verwirrspiel, nicht zuletzt durch die dilettantischen Fehleinschätzungen des Kommissars und seines Gehilfen Hans Dieter Schmidt (Gerhard Voltz). Die Befragung der Angestellten bringt Geheimnisse ans Tageslicht: Die Sekretärin Frau Westenberger (Gabriele Giersiepen) liebt ihren Chef und ist eifersüchtig auf das attraktive Fräulein Bach (Loana Tuscano), Buchhalter Schütz (Reinhardt Brandtner) mag den Chef nicht besonders, sondern ist nur am guten Gehalt interessiert und die Frau vom Chef (Martina Brandtner) hat vermutlich einen Liebhaber. Plötzlich steht der Chef lebendig im Raum. Alle sind natürlich verblüfft. Für die Polizei ist der Fall damit abgeschlossen, doch Lily traut der Sache nicht.

Dass die Premiere unter Hochdruck entstanden ist und der Text in der ersten Aufführung nicht immer sicher sitzt, erkennen die Zuschauer daran, dass Souffleuse Chris Kreuchauff den Schauspielern gerade im zweiten Akt immer mal beispringen musste. Doch die meistern auch diese Situation, allen voran Reitz, die, wenn sie mal hängenbleibt, ihren ganzen schauspielerischen Charme nutzt und so die Szene sogar noch bereichert.

„Was kam jetzt?“, bittet sie einmal die Souffleuse für jeden im Saal hörbar um Hilfe. „Ach ja richtig: So geht’s weiter, jetzt erinnere ich mich“, um dann sofort wieder im Stück zu sein.

Ein sehenswertes Theaterstück, das noch am kommenden Freitag, 21. und Samstag, 22. Dezember, jeweils ab 20 Uhr im Theater Schöne Aussichten am Harmonieplatz in Dietzenbach aufgeführt wird. Im Januar sind vier weitere Termine geplant.

Tickets und weitere Infos gibt’s im Internet auf thesa.de.

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