Tag der offenen Tür für die kommenden Fünftklässler an der Friedrich-Ebert-Schule Die „Neuen“ riechen in Schule

Zeit zum Kochen bot so ein Kurz-Besuch in der Küche der Haupt-und Realschule nicht. Also empfingen Lehrer und Schüler die Viertklässler mit einem Quiz, sie sollten Gewürze und Obstsäfte erraten. Foto: m

Mühlheim (m) – Wer kennt schon die Schmelztemperatur von Schokolade, Wachs und Butter! Was wie die Millionenfrage bei Günter Jauch klingt, ist Unterrichtsstoff in Klasse 7. Das erfuhren am vergangenen Freitag Viertklässler Mühlheimer Grundschulen und ihre Eltern. Schüler und Lehrkräfte der Friedrich-Ebert-Schule hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet, um das Profil des Lernorts an der Heinestraße beim „Tag der offenen Tür“ zu präsentieren.

Während die Schulleitung die Eltern über den Aufbau der Haupt- und Realschule sowie über die verschiedenen Bildungsgänge informierte, starteten die künftigen Fünftklässler mit ihren Schülerpaten in den ersten Workshops. Im Physikraum empfingen Mädchen und Jungen der 7cR ihre Gäste mit Schutzbrillen im Physikraum. Sie haben bereits den Brenn-Führerschein abgelegt und dürfen nun Experimente mit dem Bunsenbrenner zur Wärmelehre vornehmen.

Nebenan stellten Klassenkameraden Tasten- und Treppenhausschalter mit Batterien, Kabel und großen Büroklammern vor. Mit Pappkarton, Getränkedosen und alten Spritzen aus der Arztpraxis demonstrierte Alessandro einen hydraulischen Greifer wie auf dem Rummelplatz und Lkw-Kipper nachgebaut. Mit Druck auf das Wasser in den Injektionsinstrumenten bewegten sich Bauteile.

Phantasievolle Landschaften haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Modellbau gestaltet. Sie luden nun die Gäste ein, es ihnen gleichzutun, aus dünnen Ästen und Island-Moos Bäume zu basteln, aus Kies und Mini-Autos Straßenszenen zu formen. Im Werkraum entstanden mit der Laubsäge vorgezeichnete Figuren aus Sperrholz. In der Küche sollten die Probanten Gewürze, Früchte und Säfte am Geruch erkennen.

In der Pausenhalle lernten die Schüler- und Elterngruppen den Förderverein und den Sanitätsdienst kennen. Einigen der erfahrenen Teenager haben durch die Tätigkeit ihre Berufswahl getroffen, wollen Rettungssanitäter werden. Das „Leben nach der Schule“ wird mit zahlreichen Maßnahmen vorbereitet. Für ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet ist die Ebert-Schule zertifiziert und ausgezeichnet.

Mit Jumina, „junge Migranten in Ausbildung“, trainieren Jugendliche ab Klasse Acht, Bewerbungen zu verfassen. Sie erkunden bei Besuchen und mit Praktika Betriebe, nehmen an Kursen teil, mit denen sie sich und ihrer Stärken besser bewusst werden – zum Beispiel die Kenntnis der Sprache ihrer Eltern. Dieses Projekt laufe nur in Stadt und Kreis Offenbach.

Ein leuchtendes Beispiel für Erfolge durch das Engagement der Pädagogen ist Ana Kosovac. Sie kam erst vor dreieinhalb Jahren aus Serbien nach Mühlheim, wurde Landessiegerin in Mathematik und erhebt heute als Schulsprecherin ihre Stimme für ihre Mitschüler. „Sie sind sehr intelligent, wussten fast alles und zeigen viel Interesse“, lobte Ana ihre Schützlinge. Begeistert waren alle von Schul-Hund Becs, für den die Schüler ein bisschen finnisch lernen, von den zahlreichen Sport-Angeboten. Vielen Mütter und Vätern ist die Hausaufgaben-Betreuung am Nachmittag wichtig.

Die erwachsenen Besucher staunten über die gute Ausstattung mit Computern, Küche und Werkstatt, Bibliothek und AGs sowie über die vielfältige und intensive Vorbereitung auf die Berufswelt. In den Augen von Schulleiter Dominic Russ ist es wichtig, dass die „Neuen“ ihre Ängste vorm Wechsel abbauen und neugierig auf den Lernort werden.

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