Trauercafé seit einem Jahr Zufluchtsort für trauernde Menschen Ein besonderer Geburtstag

Ehrenamtliche Wegbegleiter für Trauernde, die seit einem Jahr das Trauercafé gestalten. Foto: p

Obertshausen (red) – Auf dem gedeckten Tisch steht ein Kuchen. Mehrere Frauen begrüßen die Gäste in einem der Gemeinderäume der Waldkirche. Die Menschen, die kommen freuen sich, obwohl sie ein trauriger Anlass hierherführt. Es ist Trauercafé, wie seit einem Jahr an jedem ersten Sonntag im Monat. Die Frauen, die da begrüßten, haben Anfang 2018 die Qualifikation zum Trauerbegleiter absolviert. Seit November 2018 kümmern sie sich mit viel Herzblut um Trauernde.

Für die Menschen, die vor kurzem oder einigen Monaten den Tod eines nahestehenden Menschen hinnehmen mussten, tut das Treffen gut. Neben den Begleitern sind auch andere Trauernde da, die zuhören, Erinnerungen teilen, Alltägliches besprechen und auch gemeinsam lachen.„Der Sonntag ist normalerweise nicht die beste Zeit für Trauernde. Schließlich finden Aktivitäten in der Kernfamilie statt und da ist man dann schnell mal allein. Auch die meisten Geschäfte sind geschlossen, so dass man nicht so unter Leute kommt“, sagt Alexander Rudolf (Koordinator). Deshalb haben sich die Aktiven für den Sonntag entschieden. Jedes Mal bereiten die Trauerbegleiter einen Impuls oder eine kleine Aktion vor, jeder der Besucher kann sich so beteiligen, wie er das möchte. Aber auch der freie Austausch bei einem Stück Kuchen und einem Kaffee kommt nicht zu kurz.

Viele Zeiten und Situationen führen dazu, dass Trauernde an den Menschen erinnert werden, der nicht mehr da ist. Besonders sind das Feier,- Gedenk-, Jahres-, und Geburtstage. So mischt sich in den freudigen Anlass, dass ein Unterstützungsangebot für Trauernde ein Jahr alt wird, auch Traurigkeit. Aber die darf und soll hier ja auch sein. Pfarrerin Kornelia Kachunga sagt: „Wir freuen uns in jedem Fall, dass die gemeinsame ökumenische Initiative in der Mitte Obertshausens mit dem Trauercafé gut ankommt. Wir werden auch weiter darauf hinwirken, dass Trauer einen Platz in unserer Gesellschaft haben darf“.

Das Trauercafé, öffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 15-17 Uhr, so wieder am 01.12. Im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde (Schönbornstraße 42) werden Trauernde von ehrenamtlichen Wegbegleitern empfangen. Es ist ein offenes Angebot, dabei kostenlos und überkonfessionell.

„Wegbegleiter für Trauernde“ ist eine ökumenische Initiative für Obertshausen. Zu der Initiative gehören neben der evangelischen Waldkirchengemeinde, auch die katholische Gemeinde St. Josef in Hausen sowie die Obertshäuser Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus. Außerdem beteiligt sich der Hospiz- und Palliativberatungsdienst des Malteser Hilfsdienstes e.V. Wer sich informieren möchte, kann sich bei Koordinator Alexander Rudolf unter Z  06104 4067930 oder hospiz.obertshausen[at]malteser[dot]org melden.

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