Ohne „Bienenstich“ wieder in die Schule Ausflug zum Imker in Urberach

Denis Befuß mit der Wabe in den Händen, ehrfurchtsvoll und meist aus sicherem Abstand schauen die Kids zu. Nur die Mutigsten trauten sich heran. Foto: Pulwey

Rödermark (pul) – Bei Familie Befus herrscht reges Treiben. In Urberachs Hallhüttenweg summt und brummt es von früh bis spät. Waldemar Befus und sein Enkel Denis (zwölf Jahre) betreuen dort im heimischen Garten vier Bienenvölker, deren faszinierende Lebensweise immer wieder für Überraschungsmomente sorgt.

Am Montag kamen bei der Inspektion der Bienenkästen 17 Paar neugieriger Kinderaugen dazu. Die Betreuung der Schule an den Linden war zu Gast und lauschte gespannt den Worten von Denis Befus: Es ist wie bei uns Menschen, erläuterte der zwölfjährige Schüler: „Die Bienen fliegen morgens los und holen die Post ab“. Gemeint ist damit das allmorgendliche Auskundschaften des Umfelds in Bezug auf Nahrungsquellen. Kommen die Kundschafterinnen zurück in den Stock, beginnt eines der imponierendsten Schauspiele im Tierreich. Die Biene teilt mit schwänzelnden Körperbewegungen ihren Kolleginnen die Ergiebigkeit der neu gefundenen Pollenquellen mit. Durch die Länge der Schwänzelbewegungen und durch den dabei eingenommenen Winkel zur Sonne erkennen die anderen Bienen auch die Flugdistanz und den genauen Ort der Nahrungsquelle.

Nicht umsonst ist das Hobby Imkern eine sehr interessante Freizeitbeschäftigung: „Ich fand Honig schon immer lecker“, begründet Denis Befus seine Begeisterung für die Imkerei. Den zwölfjährigen Schüler aus Münster fasziniert das Zusammenleben innerhalb eines Bienenvolks. Heute betreut er sein eigenes Volk, das etwa aus 60.000 Individuen besteht.

Großvater Waldemar hat ganz großen Anteil am Hobby seines Enkels. Seine 20-jährige Erfahrung im Bereich der Bienenpflege gibt er nun an Denis weiter. Von Beruf Tierarzt, sind Waldemar Befus die Bienen vertraut. „Es gibt keine Tiere, die so arbeiten“, erläutert er.

Die Bienen versorgen sich und den Mensch mit gesunder Nahrung. Selbstredend ist der Garten von Befus entsprechend bepflanzt, sodass die Insekten während der schönen Jahreszeit permanent Nahrung finden. „Die Leute spritzen gegen Unkraut, die Bauern spritzen die Felder, das ist schlecht für die Bienen“, bringt der erfahrene Imker einen zentralen Punkt ins Gespräch ein.

Aber es gibt auch positive Aspekte zu vermelden. Waldemar Befus erzeugt Hoffnung für allergiekranke Menschen. Wie er aus einer Fernsehsendung erfahren hat, hilft gegen Pollenallergie Honig aus der Region. Von November bis Februar täglich einen Löffel Honig mit etwas Wasser eingenommen, würden die Beschwerden schnell verschwinden.

Nach so viel theoretischer Wissensvermittlung waren die Kinder der Schule an den Linden gespannt auf die Praxis. So gab es zum Abschluss des Vormittags für jeden Teilnehmer einen leckeren Löffel voll mit süßem Honig. Die Kinder ließen es sich schmecken.

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