Jubiläums-Aufführung begeistert Gäste

Zehn Jahre Seniorentheater in der Budge-Stiftung

Gerda Hilpert, Eva Fröhlich, Mazi Lorant, dahinter Ute Voigt, Dieter Haberland, dahinter Helga Heise – sie sorgten für einen gelungenen Nachmittag. Foto: Faure

Seckbach (jf) – Vor zehn Jahren hat Helga Heise die Theatergruppe „Wir für euch“ in der Henry und Emma Budge-Stiftung ins Leben gerufen. Die erfahrene Aktrice, Regisseurin und Mitgründerin der Theatergruppe „Marimotz“ – dieses Ensemble besteht bereits seit 1981 in Seckbach – sorgt mit viel Engagement und Sensibilität dafür, dass ältere Menschen den Schritt auf die Bühne wagen. Denn Mut gehört dazu, als Hobbyschauspieler aufzutreten.

„Als Geschäftsführer der Budge-Stiftung gratuliert man regelmäßig zu Jubiläen. Aber dieses ist schon ein besonderes“, sagte Thorsten Krick und würdigte die ehrenamtliche Arbeit von Helga Heise. „Unser Haus hat eine eigene Theatergruppe – so etwas ist mir aus keiner anderen Senioreneinrichtung bekannt“, stellte Krick fest. „Wir suchen immer Nachwuchs.“ Das letzte Wort wird ein bisschen belächelt; die gegenwärtig Agierenden sind zwischen 75 und 97 Jahre alt. Jeden Dienstag zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr wird geprobt, zweimal jährlich tritt die Gruppe auf.

Für die Jubiläumsveranstaltung haben sie sich gemeinsam witzige Texte von Loriot, Andreas Kaufmann, unbekannten Autoren und dem ehemaligen Ensemblemitglied Erwin Utsch ausgesucht. Die Schauspielerin Mazi Lorant steuerte ebenfalls einen Text bei – sie ist die Einzige in der Truppe, die aufgrund ihres Berufs Bühnenerfahrung hat. Eva Fröhlich, Dieter Haberland, Gerda Hilpert und Ute Voigt sind Laien, die jedoch Freude am Spielen haben, der Funke springt über, das Publikum lacht über die Pointen, applaudiert.

Lustige Szenen erheitern Besucher

Dabei sind die Texte nicht nur lustig, sondern enthalten manches Körnchen Wahrheit. Wie zum Beispiel die Szene „Wer nimmt Oma?“. Zwei ältere Nachbarinnen – Mazi Lorant und Gerda Hilpert – unterhalten sich über das bevorstehende Weihnachtsfest. Die eine schlägt vor, über die Feiertage gemeinsam nach Mallorca zu fahren, sie habe dort eine Wohnung und würde die Nachbarin gerne einladen. „Ach wissen Sie, Weihnachten bin ich ja immer bei meinen Kindern. Die würden mich vermissen“, sagt die Eingeladene ablehnend. Das Telefon klingelt, Sohn Stefan ist dran. Er bekomme zum Fest Besuch, leider könne diesmal nicht bei ihm gefeiert werden. Aber seine Schwester Jessica würde sich sicher über den Besuch der Mutter freuen. Jessica jedoch fährt über die Feiertage in den Schnee. Und eigentlich sei ja auch Stefan dran. „Wissen Sie was? Ich nehme Ihre Einladung an! Lassen Sie uns nach Mallorca fliegen!“ In Vorfreude stoßen die beiden Damen mit einem bunten Cocktail an und träumen schon ein bisschen von der Insel.

Nach der etwa einstündigen Vorstellung, in der Regisseurin Helga Heise sich auch ums Bühnenbild kümmerte und Requisiten zurecht stellte, waren die Zuschauer begeistert. Doch nicht nur Applaus gab es für die Akteure, Thorsten Krick hatte zum Jubiläum auch kleine Geschenke für alle Ensemblemitglieder. Selbst die vier aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Aktiven, als Besucher an diesem Tag in der ersten Reihe – Marguerite Kastner, Elisabeth Volkmann, Bert Silbermann und Jochen Kabisch – erhielten eine Aufmerksamkeit. Beim anschließenden kleinen Empfang wurde derer gedacht, die von wo auch immer dieser Aufführung möglicherweise zuschauten und vielleicht gerne dabei gewesen wären.

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