Chronik der Stadtgeschichte auf 312 Seiten ausführlich aufbereitet „Unser Obertshausen“ kommt an

Die Obertshäuser Stadtgeschichte auf über 300 Seiten von aktiven des Heimat- und Geschichtsvereins zusammengestellt. Möglich gemacht hat dies unter anderem die Karl-und-Ruth-Mayer-Stiftung mit ihrer Spende in Höhe von 10.000 Euro. Foto: m

Obertshausen (m) – In fast 500 Haushalten steht das schwere Buch im dunkelblauen Einband, das die Entwicklung der Stadt in Bild und Wort dokumentiert. Auf 312 Seiten und mit mehr als 360 zum Teil bislang unveröffentlichten Abbildungen haben Aktive des Heimat- und Geschichtsvereins das aktuelle Werk ausgestattet.

Die erste Auflage der neuen, übersichtlich und grafisch ansprechend gestalteten Chronik ist fast vergriffen. Jetzt überreichte der Vereinsvorsitzende Armin Paul Exemplare mit schwarzem Lederdeckeln an Mäzene, die Herstellung und Veröffentlichung des Werks unterstützten.

Im Karl-Mayer-Haus begrüßte er die Cousinen Celine Kleckow und Dr. Katherine Mayer-Voß, Enkelinnen des Firmengründers, in dessen Elternhaus sich das Werkstattmuseum befindet. Die jungen Frauen vertreten die Karl-und-Ruth-Mayer-Stiftung, sie förderte die Herausgabe der „spannenden Zeitreise durch unsere Heimat“ mit 10.000 Euro. Die Stiftung fördert vor allem die Musikschule. Das Erlernen eines Instruments war ihrem Großvater immer ein Herzensanliegen, erklärten die Gäste. Heute übernimmt die Stiftung die Stipendien für Talente. Daneben stärkt die Einrichtung die interkulturelle Beratung, Deutsch-Unterricht für Migranten, Sportprogramme für übergewichtige Kinder, die Ausbildung von autistischen Kindern und die Sonnentauschule. Sie leiste vorwiegend Hilfe in der Region, „aber wir sind offen für neue Projekte“, sagte Dr. Mayer-Voß.

Eine weitere Chronik in Leder nahm Bürgermeister Roger Winter entgegen, weil auch die Stadt zur Verwirklichung beigetragen hat. Es sei wichtig, „die Vergangenheit zu verstehen und die Gegenwart zu reflektieren, um die Zukunft gestalten zu können“. In dem neuen Abriss werden viele Themen behandelt, die in vorausgegangenen Bänden noch nicht bearbeitet wurden, darunter natürlich die jüngsten Jahrzehnte.

Mit Blick auf die bevorstehenden Jubiläen, 950 Jahre Hausen, 40 Jahre Stadtrechte und zehn Jahre Vereinsring, sei es gut, den Ort, den man als Heimat versteht, näher kennenzulernen. Winter dankte allen Mitwirkenden, die Schrift sei eine ideale Gabe für Gäste aus den Partnerstädten und beim Neubürger-Empfang.

Von der Chronik sind vor drei Monaten die ersten 500 Exemplare erschienen, kündigte Paul an. Sein Vorstandskollege Jochen Roths hat mehr als 300 Bilder eingescannt, viele stammen aus dem Fundus seiner Mutter Helga. „Trotz einer Durststrecke haben wir an dem Projekt festgehalten“, blickte der Vorsitzende zurück. Fabian und Mareike Bleisinger von Johnny Seven, einem Studio für Grafik und Text in Offenbach, übernahmen Layout und Druck. Die Lederausgaben entstanden dank Ulrich Klünder-Proschitzki bei dessen Bruder, einem Buchbinder „von guter alter Schule“, der die Bände in Handarbeit eingefasst habe. Der Rathauschef entdeckte auf den Seiten den Standort des ersten Obertshausener Freibads. Es lag direkt hinter der ersten Mineralwasser-Fabrik auf dem Areal, auf dem heute das Reisebüro an der Bahnhofstraße steht.

Das riesige Becken war wegen des hoch stehenden Grundwassers innerhalb weniger Stunden gefüllt, wussten die Autoren.

Wo aber befand sich das Hausener Pendant? Ein Stück nördlich vom Heim des Kleingärtnervereins, erklärte Roth.

Zu- und Abfluss seien noch da, man könnte kurzfristig wieder eröffnen.

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