Manche Bauern profitieren vom Extrem-Wetter Heidi Jung aus Oberrad ist stolz auf ihre „Super-Tomaten“

„Tomaten-Heidi“ Jung ist stolz auf die zwei dicksten Brummer ihrer Tomatenplantage. Foto: rz

Oberrad (rz) – Der dickste Brummer, den „Tomaten-Heidi“ Jung aus Oberrad bieten kann, wiegt 1,5 Kilo. Wer reinbeißt, schmeckt eine ausgeprägte Süße und ein Aroma – tomatiger geht’s nicht. Möglich macht diese Super-Tomaten der aktuelle Rekordsommer mit seiner unsäglichen Hitze und der lang anhaltenden Trockenheit.

Was die Bauern der Region gerade an den Rand der Verzweiflung bringt, ist für die 130 Tomaten-Sorten aus Oberrad das Paradies auf Erden. Viel Sonne, trockene Hitze und vor allem gleichbleibende Witterung – drei Faktoren, die den Tomaten in jeder Hinsicht einen Schub geben. „Dieses Jahr ist es wirklich unglaublich. Zwar habe ich mit der Hitze auch Probleme im Gewächshaus, vor allem beim Ernten“, sagt Heidi Jung. „Aber durch die praktisch durchgängige Sonne seit April sind die Früchte diesmal noch viel süßer und aromatischer geworden.“

Trotzdem reicht es auch ihr jetzt: „Das Wetter ist mittlerweile so extrem, dass es der Tomate zuviel wird und sie schon einen Sonnenbrand bekommt.“ Darüber hinaus haben die Extremtemperaturen der vergangenen Wochen noch eine weitere Tomaten-Innovation hervorgebracht. „Die Tomatenrispen ganz oben unterm Dach, die trocken schon beim Wachsen. Das sind die ersten getrockneten Tomaten, die man direkt vom Strauch ernten kann“, witzelt Heidi Jung.

Nicht alle leiden unter der Hitze

Dass nicht alle Bauern unter dem Super-Sommer leiden, bestätigt der Hessische Bauernverband in Friedrichsdorf. Sprecherin Marie-Christin Mayer: „Es gibt einige Kulturen, die sehr gut mit der Trockenheit auskommen und durch den anhaltenden Sonnenschein an Qualität gewinnen.“ So habe man beim Bauernverband etwa eine frühe Weinlese ohne Schäden durch Krankheiten registriert. „Im vergangenen Jahr haben die Trauben durch den Regen noch mal ganz schön was abbekommen“, sagt Mayer. „Diesmal gab es da gar keine Beschwerden.“

Vor allem Gemüse-Bauern, die etwa Auberginen und Paprika anbauen, profitierten vom Super-Sommer und verzeichnen einen Rekord nach dem anderen. Außerdem sei der sogenannte „Pilzdruck“ sehr niedrig durch die Trockenheit. Auch ein Grund, warum die anfällige Tomate gerade so durch die Decke geht. Mayer stellt aber auch klar: „Die Mehrzahl der Landwirte hat zur Zeit große Probleme. Vor allem, weil sie nicht die Möglichkeit haben, ihre Felder zu bewässern, wie das bei einigen Gemüsebauern der Fall ist.“ In Oberrad konnten sich die Leute am Sonntag beim Tomatenfest in Oberrad der Gärtnerei Jung und der Gärtnerei Schecker selbst ein Bild von den Super-Tomaten machen und Heidi Jung in ihrer Gärtnerei einen Besuch abstatten oder durch die benachbarte Gärtnerei Schecker schlendern.

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