Über 100 Gravenbrucher nahmen an einem Rundgang mit Bürgermeister Hunkel teil Etliche Baustellen

Vom Dreiherrnsteinplatz aus wurde das neue Gebäude mit Rewe-Markt und den darüber liegenden Wohnungen betrachtet. Foto: Postl

Gravenbruch (lfp) – Was passiert da mit der Polizeistation und der Verwaltungsaußenstelle? Wie wird sich das Bild an der Evangelischen Kirche ändern? Wird in diesem Jahr noch der Rewe-Markt eröffnen und wie leben die Geflüchteten in der Gemeinschaftsunterkunft in der Meisenstraße? Diese Fragen standen auf der Agenda von Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel, der die Bürger zu einem Rundgang in Gravenbruch eingeladen hatte. 100 Menschen waren schließlich der Einladung gefolgt – und die interessierten sich neben den vorgeschlagenen Punkten vor allem auch für das Thema „Parken“.

Zuerst ging es in das Kinderzentrum Gravenbruch, wo Bürgermeister Herbert Hunkel im Rahmen einer Präsentation genauer auf bestimmte Punkte einging. „Wir haben uns nach langen Gesprächen mit der evangelischen Kirche und Bonava entschieden, hier in Gravenbruch auf eigenem städtischen Gelände eine Kindertagesstätte zu errichten“, erklärte Hunkel. So wollte man mögliche Probleme mit den Bewohnern des Wohngebäudes, in dessen Erdgeschoss die Kita zunächst geplant war, vermeiden. „Mit der nun gefundenen eigenständigen Lösung können wir auch entsprechende Zuschüsse beantragen“, erklärte Hunkel.

Das derzeitige Gebäude, in dem Polizeistation und Bürgeramt untergebracht sind, sei ohnehin sanierungsbedürftig, deshalb soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. In einem Flügel wird im Erdgeschoss die Kindertagesstätte für unter Dreijährige und im ersten Stock darüber zwei Gruppenräume für Kinder im Alter über drei Jahren eingerichtet. Im ersten Obergeschoss über Polizeistation und Bürgeramt sowie im zweiten Stock über der Kita sollen Dienstwohnungen entstehen. So könne man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, sagte Hunkel.

Zu den Veränderungen auf dem Gelände der evangelischen Kirche verwies Hunkel auf die notwendige Verlegung des verrohrten Hainbaches, der genau unter dem Grundstück durchläuft. „Dieser Bach muss verlegt werden, um den Bau von einer Tiefgarage, die erforderlich ist, zu ermöglichen“, erklärte er.

Zur geplanten Bauverdichtung des Geländes hatte Jörg Hänisch, der selbst 30 Jahre Stadtplaner in Frankfurt war, jedoch große Bedenken. „Bei der Planung der Siedlung von Gravenbruch wurden die Freiräume auf dem Gelände der evangelischen Kirche als öffentlicher Raum konzipiert. Durch die jetzt geplante Bebauung fällt das alles weg, ich befürchte größere negative ökologische und auch ökonomische Auswirkungen. Wo sollen sich die Menschen denn dann noch treffen?“, so Hänisch. Sein Lösungsvorschlag: Die Stadt Neu-Isenburg müsse alles daran setzten, das Gelände zu erwerben, um es als öffentlichen Nutzungsraum zu erhalten.

Das Thema Parken und fehlende Parkplätze wurden lange und kontrovers diskutiert. Ein Gravenbrucher, der selbst über einen eigenen Parkplatz verfügt, regte an, doch Teile des großen ungenutzten Dreiherrnsteinplatzes zur Verfügung zu stellen. Dies wurde mit heftigen Protestrufen quittiert. Bürgermeister Herbert Hunkel antwortete, dass derzeit ein Parkraumbewirtschaftungskonzept in Auftrag gegeben werde, danach wolle man entsprechend reagieren.

Um die Pläne zum Neubau des Rewe-Marktes mit weiteren Wohnungen darüber zu erläutern, war Investor Metin Altuntas mit seiner Frau Cansel eigens nach Gravenbruch gekommen. „Ja, es gab immer wieder Probleme durch neue Auflagen, insbesondere in der Tiefgarage und auch durch die beengten Verhältnisse auf der Baustelle selbst, aber jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels“, so Altuntas. Die Wohnungen entstehen in ökologischer Holzbauweise und wurden zudem von 16 auf zehn reduziert, um größere Wohnungen zu ermöglichen. „Die Mietpreise liegen bestimmt nicht höher als bei dem Objekt hier nebenan“, zeigte Altuntas auf das neue Wohngebäude an der katholischen Kirche. Der Übergabetermin des Rohbaus an Rewe ist auf den 30. September terminiert – somit können die Gravenbrucher damit rechnen, zu Weihnachten bei Rewe einkaufen zu können.

Letzte Station des Rundganges war die Gemeinschaftsunterkunft in der Meisenstraße. Dort sind derzeit 45 Geflüchtete, darunter fünf Familien, untergebracht. Maximal 72 wären erlaubt. Für die Besucher hatten sie Kuchen gebacken. Neben der offiziellen Betreuung durch die drei Sozialarbeiterinnen des Kreises Offenbach kümmern sich auch einige Gravenbrucher um die Bewohner. Hier sind insbesondere Petra Ost und Ingrid Bickmann zu nennen, die immer wieder Frauen zu sich nach Hause zu Kaffee, Tee und Kuchen einlädt und in gemeinsamen Gesprächen für ein besseres Zusammenleben sorgt.

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