Ob Apfel-Quitten-Secco oder Äppler: Der „Neue“ ist lecker

Seckbach: Apfelweinanstich im Main-Äppel-Haus

Frank Lehmann (von links), Nicole I. und Gerhard Weinrich testen den neuen Apfelwein. Foto: Faure

Seckbach (jf) – Der Apfel-Quitten-Secco, der in der Mäh-Halle des Streuobstzentrums Main-Äppel-Haus auf dem Lohrberg zum Empfang gereicht wurde, war echt lecker. Zum siebenten Apfelweinanstich trafen sich die „Schoppepetzer“ auf Frankfurts Hausberg. „Apfelwein zu machen ist wieder in“, erklärte Gerhard Weinrich, Vorsitzender des Vereins Streuobstzentrum und freute sich, dass sich auch viele junge Leute für die Herstellung von Apfelwein interessieren. 

„20.000 Liter Saft haben wir im letzten Jahr gekeltert. 7500 Liter lagern in Edelstahlfässern, den Rest haben wir zu Saft, Secco, Cidre und Edelbrand verarbeitet“, berichtete Weinrich. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurden drei neue 500-Liter-Fässer bestellt. Kellermeister Karsten Liebelt bot verschiedene Spezialitäten aus Apfelsaft und -wein an. Ihm zur Seite standen die Kelterer um Armin Mende und Oscar Unger. Der in Berlin geborene Frank Lehmann ist nicht nur Börsenexperte, sondern auch Apfelwein-Kenner. Mit zwölf Jahren kam er nach Hessen.

Stöffche wieder im Trend 

„Damals war das Areal des heutigen Main-Äppel-Hauses ein kleiner Beratungsgarten. Ich habe die Zeiten des Apfelwein-Tiefs miterlebt, als viele kleine Kelterer aufgaben. Seit einigen Jahren ist Apfelwein wieder im Trend, auch weil man daraus viel mehr machen kann“, bemerkte Lehmann. „Der Äppler im Main-Äppel-Haus hat den Zustand des Rauschers zu Beginn der Gärung überstanden, er wurde in Ruhe gelassen und konnte sich entwickeln und ist damit Vorbild für die Regierungsverhandlungen in Berlin“, erklärte Lehmann mit einem Seitenhieb auf die Vorgänge in der Hauptstadt.

Er erzählte kurzweilig und spannend allerlei Wissenswertes und Kurioses über Hessen und den Apfelwein. So habe der Apfelwein-Doktor Wilhelm Petsch aus Frankfurt in einem Prozess 1856 in Berlin anhand von Zeugen nachgewiesen, dass Apfelwein heilt. Als selbst die Polizei nach Genuss dieses Getränks frischer und beflissener auftrat, sei das Verfahren eingestellt worden. „Wäre Apfelwein an der Börse notiert, würde ich diese Aktien kaufen“, schloss Lehmann. Dann schritten er, die Apfelweinkönigin Nicole I. von Bergen-Enkheim und Gerhard Weinrich zur Tat und stachen das Fass mit dem ersten „Neuen“ an.

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