Kranzniederlegungen auf dem Alten Friedhof, an der Marktplatzkirche und vor dem Rathaus Volkstrauertag unter besonderen Corona-Bedingungen

Gedenken am Ehrenmal – Hinten links Carsten Müller (Deutsche Volksgräber Fürsorge), dann Bürgermeister Herbert Hunkel und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner. Rechts Hans Albring und Edda Schulz-Jahn (VdK). Foto: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Durch die Corona-Pandemie sind in diesem Jahr wichtige Gedenktage etwas in den Hintergrund gerückt. Dennoch sollten sie nicht vergessen werden. Dies betrifft den 8. Mai, den Tag des Endes des Zweiten Weltkrieges, der sich in diesem Jahr zum 75. Mal jährte. In diesem Zusammenhang ist auch der Volkstrauertag zu sehen, an dem der vielen Toten der beiden Weltkriege und der Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft gedacht wird. Es gab zwar keine öffentliche Feier, dennoch fanden Kranzniederlegungen am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof, am „Versöhnungstor“ an der Marktplatzkirche, sowie am Gedenkstein vor dem Rathaus statt.

In seiner Ansprache am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof verwies Bürgermeister Herbert Hunkel auf 75 Jahre Frieden in unserem Land, hob aber hervor, dass wir von einem Weltfrieden noch weit entfernt seien. „Der Blick in die Welt zeigt, es gibt Kinder und junge Erwachsene auf dieser Welt, die noch niemals in Frieden gelebt haben. Krieg und Terror sind seit ihrer Geburt brutaler Alltag“, so Hunkel. „Wer sich das vor Augen hält, muss den Schutz von Frieden, Freiheit und Demokratie als höchsten Gur begreifen - er muss begreifen, dass all das sorgfältig bewahrt werden muss“, so das Stadtoberhaupt deutlich. Doch selbst in unserem Land sei der Friede brüchig, verwies Herbert Hunkel auf die Terroranschläge in jüngster Zeit – egal ob rechts- oder linksextremistisch, rassistisch oder gar religiös motiviert.

„Immer wieder versuchen Populisten auch die Corona-Pandemie zu nutzen, um unsere Demokratie zu schwächen. Sie versuchen Schuldige an der Pandemie auszudeuten, verbunden mit antisemitischem oder rassistischem Gedankengut. Das ist schockierend und beschämend“, so Hunkel deutlich. „Wenn wir heute der Toten beider Weltkriege und der Opfer nationalsozialistische Gewaltherrschaft gedenken, erinnern wir an das unermessliche Leid, welches diese Menschen erleben mussten. Wir müssen aber auch gleichzeitig auch an die Opfer von Kriegen, Terror und Gewalt in unserer heutigen Zeit denken. An all jene, die unsere Hilfe brauchen. Seien wir tolerant und hilfsbereit gegenüber Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten“, forderte Herbert Hunkel.

„Geschichte wird oft dann leichter begreifbar, wenn die Ereignisse mit Namen und Orten verbunden werden können, deshalb haben wir den Neu-Isenburger Kriegsopfern ein Denkmal gesetzt. Ein Denkmal in der Form eines Gedenkbuches“, betonte Bürgermeister Herbert Hunkel.

Die Broschüre dazu kann im Rathaus oder in den Bürgerämtern abgeholt werden. „Nutzen wir den Volkstrauertag, auch in Zeiten der Corona-Pandemie- zur Reflexion über Krieg und Gewalt. Seien wir dankbar, dass wir in unserem demokratischen Land in Frieden leben dürfen. Nehmen wir den Volkstrauertag zum Anlass, uns noch bewusster für diesen Frieden, für Toleranz, Solidarität und Menschlichkeit einzusetzen“, schloss Bürgermeister Herbert Hunkel seine Ansprache.

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