Queen Elizabeth freut sich über Post aus Heusenstamm Königlicher Dank für Glückwünsche

Die Heusenstammer Gratulanten der Queen mit der Karte aus dem Buckingham Palace (von links Regina Paul, Constanze Heine, Josefine Busse, Gabriele Perlet und Friedel Paul. Urlaubs- und arbeitsbedingt fehlen Ursula Beck, Matin Nabi, Gabi König und Martina Paul. Foto: Mangold

Heusenstamm (man) – In diesem Jahr hat eine der prominentesten Frauen der Welt einen runden Geburtstag gefeiert. Queen Elizabeth II. wurde neunzig Jahre alt. Und neun Heusenstammer wissen, was sich einer königlichen Hoheit geziemt: Sie gratulierten mit einer Postkarte vom Schloss vor Ort. Im Namen der Monarchin dankte der Buckingham Palace. Der Dank ging bereits retour, in Form eines Fotos der Gratulanten vor dem Schloss nebst der Karte aus dem Palast. Deutet sich hier eine Brieffreundschaft an, die ihre Krönung im Besuch ihrer Majestät in Heusenstamm finden könnte?

Irgendwann nach den Geburtstagsglückwünschen Richtung britischer Hauptstadt bekam Regina Paul eine Mail aus dem Buckingham Palast. In etwa stand drin: Die Königin antworte nur in Briefform. Auf der Karte, die Elisabeth II. bekommen hatte, stand als Absender lediglich die Mail-Adresse von Regina Paul.

Wirklich wundern kann die Reaktion der Königin eigentlich nicht. Die Windsors, Buckingham und die Monarchin sowieso, sie alle stehen als Garanten für aristokratische Tradition. Man kann es sich vorstellen, dass zumindest die älteren Mitglieder der Familie untereinander noch mit Brieftauben kommunizieren, wie weiland der Bankier Nathan Rothschild,.

Vielleicht hat sie es auch selbst vergessen: Aber die Queen war es, die am 26. März 1976 als erstes Staatsoberhaupt der Welt eine Mail verschickte. Die neun Heusenstammer, die ihr zum 90. gratulierten, fanden sich weder zufällig, noch gehören sie der teutonischen Dependance eines internationalen Förderclubs der britischen Monarchie an. Man lernt zusammen Englisch, jeden Mittwochmorgen für anderthalb Stunden. Die jüngste ist die Lehrerin, die 25-jährige Regina Paul, die in Frankfurt Pädagogik studiert. Zu ihren Schülern gehören mit Friedel und Martina Paul auch ihre Eltern, denen Regina genauso einen Rüffel erteilt, wenn sie im Unterricht schwätzen, wie den anderen: „Sie bekommen keinen Vorzug!“ Das bestätigt der Vater.

Josefine Busse lobt die Atmosphäre im Unterricht. Die sei auch deshalb so angenehm, „weil wir ohne jeden Druck miteinander lernen“. Nicht nur das. Einmal im Jahr steht ein Tagesausflug auf dem Programm, wie zuletzt nach Wiesbaden, als man während der Fahrt in der S-Bahn englischen Cheddar-Käse speiste. Wer die angelsächsische Küche lediglich aus Schilderungen in „Asterix bei den Briten“ kennt, reagiert auf die kulinarische Nachricht nicht unbedingt vorbehaltlos. Gabriele Perlet versichert aber glaubhaft, „Cheddar schmeckt wirklich“.

Der Königin zum Geburtstag zu gratulieren, ist die eine Sache. Aber könnte man sich vorzustellen, deren Leben zu führen? „Auf keinen Fall“, antwortet Josefine Busse frei von Neid auf royalen Glanz. Früher konnten sich die Aristokraten Eskapaden erlauben, ohne dass sich der Plebs eine Meinung über die Liaison der Schwiegertochter mit dem Rittmeister bilden konnte. Es gab keine Blätter, in denen sich indiskrete Parvenüs ausplappern durften und keine Paparazzi, die andere Schwiegertöchter barbusig in vertrauter männlicher Begleitung knipsten, jedoch ohne den eigenen Spross auf dem Foto. Fackelt dann noch Windsor Castle ab, addiert sich das Ungemach schon mal zu einem „annus horribilis“; einem Jahr, in dem alles die Themse runter geht, wie die Queen für 1992 resümierte.

Fernab von höfischen Stress liegt das Schloss von Heusenstamm. Für die britische Königin wäre das auf jeden Fall eine Reise wert. Hier schaute schließlich schon europäischer Hochadel zur Hochzeit im Geschlecht Hessen Darmstadt vorbei. Die Einladung an die Queen steht auf der Dankeskarte.

Josefine Busse sieht außerdem einen praktischen Aspekt: Die Königin könnte einen Besuch mit einer Stippvisite bei ihrer Verwandtschaft in Langen verbinden.

Im Schloss Wolfsgarten tauchte Elisabeth zuletzt vor 51 Jahren auf. Es wäre also sowieso mal wieder an der Zeit.

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