Ironman Frankfurt: Zum 15. Mal mit Auftakt am Waldsee Der längste Tag für eisenharte Sportler startet in Langen

Während die Profis schon im Wasser sind, warten die Altersklassen-Athleten noch auf ihren Start. Mit dem Schwimmen starten die Männer und Frauen in einen langen und anstrengenden Tag. Foto: Postl

Langen (lfp) – Still ruhte am Sonntagmorgen der Langener Waldsee – bis sich die Ironman-Teilnehmer in die relativ kühlen Fluten stürzten. Als es noch dämmerte und die ersten Sportler am Start für den Iroman Frankfurt eintrafen, schaukelte noch eine große Gruppe von Kanadagänsen auf dem See.

Doch als die ersten Boote von Wasserwacht und Deutschem Roten Kreuz sowie ein ganzer Schwarm von Helfern auf Bords sich im Langener Waldsee verteilten, um den Streckenverlauf abzusichern, war es mit der Ruhe vorbei. Der Waldseee gehörte allein den eisenharten Frauen und Männern, die nicht nur um die europäische Ironman-Krone kämpften, sondern auch um die begehrten 75 Startplätze für den Ironman auf Hawaii.

Gab es früher nur einen mächtigen Donnerschlag als Startzeichen auf den hin sich dann alle Athleten in die Fluten stürzten, wurde in Langen erstmals das bereits an vielen anderen Orten bewährte „Rolling Start“-Verfahren angewendet. Die teilnehmenden Athleten sammeln sich in „Leistungszonen“ und werden dann nach und nach ins Wasser geschickt. Zuerst starteten die Profis der Herren, dann jene der Damen und danach die Altersklassen-Sportler. „So entsteht kein Gedränge mehr, weil jeder möglichst schnell in Wasser will, denn die Zeit wird erst beim Durchlaufen der Startlinie erfasst und gemessen“, erklärte Renndirektor Pascal Morillon.

3000 Athleten aus 65 Nationen

Zum Start des nun 15. Frankfurt Ironman gab es mit Mainova einen neuen Sponsor, sodass die Fortsetzung wieder gesichert ist. Ganz beeindruckt war Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin Alsheimer: „Ich bin beeindruckt, welch Räderwerk hier perfekt ineinander greift, um diesen Ablauf reibungslos zu bewältigen.“ In diesem Jahr gingen 3 000 Athleten aus 65 Nationen an den Start. Angefangen hatte der Ironman vor 15 Jahren mit 2 000 Athleten.

„Ein eingespieltes Team und bewährte Abläufe machen vieles einfacher“, betonte Renndirektor Pascal Morillon. Und dennoch werden immer wieder einige Sachen nachjustiert. Doch es ging nicht nur um den europäischen Sieg. Für Professor Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union (DTU), war es eine besondere Freude, dass die deutsche DTU-Meisterschaft über die Triathlon-Lang-Distanz, wie ein Ironman von offizieller Seite genannt wird, erstmals in der Stadt des Verbandssitzes Frankfurt ausgetragen wurde.

Neben den Top-Triathleten aus aller Welt ist der Ironman aber auch eine willkommene Gelegenheit für heimische Athleten, sich mit den Besten zu messen. „Die Kosten für einen Start sind ohnehin hoch, wenn dann noch Flug und Übernachtung dazukommen, dann summiert sich das recht ordentlich“, meinte Dietmar Holzer. Ein weiterer angenehmer Vorteil ist, dass Familie und Freunde als hilfreiche Begleiter am Streckenrand dabei sein können. „Ich weiß das aus eigener Erfahrung, das beruhigt schon ungemein und hält den Kopf frei“, meinte Dieter Macholdt aus Dreieich, der sich mehr auf den Duathlon verlegt hat. „Hier bin ich als Helfer in der Wechselzone aufs Rad eingesetzt, da kann ich alles recht entspannt verfolgen.“

Startkarte zum Geburtstag

Das „Rennen“ ihres Lebens hatte Angelika Halberstadt vor sich. Die Frau des Chefs der Bürgerhäuser Dreieich hatte die Startkarte von ihrem Mann Benjamin zum Geburtstag als Überraschungsgeschenk erhalten. „Da muss ich wohl jetzt durch – und ich will es auch“, sagt die Dreieichenhainerin. Ebenfalls wieder am Start waren die Langener „Waldseehaie“. Für Anne Baumgart, Rüdiger Bobsin, Simon Müller, Christoph Oldenburg und Stefan Schubert galt die Devise sich im „Haifischbecken“ des Langener Waldseee zu behaupten und nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem Marathon-Lauf zu Abschluss, überhaupt anzukommen. „Wir packen das“, war sich das Quintett sicher. Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt war selbst am frühen Morgen auf der Startplattform und drückte allen die Daumen. „Für mich wäre das überhaupt nichts, schon gar nicht nach der kurzen Fußballnacht von gestern“, meinte Gebhardt und zollte allen großen Respekt.

Etwas Verwirrung gab es bezüglich der Erlaubnis, mit Neoprenanzug schwimmen zu dürfen – oder auch nicht. Da die Wassertemperatur 22,5 Grad zeigte, mussten die Profis auf den Neoprenanzug verzichten, alle anderen durften die mehr Auftrieb verleihende „zweite Haut“ jedoch tragen. Nach gut zwei Stunden war der Trubel am Langener Waldsee dann auch schon wieder fast verschwunden, denn es gibt Limits für jede Disziplin.

Mit einem deutschen Doppelsieg beendeten am Ende Sebastian Kienle und Andi Böcherer das Rennen. Bei den Damen siegte die Australierin Melissa Hauschildt, gefolgt von den deutschen Athletinnen Katja Konschak und Daniela Sämmler.

 

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