Wochenmarkt in Mühlheim – Jeden Donnerstag frisches Brot, Käse, Fisch und vieles mehr Der Mühlheimer Markt als Nahversorgungsquelle

An den Donnerstagen gilt der Markt nicht nur als Versorgungsquelle, sondern auch als Kommunikationstreffpunkt. Foto: man

Mühlheim (man) – Richtung Main läuft Peter Mayer über die Bahnhofstraße. Der 82-Jährige engagiert sich im öffentlichen Leben der Stadt unter anderem beim Umweltstammtisch oder im Geschichtsverein. Der Ingenieur, der einst Jahre bei „MAN Roland Druckmaschinen“ arbeitete, bevor er in Rente ging, schaut fast jeden Donnerstag hier vorbei, kauft sich Fisch, Brot und Käse, manchmal auch Gurken aus dem Spreewald, „für mich dient der Markt als Nahversorgungsquelle“.

Am 28. April 1994 fuhren zum ersten Mal Beschicker auf der Bahnhofstraße vor. Der Markt ist immer noch ein Treffpunkt, auch wenn manche Händler Mühlheim mittlerweile aus ihrem Kalender gestrichen haben. Der frühere Bürgermeister Karl-Christian Schelzke agierte damals als treibende Kraft für einen Wochenmarkt in Mühlheim.

Mayer vermisst heute den Weinstand und bedauert generell, dass sich der Dottenfelderhof aus Bad Vilbel mit seinem Angebot biologischer Erzeugnisse aus Mühlheim zurückzog, weil es sich nicht mehr rechnete. Ansonsten schätzt der passionierte Fotograf den Markt als Kommunikationstreffpunkt. Gerade habe er sich mit Herbert Schneider, einst Eigentümer des Autohauses Ford, darüber unterhalten, wie verlässlich sich die Leute hier einander regelmäßig treffen.

Davon spricht auch Ernst von Hermanni, der bedauert, dass Frank Gerschewski mit seinem mobilen „Timeout-Cafe“ heute ausfällt. Der Citroën Typ HY des früheren IT-Fachmanns der Deutschen Bank soll sich in der Werkstatt befinden. Auch im Winter gilt der gelbe Wagen als beliebter Freilufttreffpunkt.

Alle zwei Wochen baut Elke Döring ihren Honigstand der Imkerei Ullmann auf, „jeden Donnerstag, das lohnt sich nicht“. Die Imkerei firmiert in Erlensee, aber die vielen Sorten, die Döring verkauft, ließen sich alleine aus dem Main-Kinzig-Kreis nicht generieren.

Hobbyimker schleudern in der Regel die Waben von drei oder vier Völkern. Ullmann zählt tausend Kästen, die außerhalb der Wintermonate quer durch die Republik fahren, „immer der Blüte nach“.

Der Löwenzahnhonig resultiert vom Stopp am Vogelsberg, der Heidehonig aus der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt, der dunkle Tannenhonig stammt aus dem Schwarzwald. „Der Akazienhonig kommt von Bäumen um Erlensee“, erklärt Elke Döring.

Aus Erlensee kommt auch „Harry´s Obstecke“, wo Alban Rexha zusammen mit Bahri Bajra unter anderem Mangos, Melonen und Papayas verkauft. Ein Markt wie in Mühlheim reichte betriebswirtschaftlich nicht, führt Rexha aus, „von Kleinigkeiten kannst du nicht leben“. Relevant sei der große Wochenmarkt flussaufwärts, „ohne Hanau wären wir verloren“.

Um knusprige Hähnchen geht am Stand, den Andrea und Holger Wotke betreiben. Mitarbeiterin Dagmar Bock erzählt während ihrer Pause, seit wann sich hier die Hühner vor dem Grill drehen, „seit dem ersten Tag 1994“. Augenscheinlich floriert das Geschäft. Das Trio gehört zu den wenigen, denen die Arbeit auf dem Markt im Winter überhaupt nicht unlieb ist, „wir haben es dann angenehm warm“.

Eine Frau aus Dörnigheim erzählt, als die Fähre noch übersetzte, habe sie oft mit dem Rad den Markt angesteuert. Heute kam sie mit dem Auto und verbindet einen Besuch beim Arzt mit dem Fischkauf, „wenn die Fähre irgendwann doch wieder fährt, komme ich wieder regelmäßig“.

Auch die Zeugen Jehovas nutzen, dass am Markttag weit mehr Leute als sonst auf der Bahnhofstraße unterwegs sind. Sie versprechen an ihrem Stand präzise Antwort auf die Frage, „Wer ist Gott?“ Auf dem Weg zum Geflügelstand von Karl-Heinz Becker wirbt Ernst von Hermanni erfolgreicher als die Sekte für sein Anliegen.

Der stellvertretende Vorsitzende des NABU-Mühlheim-Offenbach verteilt nebenbei Flyer, die zum Waldtag am 21. März von 17.30 bis 20 Uhr ins Foyer der Willy-Brandt-Halle einladen.

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