Europafest des Kreises Offenbach mit der Stadt Obertshausen Ein Fest, das Kulturen verbindet

Einmal mehr begeisterte das Europafest in Obertshausen und bot einen tollen Anlass, um den Zusammenhalt und das Miteinander zu stärken. Foto: m

Obertshausen (m) – Vor und nach dem eigenen Auftritt auf der Bühne vorm Bürgerhaus verfolgen viele Schüler und Erwachsene die Choreografien anderer Folkloregruppen. Ihr Rhythmus ist der Herzschlag des Europa- und Freundschaftsfests.

Während die Politiker zum Auftakt die aktuelle Situation vor der Wahl Ende des Monats aufgriffen, verkörpern die Ensembles in den Kostümen Beständigkeit, aber auch frischen Wind. Die jungen Damen des Türkisch-deutschen Kultur- und Freundschaftsverein kehrt mit einer selbst entwickelten, modernen Choreografie zurück. Der Deutsch-türkische Kulturverein eröffnet den Reigen und schickt die international gefragten Musiker Vural Güler und Aktan Aktas mit ihren Saiteninstrumenten auf die Bühne.

Mit ihrem Square Dance setzen die Witches & Wizards Bewegungen um, die der Caller zwischen den Liedtexten einfließen lässt. Die Rodgauer nehmen an Wettbewerben in ganz Europa teil, erklärt ein Sprecher. Eine beeindruckende Vorstellung geben gleich drei Formationen des griechischen Kulturvereins Megas Alexandros: Nicht nur Kinder tanzen, eine große Zahl Teenager führt die Bräuche fort, darunter sogar mehrere Jungs mit Seltenheitswert im Volkstanz.

Neue Akzente verleiht der Lettland-Frauenchor Silava aus Frankfurt mit fremden Klängen aus Europas Nordosten. Die eigenen Stimmen erhebt auch Santa Marta, die portugiesische Gruppe. Sie vereint wahrlich alle Generationen, vom Dreikäsehoch bis zur stolzen Großmutter, die selbst mit Krücken auf die Bretter klettert, die die Welt bedeuten. „Alegria del Sur“ vom spanischen Elternverein gefällt wieder mit den filigranen Schritten und Fingerstellungen.

Landrat Oliver Quilling ruft auf, sich am 26. Mai für den Erhalt von Freiheit, Frieden und Wohlstand zu engagieren. „Europa muss zusammenhalten, nationale Egoismen sind rückwärtsgewandt, wir müssen vereint für Europa einstehen“, fordert der Kreis-Chef. Thomas Mann wendet sich in seiner letzten Rede als Abgeordneter in Brüssel und Straßburg gegen Fremdenfeindlichkeit. „Bei all dem, was uns stinkt, was nicht so gut läuft - die Friedensunion, Sicherheit und Solidarität müssen weitergehen“. Das „soziale Europa“ müsse jedoch „noch besser erlebbar“ werden.

Über das „multinationale Zusammenleben“ freut sich Bürgermeister Roger Winter. Es funktioniere in Frankfurt wie im Umland vorbildlich, das Fest in Hausen sei eines der schönsten, auch weil Gäste aus allen Partnerstädten teilnehmen. Stadträtin Laurence Mazeau aus Ste. Genevieve des Bois bekundet, dass die Einnahmen vom Verkauf französischen Rotweins und Käses an eine soziale Einrichtung in Obertshausen gestiftet werden.

„Vielfalt und Miteinander sind nicht selbstverständlich“, freut sich Hüsamettin Eryilmaz, Vorsitzender des Kreis-Ausländerbeirats und bittet ebenfalls, gegen Extremismus und Populismus zu stimmen. In den Augen des stellvertretenden Vorsitzenden der örtlichen Vertretung der Migranten, Murat Demir, helfe das Fest, Grenzen zu überwinden. Er schätze die internationale Atmosphäre, mahnt aber auch ein geeintes Auftreten an.

Auch Katy Walther, Landtagsabgeordnete der Grünen, schwärmt von der Feier im Freien.

Mit kulinarischen Spezialitäten und riesigem Fleiß dabei sind der kroatische Klub Croatia, der spanische Elternverein, Megas Alexandros, FC Teutonia und Turnverein Hausen mit deutschen Leckereien wie Leberkäse, Grillwurst und Gerstensaft, der Freundeskreis Ste. Genevieve, die beiden türkischen Kulturvereine, der Alevitische Kulturverein Rodgau und die portugiesische Gemeinschaft Santa Marta.

Schüler der zweijährigen Berufsfachschule haben Gebäck und Torten zubereitet, darunter eine blaue Europa-Torte. Die Jugendfeuerwehr bereitet wieder Crêpes und nutzt ein neues Bestellsystem am Band. Das Europe-Direct Relais mit der Europa-Union hat einen Info-Stand in einem mächtigen Anhänger aufgebaut, die Ausländerbeiräte informieren mit einer Vielzahl von Schriften und die Flüchtlingshilfe der Malteser stellt ihre Aktivitäten vor.

Ein breites Angebot haben die Organisatoren für den Nachwuchs aufgefahren. Das Duo des Theaters Nedelmann aus Rödermark spielt „Schneewittchen märchenhaft“: Die Zwerge sind Kinder, der Prinz ist ein Papa aus dem Publikum. Spiele mit Bällen, aber ohne Wasser brachte die Kinder- und Jugendförderung mit. Izimagic, ein Paar aus Frankreich, zaubert auf dem Vorplatz mit vielen Besuchern, die Jugendwehr zeigt eine Schauübung – husch-husch, um sieben ist alles vorbei.

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