„Schneewittchen“ startet bei den 35. Brüder-Grimm-Festspielen in Hanau Großer Jubel für die verfolgte Schönheit

Als Amme Irmgard, Kammerzofe Schneewittchens, ist Marina Lötschert sichtlich in ihrem Element, hier mit Fabian Baecker als Eduard von Hitzhausen. Fotos: zer

Von Elisa Bauer

Hanau – Die Haut weiß wie Schnee, die Lippen rot wie Blut und das Haar schwarz wie Ebenholz - um welches Märchen es sich hierbei handelt, ist sicher den meisten bewusst. „Schneewittchen“ feierte am Samstag Premiere bei den 35. Brüder-Grimm- Festspielen. An einem schönen Sommerabend konnte das Publikum im sehr gut besuchten Amphitheater das mit vielen Witzen gespickte Stück genießen.

Der Intendant der Festspiele, Frank-Lorenz Engel, begrüßte zunächst die Zuschauer und einige der Ehrengäste, unter ihnen beispielsweise der Oberbürgermeister Claus Kaminsky und die aus der ARD-„Lindenstaße“ bekannte Märchenbotschafterin Marie-Luise Marjan und wünschte dann viel Spaß beim Zuschauen.

Das Originalmärchen wurde hierbei minimal und gekonnt von Stephan Lack, Gewinner des Autorenpreises, abgewandelt, sodass die Geschichte über die wunderschöne Prinzessin für Jung und Alt eine wahre Freude ist und das Publikum ins Märchenland entführt und dabei immer wieder auf andere Grimm-Märchen verweist.

Die Kammerzofe Irmgard (Marina Lötschert) führt das Publikum durch die Geschichte, in der auch die sieben Zwerge - oder korrekter gesagt: Bergmänner, man reduziert Aschenputtel und Rapunzel ja schließlich auch nicht auf die genaue Schuhgröße oder Länge der Haare - immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen.

Nachdem Schneewittchens Mutter gestorben und das Mädchen mittlerweile zu einer jungen Frau herangewachsen ist, lernt ihr Vater, König Gregor (Werner Tritzschler), eine neue Frau kennen und will diese heiraten. Wie es in Märchen üblich ist, will die Stiefmutter, Königin Eleonora (Carolin Sophie Göbel), nichts Gutes für die Familie: Sie vergiftet den König und will Schneewittchen (Rebekka Reinholz) töten lassen. Zum Glück für die Königstochter bringt der Jäger (Marcus Abdel-Messih) es nicht übers Herz, sie zu ermorden. So rennt sie über die sieben Berge, trifft auf ihrem Weg auf weitere Märchenfiguren und landet im Haus der sieben „Zwerge“.

Dort findet sie Unterschlupf und erledigt die Hausarbeiten für die „gleichgeschlechtliche Wohngemeinschaft von Arbeitskollegen“. Eleonora findet durch ihren Zauberspiegel (Michael Gaschler) heraus, dass ihre Konkurrentin um den Titel der „Schönsten im ganzen Land“ noch am Leben und bei den Bergmännern untergekommen ist. Nun versucht die böse Königin, getarnt in einer anderen Gestalt, mehrmals Schneewittchen aus dem Weg zu schaffen. Ob es ihr gelingt, ob Schneewittchen bei den Zwergen bleibt, oder ob sie die wahre Liebe findet, von der sie so träumt, erfahren die begeisterten Zuschauer an diesem Abend.

Der Autor hat es geschafft, jedem einzelnen der sieben Zwerge eine eigene Persönlichkeit zu verleihen, die man sofort ins Herz schließt. Beim Aufeinandertreffen sorgen die unterschiedlichen Charaktere für lustige Dialoge. Nicht selten mussten die Darsteller eine kurze Pause einlegen, um das Lachen und den Applaus der Besucher abzuwarten und auszukosten.

Die Premierengäste bejubelten das Stück. Da spielten auch einige Texthänger keine Rolle, vor allem im ersten Akt. Und auf eine Panne der Drehbühne reagierten die Zwerge trocken mit dem Spruch: „Die Bühne hängt“. Das Publikum feierte das Gesamtpaket des Stücks mit langen Standing Ovations.

Die sieben Zwerge, oder besser gesagt Bergmänner, schlüpfen noch bis zum 25. Juli in die verschiedenen Rollen, um Schneewittchens Geschichte zu erzählen.

www.festspiele.hanau.de

Fotos Teil 2 zum Stück Schneewittchen in unserer Bildergalerie.

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