Konkurrenz hält sich weiter bedeckt Bastian macht’s

Daniell Bastian stellt sich erneut zur Wahl. Foto: privat

Seligenstadt – Daniell Bastian strebt eine zweite Amtszeit als Seligenstadts Bürgermeister an. Am Mittwochabend gab der Rathauschef seine Kandidatur per Mail bekannt. Der 46-jährige Politiker, der bei der Kommunalwahl im März als Spitzenkandidat für die FDP ins Rennen ging und mit 7,97 Prozent das beste Liberalen-Ergebnis schaffte, ist bislang der einzige Kandidat. Erster Stadtrat Michael Gerheim sagte , es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch seine SPD einen Bewerber ins Rennen schicke. Zu möglichen eigenen Ambitionen wollte er sich allerdings nicht äußern.

Nach Angaben von CDU-Fraktionschef Oliver Steidl will die Union die Frage am 18. Mai klären, dann tagt der Stadtverband. Derzeit werde in den drei Ortsverbänden darüber diskutiert.

Wie die SPD, so lassen sich auch die Grünen noch nicht in die Karten schauen. Nach Aussage der Fraktionsvorsitzenden Natascha Maldener-Kowolik wird die Öko-Partei aber „höchstwahrscheinlich“ einen Kandidaten stellen, ist allerdings noch in der Findungsphase. Maldener-Kowolik erwartet, dass die Kandidatenzahl insgesamt sehr dürftig ausfallen wird, deshalb will die Partei etwas dagegenhalten. Für die Freien Wähler verweist Jürgen Kraft auf eine noch ausstehende Gesamtvorstandssitzung, doch sehe er keinen Kollegen, der gegen Bastian antreten wolle.

Am 26. September sind die Bürger aufgefordert, den Bürgermeister für die sechs Jahre ab 2022 zu wählen. Wahlvorschläge für Bastian-Herausforderer müssen spätestens Montag, 19. Juli, schriftlich beim Gemeindewahlleiter eingegangen sein.

Was seit Monaten im Raum steht, machte Amtsinhaber Bastian jetzt in einer persönlichen Erklärung offiziell. „Ja, ich stelle mich erneut zur Wahl. Ich habe das klare Ziel und den großen Wunsch, mich weiter für Seligenstadt einbringen zu können.“

Vor rund sechs Jahren übernahm Bastian das Amt von Dagmar B. Nonn-Adams. Damals wurde er neben seiner FDP von den Freien Wählern und einer Wählerinitiative unterstützt.

„Ich trat als überparteilicher Kandidat an, weil ich der festen Überzeugung bin, dass viele Themen einer Kommune nur gemeinsam gelöst werden können. Über Parteien hinweg gemeinsam nach Lösungen zu suchen, hat sich bewährt. Deshalb möchte ich mich am 26. September mit einer möglichst breiten Unterstützung zur Wahl stellen. Daher werde ich in den kommenden Wochen das Gespräch mit den Parteien und meinen Unterstützern in der damaligen Wählerinitiative suchen.“ Bastian sagte, er mache seine Entscheidung jetzt öffentlich, weil die Kommunalwahl gezeigt habe, wie wichtig den Seligenstädtern Stabilität und Verlässlichkeit seien. „Zudem durfte ich den Koalitionsvertrag von CDU und FDP inhaltlich mitgestalten. Ich bin bereit, in dieser schwierigen Zeit weiterhin Verantwortung zu übernehmen, damit der erfolgreiche Weg unserer Einhardstadt fortgesetzt werden kann“.

Als Ziele für seine zweite Amtszeit nennt er die Umsetzung großer Stadtentwicklungsprojekte, darunter Bahnhof, Jahnsportplatz und Umgehungsstraße; den weiteren Ausbau von Bildung und Betreuung sowie Erhalt und Ausbau des breit gefächerten Kultur- und Vereinsangebots. Auch werde er alles daran setzen, „gerade Einzelhandel und Gastronomie so gut es möglich ist, aus der Corona-Pandemie zu führen.“

Rückblende: Im Vorfeld der der Bürgermeisterwahl 2015 drehte sich das Seligenstädter Kandidatenkarussell recht munter. Auch nach dem unfreiwilligen Ausscheiden des SPD-Kandidaten Jörg Krieger, den eine Privatinsolvenz aus dem Rennen warf, standen sich in der heißen Phase immerhin fünf Kandidaten gegenüber. Beim ersten Wahlgang Anfang Juli erreichte keiner die absolute Mehrheit. Für die Stichwahl am 26. Juli qualifizierten sich CDU-Kandidatin Claudia Bicherl (41,7 Prozent) und FDP-Konkurrent Daniell Bastian (25,6 Prozent). Keine Chance hatten Matthias Eiles (damals parteilos, 18,7 Prozent), Angela Prokoph-Schmitt (CSU-Mitglied in Bayern, 6,9 Prozent) und Uwe Czupalla (parteilos, 7,2 Prozent).

Als „kleine Sensation“ werteten Beobachter 14 Tage später das Ergebnis der Stichwahl. CDU-Kandidatin Claudia Bicherl zog gegen den FDP-Kandidaten Dr. Daniell Bastian den Kürzeren. Die CDU-Politikerin kam auf 49,1 Prozent (4 040 Stimmen), während Bastian 50,9 Prozent (4 194 Stimmen) auf sich vereinigte. Damit hatte Bastian sich um 25,3 Prozent oder 1 882 Stimmen an Bicherl vorbeigeschoben. Der FDP-Politiker hatte am Ende 154 Stimmen mehr als seine hoch favorisierte Konkurrentin Claudia Bicherl, die im Vergleich zur ersten Runde „nur“ 7,4 Prozent oder 273 Stimmen zulegen konnte.

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